Ferchland l Martin fixiert konzentriert den kleinen Roboter auf der Roboterspielmatte. Der Roboter steuert auf eine Mauer aus Spielsteinen zu, stoppt kurz davor - und biegt in der letzten Sekunde nach links ab. „Der Roboter hat Sensoren und merkt, wenn er gegen ein Hindernis fährt“, erklärt Martin. Das und noch mehr haben 22 Kinder und Jugendliche im „Digitalen Jugend Camp“ in Ferchland in nur fünf Tagen gelernt.

Zunächst leichte Programmieraufgaben

Im Rahmen des Digitalisierungsprojektes haben sie Einblicke erhalten, wie Roboter gebaut werden. Sie lernten, Roboter auf bestimmte Anforderungen hin selbst zu programmieren. In kleinen Gruppen wurden zunächst leichtere Programmieraufgaben gestellt und diese dann unter fachmännischer Anleitung nach und nach erweitert.

Einen Tag vor Ende des Digicamps präsentierten die Kinder und Jugendlichen, was sie inzwischen auf die Beine gestellt hatten. Sie stellten ihre selbst programmierten Roboter vor und ließen sie verschiedene Aufgaben lösen. Außerdem nahmen die Kinder an einem Wettbewerb nach dem Modell der First Lego League in Zweier-Teams teil.

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Das Camp kam bei den Teilnehmern sehr gut an. „Es hat viel Spaß gemacht und ich konnte viel dazu lernen“, so Martin.

Kinder lehren Landrat

Während der Präsentation standen die Kinder und Jugendlichen ihrem Gast, Landrat Steffen Burchardt (SPD), Rede und Antwort. So ließ er sich von ihnen Programmierbefehle und den Aufbau eines Roboters erklären. „Ich bin sehr beeindruckt, dass sie das alles so schnell gelernt haben. Dieser Erfolg zeigt mir, dass solche Projekte weiter gefördert werden sollten“, sagt der Landrat.

„Es ist wichtig, dass bereits Kinder ein Gefühl für die Programmiersprachen bekommen und auch ein Grundverständnis von der Digitalisierung erhalten. Ich bin beeindruckt, wie gut das geklappt hat,“ sagt Elisa Heinke, Geschäftsführerin des TGZ.

Schule mit Wirtschaft verbinden

Für Heinke sei es wichtig, die Digitalisierung und Wirtschaft in der Region zu fördern. Das ginge besonders, indem der Nachwuchs in Sachen Digitalisierung gefördert wird. „Wir wollen natürlich, dass die Kinder in der Region bleiben.“ So will das TGZ Bildung und Wirtschaft zukünftig mit Projekten wie dem „Digicamp“ noch enger zusammenbringen. „Wir wollen mit solchen Projekten zeigen, dass Digitalisierung auch im ländlichen Raum funktionieren kann.“

Das Technologie- und Gründerzentrum Jerichower Land errichtet aktuell ein regionales Digitalisierungszentrum. Damit sollen regionale Digitalisierungskompetenzen mit landesweiten Ansätzen zusammengebracht werden. Bezug wird unter anderem auf das Jugendcamp als Form der Jugendbeteiligung, auf bewährte Bildungsprojekte und die Herausforderungen des ländlichen Raums genommen. Damit sollen auch weitere digitale Initiativen angestoßen werden.