Photovoltaik-Anlage

Genthiner Stadtrat stimmt nächsten Planungsschritten für Solarpark auf Gelände der alten Deponie zu

Weil eine sichere Zufahrt zum Gelände nicht sicher war und Zauneidechsen umzusiedeln waren, mussten Planungsunterlagen für dei Solarpark nachgebessert werden. Nun können die Pläne für den Park öffentlich ausgelegt werden.

11.07.2021, 13:28 • Aktualisiert: 11.07.2021, 13:53
Die Stadt unterstützt das Projekt des Solarparkes. Foto: +++ dpa-Bildfunk +++
Die Stadt unterstützt das Projekt des Solarparkes. Foto: +++ dpa-Bildfunk +++ dpa-Zentralbild

Genthin - sm/ie

Der Planentwurf für einen Solarpark auf dem Gelände der alten Deponie kann nun öffentlich ausgelegt werden. Die Stadträte gaben in der Juil-Sitzung mehrheitlich grünes Licht zum 1. Nachtrag zum städtebaulichen Vertrag und zur von der unteren Naturschutzbehörde geforderten Ausgleichsbilanzierung, wobei es auch um die Umsiedlung einer Zauneidechsenpopulation geht.

Zuvor hatte es Probleme über die zunächst avisierte Zufahrt über das Gelände des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ) gegeben (Volksstimme berichtete). Erste Verhandlungen zwischen der Firma, die den Solarpark errichten will, der SUNfarmingGmbH aus Erkner, und dem TGZ brachten kein Ergebnis. Die Firma aus dem Brandenburgischen habe sich nach eigenen Angaben aber mit einem privaten Grundstücksbesitzer auf eine Nutzung von dessen Flächen einigen können, so dass die Zufahrt zum Gelände nun über diese gesichert sei.

Ausgleichsflächen außerhalb von Genthin

Dass die von der unteren Naturschutzbehörde geforderten Ausgleichsflächen nicht im Genthiner Raum liegen, monierte Sebastian Han (Pro Genthin) noch einmal. Fachbereichsleiterin Dagmar Turian machte aber deutlich, dass es in Genthin kaum Flächen gibt, die den Forderungen der Behörde genügen könnten. So erfüllt die Firma ihre Pflichten mit Hilfe von Naturexperten nun im „Stiftswerder in der Ohreaue“ und im „Kleinen Rott bei Jerichow“.

Die Stadt unterstützt das Projekt des Solarparkes. „Der Stadt entstünde durch die Nichtansiedlung der Sunfarming GmbH der Nachteil, dass diese dann die Investition an anderen Standorten außerhalb des Gemeindegebietes realisieren wird. Sie hat deutlich gemacht, dass sie auf eine zeitnahe Umsetzung der investiven Maßnahme angewiesen ist“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

Solarpark sinnvolle Belegung des Geländes

Die Stadt führt auch Gründe des Ressourcen- und Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit und der regionalen Wertschöpfung an, die dazu führen, dass der Anteil erneuerbarer Energien auch in ihrem Geltungsbereich erhöht werden müsse. Neben der Windkraft seien im ländlichen Raum besondere Potenziale für die energetische Nutzung von solarer Strahlungsenergie vorhanden. Dieses Ziel erfordere die Ansiedlung von Energie erzeugenden Gewerbebetrieben. Zudem ist das frühere Deponiegelände nur eingeschränkt nutzbar. Der Solarpark sei also eine sinnvolle Belegung.

Für die Stadt ist die Bebauung des Geländes der alten Deponie ein Beitrag zum Erreichen der Klimazielen der Bundesregierung im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Demnach soll bis 2025 der Anteil an erneuerbaren Energien von mindestens 40 bis 45 Prozent am Gesamtstromverbrauch erreicht werden.

Die Firma Sunfarming gilt als Experte in Sachen Solarstrom. Die Firma beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter an verschiedenen internationalen Standorten.