Genthin/Jerichow/Elbe-Parey l Und es wurde doch vermählt. Als es im Frühjahr 2020 den ersten Lockdown gab, sah es fast so aus, als ginge 2020 als das Jahr in die Geschichte ein, in dem es keine Hochzeiten in der Region geben würde. Doch dann zog sich das Virus zurück und die Paare traten doch vor den Traualtar, ein ganz besonderes Zeichen, in diesem oft gescholtenen Jahr: Wir halten in der Krise zusammen und werden ein vermähltes Paar, für uns ist 2020 ein Glücksjahr.

Und es gab sie, die zahlreichen romantischen Momente. Im Kloster Jerichow, im Schloss Dretzel, auf dem Königsroder Hof, im Erlebnisdorf Parey sowie im Schloss Zerben in den Trauzimmern der Rathäuser gab es zahlreiche Hochzeiten. Einige davon sind den Lesern der Volksstimme noch im Gedächtnis. Etwa Doreen und Steffen Jericho, die nach ihrer Hochzeit in Königsrode von ihren Gästen mit unzähligen schimmernden Seifenblasen umhüllt wurden. Ganz ähnlich erging es Fabienne und Denny Wolle, die vor der Kirche mit Kanonenschlägen empfangen wurden. Danach ging ein Regen aus Papierschmetterlingen auf das frisch gebackene Brautpaar hernieder. Überhaupt war diese Trauung sehr individuell, machten doch die Musiker Vanessa Wenslau und Colin Grundt von der Genthiner Band „LAW“ ihre Aufwartung und umrahmten die Zeremonie musikalisch.

Schloss Dretzel lockt viele Gäste an

Eine feste Größe unter angehenden Brautleuten war auch im Jahr 2020 das Schloss Dretzel, wenngleich Hochzeiten mit großer Gästeschar oder im Freien eher die Seltenheit waren, gab es dennoch eine Reihe von Paaren, die das Schlossambiente für den schönsten Tag des Lebens nutzten. Und dabei gab es dann doch den einen oder anderen Sektempfang der Hochzeitsgäste unter freiem Himmel. Mancher mochte es auch ein wenig rustikaler. Denn auch das gab es: Hochzeiten im Gewölbe des Malzkellers des Klosters Jerichow. Die aus Brandenburg und Roßdorf stammenden Brautleute Mandy und Sven Müller hatten sich diesen Ort nicht ohne Grund ausgesucht, teilen sie doch die Leidenschaft für Ritterfestspiele und Mittelalterfeste.

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Da waren die altehrwürdigen Mauern natürlich genau das Richtige, wenngleich ganz standesgemäß in Anzug und Hochzeitskleid geheiratet wurde und nicht im Kettenhemd. Heiraten im Kloster – dazu nahmen zahlreiche Paare mit ihren Hochzeitsgesellschaften auch weitere Wege in Kauf. So kamen viele Paare aus dem Jerichower Land und darüber hinaus. 27 Paare gaben sich bis zum Spätsommer im Kloster das Ja-Wort, 24 im Rathaus, berichtete die Jerichower Standesbeamtin Anja Schünicke.

Einige Hochzeiten auch verschoben

Im Standesamt Elbe-Parey lagen im vergangenen Jahr insgesamt 74 Anmeldungen für Eheschließungen vor. „Einige wurden aufgrund der aktuellen Situation verschoben. Vom Brautpaar ersatzlos abgesagt wurden bisher zwei Trauungen“, erklärt Standesbeamtin Christin Winkler im Frühjahr 2020 nachdem die erste Welle der Pandemie vorüber war.

Manche Paare mussten vor der Hochzeit auch noch einige Turbulenzen überstehen. Davon konnten Monique und Guido Fauter berichten. Eigentlich sollte die Hochzeitsfeier in einer Gaststätte in Brandenburg stattfinden. Doch dort musste der Betreiber absagen. Rettung kam aus Genthin. Weil im Lindenhof eine Veranstaltung entfiel, konnten die Brautleute dort einkehren. So wurden sie in Tangermünde, der Heimat des Bräutigams, getraut und feierten in Genthin.

Traumhochzeit im Kloster Jerichow

Und dann gibt es auch ein ganz besonderes Paar, nämlich die Gewinner der Volksstimme-Traumhochzeit 2020: Ausgelost wurden Cindy und Felix Bräse, die im Herbst im Kloster Jerichow heirateten und sich einst beim Karneval in Genthin kennenlernten.

Sie erhalten ein Überraschungsgeschenk von der Volksstimme.