Tucheim l Mit dem Thema „Gewalt an Schulen“ machte der Regionalbereichsbeamte (RBB) der Stadt Genthin, Polizeihauptmeister Michael Kliemann, die Schüler der Klassen eins bis vier der Grundschule Tucheim vertraut. Dabei war die Wahrnehmung und das Verstehen des Themas entsprechend des Alters der Kinder unterschiedlich.

Gewalt gegen Personen und Sachen

Obwohl sie die Jüngsten waren, zeigten sich die 25 Erstklässler wissbegierig und arbeiteten eifrig mit. Was ist Gewalt? „Wenn man jemandem weh tut“, lautete die spontane Antwort. Auch wie jemandem Gewalt angetan werden kann, wussten die Erstklässler: „Kratzen, beißen, spucken, treten und schubsen.“ Bei der Frage, was „Gewalt gegen Sachen“ bedeutet, mussten die Kinder ein wenig überlegen. Michael Kliemann: „Wenn jemand mutwillig eine Fensterscheibe zerschlägt, eine Parkbank demoliert oder Graffiti auf fremde Sachen aufsprüht, das ist Gewalt gegen Sachen.“ Mit der Kategorie „seelische Gewalt“ konnten die Mädchen und Jungen zunächst wenig anfangen.

Als der Polizist ihnen erklärte, dass zum Beispiel Beleidigungen, Hänseln oder Mobbing dazu gehörten, fielen den Schülern auch Beispiele dazu ein. Michael Kliemann machte deutlich, dass „Gewalt mit Worten manchmal lange wirken kann. Das nimmt man mit nach Hause“. Besser sei es, Probleme im Gespräch zu lösen. Mit Blick auf so manches Videospiel und das Programm im Fernsehen meinte Michael Kliemann: „Ihr seid keine Pokémon, ihr seid Menschen.“ Die Kinder müssten lernen zu erkennen, „an welcher Stelle es dem anderen reicht“.

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Friedlich miteinander umgehen

Ziel sei es, dass man, ob zu Hause oder in der Schule, friedlich miteinander umgehe. „Hier ist auch der Klassenverband gefragt“, so Michael Kliemann. Wie man sich vor Gewalt schützen könnte, brachte die Mädchen und Jungen zunächst ins Grübeln. Michael Kliemann: „Bei den Erwachsenen durch Gesetze. Ihr Kinder habt Regeln, nach denen ihr euch richten solltet.“ Man sollte dabei beachten, dass das, was man selbst nicht mag, in der Regel auch der andere nicht möchte.

Wo findet man Hilfe? Hier wussten die Kinder Rat: „Bei Lehrern, Klassenkameraden, Eltern und der Familie sowie bei Freunden.“ Wenn man Gewalt beobachte, sollte man den Lehrer informieren. „Das ist kein Petzen, das ist Helfen“, machte der Regionalbereichsbeamte deutlich.