Sportverein

Diskussion um Geld und Mitgliedermangel im TSV Brettin/Roßdorf

In der Jahreshauptversammlung des TSV Brettin/Roßdorf ging es um Nachwuchsgewinnung, Platzpflege und das liebe Geld. Die Mitglieder hoffen zudem, dass der Vereinssport wieder in gewohnten Bahnen läuft.

Von Thomas Skiba
In der Fußball-Abteilung des Vereins gibt es keine Nachwuchssorgen, wohl aber in anderen Bereichen.
In der Fußball-Abteilung des Vereins gibt es keine Nachwuchssorgen, wohl aber in anderen Bereichen. Foto: Thomas Skiba

Brettin/Roßdorf - „Wir als Vorstand können nicht zaubern“, sagte Dr. Axel Lorenz, 1. Vorsitzender des TSV Brettin/Roßdorf, auf der Jahreshauptversammlung zum leidigen Thema Platz- und Rasenpflege. Immer wieder werde dazu aus den Reihen der Mitglieder Kritik laut. Es nütze wenig, so Lorenz weiter, wenn geschimpft werde, vielmehr fordert er dazu auf, „konstruktive Konzepte und Verbesserungsvorschläge zu bringen“.

Die Pflege und Instandhaltung der Sportanlage am Nordrand von Brettin solle weiterhin in Eigenregie stattfinden, etwa durch vermehrte Arbeitseinsätze und Lorenz spricht hier besonders die Abteilung Fußball an. Eine Betreuung durch eine Fremdfirma könne sich der Verein nicht leisten, ohne die Beiträge zu erhöhen. Die gaben auf der Versammlung eh schon Grund zur Diskussion.

So mache es immer noch Schwierigkeiten mit der Umstellung auf Lastschrifteinzug: Unter anderem, weil viele Mitglieder in mehreren Abteilungen Sport treiben und es dadurch zu einer Beitragsstaffelung beziehungsweise zu einem Rabatt kommt, der für den einen oder anderen Sportsfreund nicht wirklich transparent sei.

Zudem appellierten der Vorstand und die Abteilungsleiter an die Vereinsmitglieder, ihre Beiträge zu entrichten.

Beiträge in Coronazeit für Verein wichtig

Auch wenn in der letzten Zeit auf Grund des Verbots jeglicher Art Vereinssport keine Aktivitäten stattfinden durften, so sei doch die Sportlergemeinschaft mehr als nur Training und dafür Beiträge zahlen. Der Verein sei ein Hort, in dem Lebensfreude, Gemeinsinn und Solidarität zu Hause sind, „und das auch in schwierigen Zeiten“.

In seinem Bericht und auch in der späteren Diskussion kommt die Nachwuchsarbeit des TSV zur Sprache, die in der Abteilung Fußball hervorsticht, in den anderen Sektionen jedoch zusehends für Mitgliedermangel sorgt. Auch hier hat der nicht stattfindende Vereinssport eine Schneise geschlagen und „hier müssen wir verstärkt in die Offensive gehen“. Besonders das Kinderturnen sei als bestehende Abteilung in Gefahr, äußert sich Trainerin Lena Prietzel, „derzeit übe ich mit vier Kindern“. Es könnten erheblich mehr sein, so sagt sie, und bis zu den Corona-Einschränkungen gab es auch keine Probleme. Doch jetzt haben viele Kinder die Abteilung verlassen, es kamen jedoch keine neuen nach. Zur Lösung wolle sie noch eine zweite Trainingszeit anbieten und dann könnten Kinder ab fünf Jahren trainieren.

Der Verein besteht derzeit aus 254 aktiven Mitgliedern, die in sechs Abteilungen Sport treiben. Der zahlenmäßig größte Bereich des TSV Brettin/Roßdorf ist und bleibt der Fußball. Mit zwei Rasenplätzen, einem Hartplatz und einem gut ausgebildeten Trainerteam bestehen hier optimale Voraussetzungen für den Kampf um das runde Leder.

Der Vorstand mit Dr. Axel Lorenz, Christian Seeger und Rüdiger Helm.
Der Vorstand mit Dr. Axel Lorenz, Christian Seeger und Rüdiger Helm.
Foto: Thomas Skiba
Stein des Anstoßes zum wiederholten Male ist die gemeinsame Platz- und Rasenpflege.
Stein des Anstoßes zum wiederholten Male ist die gemeinsame Platz- und Rasenpflege.
Foto: Thomas Skiba