Maler sind noch am Werkeln

Endspurt: Bauarbeiten an der neuen Aula der Sekundarschule in Brettin befinden sich in Endphase

Bald ist Schluss mit den Bauzäunen auf dem Gelände der Sekundarschule Brettin. Die Bauarbeiten an dem neuen Mehrzweckraum befinden sich in der Endphase. Kürzlich wurde das Bauwerk vorab an Vertreter der Schule übergeben.

Von Thomas Skiba
Hier haben die Schule, Firmen und beide Verwaltungen Hand in Hand gearbeitet. Die Sekundarschule Brettin mit einem neuen Stockwerk.
Hier haben die Schule, Firmen und beide Verwaltungen Hand in Hand gearbeitet. Die Sekundarschule Brettin mit einem neuen Stockwerk. Foto: Th. Skiba

Brettin - Pünktlich zur Zeugnis-Ausgabe soll die neu fertiggestellte Aula an der Sekundarschule Brettin, sagt Schulleiterin Dorothee Schwuchow bei der kürzlich stattgefundenen Übergabe der Räumlichkeit. Derzeit seien noch die Maler am Werkeln und verschönern mit letzten Pinselstrichen Flur, Toiletten und Küche, was dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut. Ein großer heller Raum ist in knapp einem Jahr entstanden, die Konstruktion hebt sich von den üblichen Funktionsbauten in Kastenformat ab.

950.000 Euro kostet das Bauvorhaben

Rund 950.000 Euro kostete das Bauvorhaben, der Zeitraum der Herstellung sollte bei einem Jahr liegen und außerdem war geplant, moderne licht- und wärmetechnische Gestaltungen einfließen zu lassen. „Wir sind im Kostenrahmen geblieben, haben den Zeitplan eingehalten und haben hier einen Raum, der höchsten Ansprüchen genügt“, erläutert der leitende Architekt Raimund Prill. Unter anderem wurde ein Sonnenschutz installiert, der sich je nach Lichtmenge und Sonneneinfall automatisch schließt oder öffnet.

Des Weiteren können die Nutzer der Aula über eine moderne Lautsprecheranlage kommunizieren und, so heißt es von Seiten der Kreisverwaltung, „das Stockwerk wird barrierefrei hergerichtet“.

Dazu soll in der nächsten Zeit noch ein Aufzug Erd- und Obergeschoß verbinden. Die Jerichower Bauamtschefin Julia Bolle informiert: „Träger der Maßnahme ist der Landkreis Jerichower Land.“

Projekt gemeinsam mit dem Bauamt Jerichower Land

Das Bauamt der Jerichower Stadtverwaltung, so Bolle weiter, kümmerte sich um die Ausführung und stimmte alle dazu notwendigen Schritte mit den Firmen und der Schule ab. Hier wusste Landrat Steffen Burchhardt (SPD) das Bauvorhaben in guten Händen: „Dass eine kleine Verwaltung wie die Jerichower Einheitsgemeinde solch ein Projekt stemmt, und zwar richtig gut, spricht für sich.“ Jerichows Bürgermeister Harald Bothe weiß um den Kraftakt und um seine engagierten Mitarbeiter, die das Projekt steuerten. „Einer allein ist ein armer Junge“, fasst er zusammen. Nur gemeinsam werde solch Vorhaben ein Erfolg, „hier hätten die Schule, Firmen und beide Verwaltungen Hand in Hand gearbeitet“. In die Planung aufgenommen wurde die Aula bereits 2014. Von da an ging es Schritt für Schritt an die Umsetzung: Das hieß, Gutachten erstellen, Architekturbüro beauftragen, Kostenvoranschläge einholen und zu guter Letzt Haushaltsmittel bereitstellen. „Das brauchte seine Zeit“, so Bothe und zeigt sich zufrieden, dass sie für die Baumaßnahme örtliche Handwerker gewinnen konnten.

Das Vorhaben sei in zwei Bauabschnitte geteilt worden, so Prill. Im ersten wurde die Hülle errichtet, dann erfolgte im nächsten Schritt der Innenausbau. Hier mussten die vorhandenen Versorgungsleitungen angepasst werden, auch mit dem Hintergrund der Mehrzwecknutzung. Das Stockwerk errichten die Bauarbeiter in Holzständerbauweise, erklärt Prill weiter, da sich bei den Untersuchungen des Fundamentes herausstellte, dass es eine Aufstockung in Massivbauweise nicht tragen könnte. „Also mussten wir es leichter bauen.“

Aula bietet Platz für 200 Schüler und Lehrer

Das gesamte Stockwerk wurde als ein großer Raum errichtet und steht für unterschiedliche Zwecke zur Verfügung, deswegen habe man von Beginn an WC-Räume integriert. So besitzt die Sekundarschule bisher keine Räume, in denen Schüler über die Klassenstärke hinaus zusammen sein könnten, wie der Architekt sagt, und das werde mit dem Bau ermöglicht. „Hier könnten bis zu 200 Schüler und Lehrer Platz finden.“ Immer öfter mache sich in den Kindergärten und Schulen Platzmangel bemerkbar. Die Kapazitäten seien an der Grenze, weshalb Erweiterungsbauten, seien es an Kindergärten oder in den Schulen, willkommen und notwendig seien.

Damit werde der Schulstandort Brettin und die gesamte Einheitsgemeinde aufgewertet, „denn junge Familien gucken zuerst: Wo ist der nächste Kindergarten und die nächste Schule?“ Landrat Burchhardt unterstreicht die Feststellung damit und sieht in der letzten Zeit eine Umkehr in der Demografie des Landkreises im Allgemeinen und im nördlichen Jerichower Land im speziellen. „Es ziehen wieder mehr Menschen her, auch wenn wir den Aderlass an jungen Leuten in den 90er Jahren noch nicht überwunden haben.“ Zu- und Wegzüge als auch die Bevölkerungsbewegung seien in Zeitspannen zu bewerten, die sich nach Jahrzehnten bemessen. Das Statistische Bundesamt gibt Burchhardt und Bothe recht: Seit der deutschen Vereinigung 1990 bis 2016 waren die Fortzüge nach Westdeutschland in allen Jahren höher als die Zuzüge. Doch von 2017 bis 2019 ergab sich sogar positive Binnenwanderung für Mitteldeutschland, die aktuell anhält.

Schulleiterin Dorothee Schwuchow und Jerichows Bürgermeister Harald Bothe nehmen das neue Stockwerk in Augenschein.
Schulleiterin Dorothee Schwuchow und Jerichows Bürgermeister Harald Bothe nehmen das neue Stockwerk in Augenschein.
Fotos: Th. Skiba