Konzert

Genthiner Liedermacherin präsentiert musikalische Alltagsgeschichten für Senioren

Siegi Wilke besucht Einrichtungen mit Programm mit Stücken zum Mitmachen. Möglichkeit zum gemeinsamen Singen und für Gespräche.

Von Mike Fleske
Die Genthiner Liedermacherin Siegi Wilke während eines Auftritts.
Die Genthiner Liedermacherin Siegi Wilke während eines Auftritts. Foto: Siegi Wilke

Genthin - Wann gehört man zum alten Eisen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Liedermacherin Siegi Wilke in mehreren Mitmachkonzerten in Genthin und Brandenburg. Unter dem Titel „Altes Eisen und doch kein Schrott“ präsentierte die Liedermacherin ein musikalisches Programm in Seniorenzentren. Das Besondere an den Veranstaltungen war, dass die Zuhörer ganz aktiv mit in den Ablauf eingebunden waren.

Während die Politik darüber diskutiert, ob man Senioren den Führerschein abnehmen sollte oder nicht, oder wie viel Rente ein Arbeitsleben wert ist, zeige sie, dass auch Senioren einen wichtigen Part in der Gesellschaft übernehmen, erläuterte Wilke ihr Konzept. Mit starken Texten, einprägsamen Melodien und spartanischer musikalischer Begleitung nahm sie Alltagssituationen aufs Korn und zeigte, wo auch manch absurder Moment für das Leben Sinn stiftet. „Denn auch das Alter ist lebenswert, wenn man sich auch einigen Herausforderungen stellen muss.“

Thema mit Leichtigkeit und Optimismus präsentiert

Wilke, inzwischen selbst Rentnerin, hatte sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und die Gäste ließen sich von dem Optimismus und der Leichtigkeit, dem Mut und der Hoffnung, die die Liedermacherin mit im Gepäck hatte, anstecken und motivieren. „Das ist eine Veranstaltung, die ich sehr gern noch in vielen Senioreneinrichtungen unseres Landes vorstellen möchte. Das Konzept ist gut und hat sich vielfach bewährt,“ kommentierte Siegi Wilke ihre Darbietung.

Für die Einrichtungen sind solche Programme Teil der Erinnerungsarbeit mit den Senioren. So waren kürzlich im Johanniterhaus Genthin-Wald Petticoat und Schlager angesagt. Grund war der Besuch von Sänger Oliver Perau und Pianist Andreas Meyer aus Hannover.

Mit Musik Erinnerungen wachrufen

Die beiden sind Teil des Projektes „Klang und Leben“, das durch Musik aus der Jugend von Senioren dafür sorgen möchte, dass diese zum gemeinsamen Singen und Erinnern animiert werden. Und das klappte beim Freiluftkonzert im Garten bestens.

Auch Kreismuseumsleiterin Antonia Beran war kürzlich in Genthin-Wald zu Gast und erinnerte mit dem Museumskoffer an den Urlaub früher. So präsentierte sie nicht nur ein historisches Kofferradio, eine Thermoskanne und einen Tauchsieder aus DDR-Produktion, sondern auch eine Propangaslampe. Viele dieser Dinge habe es damals im Sportwagengeschäft, kurz „SPOWA“ gegeben.

Veranstaltungen sind Teil der täglichen Erinnerungsarbeit

Auch im Gepäck: die berühmte Florena Hautcreme. In Ermangelung von Sonnencreme habe man häufig diese verwendet. „Mit solchen Veranstaltungen regen wir gemeinsame Gespräche über Erfahrungen aus der Jugend unserer Bewohner an, denn dass sind Erinnerungen, die sehr lange erhalten bleiben“, hat einmal Katharina Willging vom Sozialen Dienst des Johanniterhauses erklärt.

Sowohl alte Gebrauchsgegenstände, als auch bekannte Evergreens oder Lieder mit einprägsamen Textzeilen können für diese Arbeit verwendet werden.