Spenden

Hilfe für Flutopfer kommt aus Elbe-Parey

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands berührt auch die Güsener. Schon zur Open-air-Veranstaltung mit der Partyband „Tänzchentee“ auf der Freilichtbühne hatten der Heimatverein „Wir sind Güsen“ sowie das Erlebnisdorf Parey jeweils 500 Euro für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gespendet. Auch die Besucher waren zum Spenden aufgerufen.

Von Bettina Schütze
Das Hochwasser der Ahr hat im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz große Schäden hinterlassen.
Das Hochwasser der Ahr hat im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz große Schäden hinterlassen. Symbolfoto: dpa

Güsen - Doch mit der Spendenaktion wollten sich beide Partner nicht zufrieden geben. Deshalb wurde nach Möglichkeiten gesucht, wie man weiter helfen kann. Zunächst konnte die Spendensumme der Besucher auf 1697 Euro nach oben korrigiert werden. „Es ist unglaublich, wie die Leute unserem Spendenaufruf nachgekommen sind“, waren auch am Mittwochabend Heimatvereinsvorsitzender Martin Müller und Vorstandsmitglied Thomas Krischker sichtlich beeindruckt. Und schließlich wurde die gespendete Summe der Besucher durch beide Partner auf 2700 Euro aufgerundet.

Das Spendengeld soll gezielt an eine betroffene Familie vergeben werden, waren sich alle einig. Und so suchte Nadine Thomas in den Sozialen Medien nach Möglichkeiten, wie man dieses Vorhaben umsetzen kann. Und sie wurde fündig. Sie fand eine betroffene Familie in Heimersheim im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, die nicht über eine Elementarversicherung verfügt. In einem sehr emotionalen Telefongespräch mit dem Familienvater Marcus (die Familie möchte nicht, dass ihr Nachname in der Zeitung genannt wird) erhielt sie eine Vorstellung davon, wie es ihm, seiner Frau und seinen beiden Kindern, sechs und acht Jahre alt, geht. Und es kamen noch einmal Bilder von dem Geschehen hoch, was den Menschen in den Hochwassergebieten widerfahren ist. Dieser betroffenen Familie soll nun das Spendengeld in Höhe von 2700 Euro auf schnellstem Weg zukommen. Mit der Familie möchte man in Kontakt bleiben.

Auch Sachspenden wurden aus den Reihen des Heimatvereins für die Familie angeregt. Da aber aktuell darum gebeten wird, keine Sachspenden mehr abzugeben, stellte man das erst einmal zurück. Martin Müller: „Die Familie wird auch in naher Zukunft Sachen benötigen. Dann können wir darauf zurück kommen und immer noch dringend benötigte Sachen dort hinbringen.“

Freude über Unterstützung

Derzeit sind die Menschen im Katastrophengebiet noch immer damit beschäftigt, den Schlamm zu beseitigen und das völlig zerstörte Mobiliar aus den Häusern zu entfernen. Nadine Thomas: „Marcus hat sich wahnsinnig über unsere angekündigte Unterstützung gefreut.“

Der Heimatverein „Wir sind Güsen“ und „Mein Lieblingsplatz“ wollen auch anderen Bürgern, die helfen wollen, die Möglichkeit geben, Geld für die Familie zu spenden. Dazu soll ein Paypal-Spendenkonto eingerichtet werden.

Wenn die Familie das Gröbste überstanden hat, gehen die Gedanken dahin, sie im kommenden Jahr einzuladen. Die Familie könnte dann in der Region ihren Urlaub verbringen und vielleicht eine Veranstaltung auf der Freilichtbühne in Güsen live miterleben.

Als Gruß an Marcus und seine Familie versammelten sich alle Beteiligten an der Aktion mit dem Spendenscheck zu einem Gruppenbild. Sie alle wünschen der Familie in Heimersheim, dass sie möglichst bald in ihr Haus zurück kehren und wieder ein normales Leben führen kann. Die Güsener sind mit ihren Gedanken und guten Wünschen bei der Familie.

Der Schlamm ist noch nicht vollständig aus dem Wohnhaus der Familie in Heimersheim entfernt worden.
Der Schlamm ist noch nicht vollständig aus dem Wohnhaus der Familie in Heimersheim entfernt worden.
Foto: Marcus
Mitglieder des Heimatvereins ?Wir sind Güsen? und ?Mein Lieblingsplatz? Parey sammelten Geld für eine Familie.
Mitglieder des Heimatvereins ?Wir sind Güsen? und ?Mein Lieblingsplatz? Parey sammelten Geld für eine Familie.
Foto: Bettina Schütze