Kade l Im Zentrum von Kade, dem Gutspark, überwog am Sonnabend die Farbe Rot. Zahlreiche Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus der Einheitsgemeinde Jerichow und aus Genthin kamen mit ihren Einsatz-Fahrzeugen nach Kade, um ihren Kameraden zum 85. Geburtstag zu gratulieren, sich in den Festumzug einzureihen und anschließend zünftig zu feiern.

Verbundenheit mit der Feuerwehr

Auch die Vereine des Ortes zeigten ihre Verbundenheit mit den Brandschützern und waren mit Abordnungen, zu Fuß oder auf vier Rädern, vertreten. Selbst eine sportliche Komponente organisierten die Kader und setzten auf dem Beachvolleyball-Platz ein Straßen-Volleyball-Turnier an, das es an sportlichem Ehrgeiz mit so mancher höheren Liga aufnehmen konnte.

So bot sich den Teilnehmern und Gästen ein Volksfest dar, „und das soll es auch sein.“ Ortsbürgermeister Holger Wenslau war beeindruckt von der regen Teilnahme, ob Vereine oder befreundete Feuerwehren, und bekannte: „Ich bin stolz darauf, dass die Kader zusammenhalten und aus jedem Vereinsfest eine Feier für den gesamten Ort gestalten.“

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Verhältnismäßig junge Wehr

Zum 85. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Kade konnte Ortswehrleiter Sven Koch für seinen Abriss der Geschichte der Ortswehr aus einem großen Fundus an Ereignissen schöpfen. „Dabei sind wir eine verhältnismäßig junge Wehr“, setzt er die Kader Brandbekämpfer in Beziehung zu den Nachbarwehren wie Genthin oder Karow, die bedeutend mehr Jahre vorweisen können. Dabei habe es schon recht zeitig Zusammenschlüsse gegeben, „um sich im Brandfall zu unterstützen.“

Koch erinnerte an den Brandhilfeverein, geschlossen 1831, mit den Ortschaften Karow, Gollwitz oder Wusterwitz, um nur einige zu nennen. „Anfang des 20. Jahrhunderts schlossen sich dann Belicke und Kade zu einem Feuerlöschverband zusammen.“ Dieser gilt als Vorläufer der Kader Freiwilligen Feuerwehr. Schon recht früh war in Brandenburg-Preußen vieles, wenn nicht sogar alles, was gemeinschaftliche Aufgaben betraf, im Detail festgelegt: So musste ab 1900 jeder Einwohner Kades Spann- und Fußdienste im Falle eines Brandes leisten und „eine Feuerleiter als auch einen eisernen Feuerhaken“ vorhalten. Dazu gab es in Kade und dessen Ortsteilen Neubuchholz und Belicke jeweils eine Handdruckspritze und einen Wasserwagen.

25 in der Einsatzabteilung

Doch wurde den Bürgern am 10. September 1933, beim Brand eines Hauses, bewusst, das diese Festlegungen nicht mehr ausreichte. Es dauerte kaum ein halbes Jahr und am 20. Januar 1934 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Kade – mit 53 Mitgliedern. Aktuell zähle die Wehr laut Koch 25 Kameraden in der Einsatzabteilung, dazu kommen 15 Frauen, die aber nicht auf Einsätze fahren.

In der Jugendfeuerwehr lernen sieben Mädchen und Jungen die Grundlagen der Brandbekämpfung. Und die Alters- und Ehrenabteilung gibt Erfahrung weiter als auch ideellen Halt.

Zahlreiche Einsätze

Auch die leider zahlreichen Einsätze im Laufe der Jahre spricht Wehr-Chef Koch an und erwähnt den ersten und bisher größten Brand in Kade: Die durch amerikanische Bomber in Brand gesetzten 53 Scheunen, Ställe, dazu fünf Wohnhäuser. Hier zahlte sich die bis heute anhaltende Kameradschaft zwischen den Feuerwehren der umliegenden Orte aus, die damals versuchten, diesen Großbrand gemeinsam zu löschen.

2019 haben die Kameraden bisher zweimal ausrücken müssen. Koch hofft darauf, dass sich die Einsätze in Grenzen halten. Ja, die Kameraden seien bereit und ausgebildet, um Einsätze jedweder Art erfolgreich zu bestehen, so Koch, doch „der beste Einsatz sei der, der nicht notwendig ist.“

Das Fest endete mit einer Siegerehrung der Straßenvolleyballer und einem sich anschließenden Tanz für „Jung und Alt“. Ortschef Holger Wenslau brachte es nochmal auf den Punkt: „Die Kameraden der Feuerwehr sind die Stütze der Gemeinde – ohne sie geht nichts.“