Bald alle Beteiligten an einem Tisch?

Eigentümer Inprotec zu Gesprächen über Zukunft des Stadtkulturhauses bereit

Für Inprotec ist die Fläche hinter dem Stadtkulturhaus bis zum Kanal wichtig.
Für Inprotec ist die Fläche hinter dem Stadtkulturhaus bis zum Kanal wichtig. Foto: Susanne Christmann

Genthin - Von Susanne Christmann

Ja, Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) habe deswegen bereits mit ihm telefoniert. Oliver Hesse, Betriebsleiter der Inprotec AG, bestätigt auf Anfrage, dass die Firma im Bilde sei, was die momentanen Diskussionen um die Zukunft des Genthiner Stadtkulturhauses betreffe. Das Stadtkulturhaus habe Inprotec 2017, so Hesse, damals mitgekauft, weil es gewünscht worden sei. Wirklich wichtig für die Firma sei aber die Fläche hinter dem Stadtkulturhaus, die bis an den Kanal heranreiche.

Hesse, eher ein Mann der Tat als langwieriger Worte, hat nach eigenen Angaben dem Bürgermeister bei dem Gespräch gesagt, er solle einen Termin vereinbaren, bei dem alle Beteiligten mit am Tisch sitzen. Idealerweise würde man dabei zu einer Lösung kommen, bei der sich alle Beteiligten mit ihren Vorstellungen auch wiederfinden würden. Alle Beteiligte, das sind für Hesse der momentane Eigentümer Inprotec, Bürgermeister Matthias Günther oder ein Vertreter für die Stadt, der derzeitige Betreiber QSG und die Vereine.

Vereine wollen sich stärker engagieren

Letztere haben über eine Protestaktion mit Unterschriftenlisten, Postkarten sowie Bannern und Plakaten im Stadtbild signalisiert, dass sie den Stadtratsbeschluss zur Finanzierung einer Mehrzweckhalle - und damit zur Aufgabe des Stadtkulturhauses - noch einmal auf die Tagesordnung setzen lassen wollen. Die nötige Anzahl Unterschriften - 360 - haben sie zusammenbekommen. Selbst wollen die Vereine sich beim Stadtkulturhaus künftig sehr viel stärker als bisher engagieren.

Bis jetzt - das Telefonat ist bereits einige Tage her - habe Matthias Günther sich, so Hesse, aber noch nicht mit einem Gesprächstermin bei ihm zurückgemeldet. Solange aber nichts anderes vereinbart werde, gelte natürlich der aktuelle Vertrag und der sehe immer noch vor, dass die Stadt ab 1. Januar 2022 das Haus selbst betreiben möchte. Über etwas Anderes habe mit dem Eigentümer Inprotec bisher keiner gesprochen. Zwar gebe er den Vereinen, die das Haus über Förder- und Betreiberverein in die eigenen Hände nehmen wollen, mit auf den Weg, dass sie sich möglicherweise nicht im Klaren darüber sind, was da an Kosten auf sie zukommen würde. 150 000 Euro pro Jahr müssten sie kalkulieren und also auch in der Lage sein, diese aufzubringen. Aber ernst nehme er diese Vorstellungen natürlich auch.

Veranstaltungsstätte für alle Genthiner

Ginge es nach Hesse, würde der Gesprächstermin alsbald zustandekommen, um dabei eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Bei zwei, drei weiteren Terminen würde man „nachschärfen“ und dann könnte das Stadtkulturhaus - wenn keiner dabei nicht heimlich noch sein eigenes Süppchen koche - recht bald nicht nur als Heimstatt und Veranstaltungsstätte für die Genthiner Vereine, sondern auch für städtische Veranstaltungen und damit für alle Genthiner Bürger zu neuem Leben erwachen.