Genthin l Joe Carpenter präsentierte einen musikalischen Abend mit eigenen Titeln und Coverstücken. Hoppla, ist das nicht Udo Lindenberg, der da singt? Nein, sondern Joe Carpenter, Ratenower mit Genthiner Wurzeln. Bei seinem Auftritt im Plenarsaal des Kreishaus gab es die obligatorische Udo-Parodie mit dem Stück „Ich mach mein Ding“ gleich zu Beginn des Abends. Denn schließlich ist das Hamburger Original immer noch eines der großen Idole des Rathenowers.

Waschechter Entertainer

Es waren gemütliche und unterhaltsame drei Stunden, die der 44-Jährige den Zuhörern bot. Carpenter, nicht nur bestens bei Stimme sondern auch in Plauderlaune, präsentierte sich als als waschechter Entertainer, schüttelte Anekdoten aus dem Ärmel und erinnerte sich an seine Anfänge und die vergangenen fünf Jahre, in denen viel passierte seit das erste eigene Album „Frei“ veröffentlicht wurde.

„Früher gab es den Rhytmuscomputer ‚Herbert‘, meine Soundmaschine im Laptop heißt ‚Wolfgang‘“, witzelte der Sänger in Anspielung auf seinen Arrangeur Wolfgang Stölzle, der ihn neben Texter Faid Katta seit langem begleitet. Ja, es waren bewegte Jahre.

Selbst bei Radiosender vorgesprochen

Carpenter hatte sich sein Album geschnappt, bei verschiedenen Radiosendern quer durch Deutschland vorgesprochen und seine Musik in den Hitparaden untergebracht. Heute laufen Carpenter-Titel bei NDR plus, der Saarlandwelle, MDR Sachsen-Anhalt oder dem RBB. Seine Hits sind zahlreich und mussten ins Programm.

„Meer und Wind“, einst im Kreishaus Genthin uraufgeführt, natürlich das wunderbare „Verlier dein Lachen nicht“ und „Wenn sie könnte“. Auch seine Country-Vergangenheit als „Crazy-Joe“ ließ der Sänger aufleben und sang von dem„Urlaub auf der Ranch“.

Begegnungen mit Prominenten

Zwischendurch Erinnerungen an Begegnungen mit berühmten Musikkollegen, etwa Cisco Berndt von Carpenters frühen Helden „Truck Stop“, Musiker und Moderator Martin Jones. Lustig auch die Geschichte einer zierlichen junge Dame, die während eines Hochzeitsauftrittes Carpenters schüchtern fragte, ob sie auch kurz mal singen dürfe. Sie durfte.

„Ein paar Wochen später war ‚Ich will doch nur Spielen‘ der Hit des Jahres“, berichtete Carpenter. Die junge Dame war niemand geringeres als die aufstrebende Annett Louisan.

Idolen gehuldigt

Den berühmten Gesangskollegen huldigte der Rathenower immer wieder. Etwa Heinz Rudolf Kunze, dem verstorbenen Roger Cicero und Udo Jürgens oder auch Westernhagen. Dessen „Ich bin wieder hier“, präsentierte der Sänger mit wahrer Reibeisenstimme.

Aber vor allem die eigenen Stücke machten dem Publikum Spaß, was sich im lauten Mitsingen bemerkbar machte. „Das ist einfach toll, dass Ihr so mitmacht“, lobte Carpenter. Dafür gab es Lob zurück: „Joe ist einfach einer, der seinen Traum wahr gemacht hat und das was er machen möchte, lebt“, fand etwa Marina Conradi vom Veranstaltungsmanagement der Stadt.

Weiteres Album noch 2019

„Joe , du warst wieder Spitze, wir danken dir für den tollen Abend“, schrieb etwa Birgit Sehl über Facebook. Nach dem Konzert geht es für Carpenter gleich mit der Produktion des nächsten Albums weiter, das im Herbst erscheinen soll.

Bühnenpremiere werden die neuen Stücke am 25. Oktober ab 19.30 Uhr im Rathenower Kulturzentrum haben. Tickets finden Sie hier.