Genthin l „Mit dem Smartphone zu surfen, funktioniert bei uns überhaupt nicht gut“, berichten Anwohner in Wiechenberg. Der kleine Ort zwischen Genthin und Parchen liegt abseits der Hauptabstrahlung der großen Mobilfunkanbieter in einem Funkloch. Auch im nahe gelegenen Mützel berichten Anwohner etwa des Mollbergs immer wieder über Probleme bei der Funkverbindung.

Auf einer Online-Karte der Bundesnetzagentur sind die beiden Orte mit einer Mobilfunkversorgung dann auch nicht aufgeführt. Dort zeigen eigentlich Waben die Empfangsstärke an. Ein Blick auf die Karte belegt aber, dass die Kernstadt Genthin in einem Zeitraum von zwölf Monaten recht gut versorgt ist. Sehr gut ist das Netz etwa entlang der B1 vom Ortsein- bis zum Ortsausgang. Allerdings zeigen sich hier Unterschiede in der Abdeckung der verschiedenen Netzbetreiber. Während die Telekom und Vodafone hier mit dem aktuellen 4G am Start sind, bringt es Telefonica (zu dieser gehören O2 und E-Plus) nur auf eine 3G-Abdeckung. Diese schwächere Abdeckung gibt es auch entlang der Bahnlinie durch die Stadt Genthin. Durch die Telekom sehr gut versorgt ist die Altenplathower Straße und die anschließende Strecke über Nielebock bis nach Ferchland, wo es eine 4G-Abdeckung gibt. Durch die Telekom wird hingegen Genthin-Süd inklusive der Friedenstraße mit dem schnellen Standard abgedeckt.

Surftempo vom Anbieter abhängig

Genauso gut ist der Empfang in weiten Teilen der Genthiner Ortschaften Parchen, Dretzel, Gladau und Tucheim, Paplitz und Schopsdorf. Durch Telefonica ist der Bereich von Genthin bis Kader Schleuse und bis nach Karow im 3G-Netz abgedeckt. Wer also gute Surfgeschwindigkeiten haben möchte, ist nicht nur vom Standort, sondern auch vom Anbieter abhängig. Aber es gibt in der Gegend um Genthin auch Bereiche, in denen im vergangenen Jahr überhaupt keine Netzabdeckung gemessen werden kann. So wird es ab Abzweig Blockdamm bereits schwierig, in Richtung Kleinwulkow ist dann bereits keine Versorgung mehr gegeben. Allerdings gibt es mittlerweile wenige solche Versorgungslücken. Auch dank der Nutzermessung und der Funkloch-App der Netzagentur. Denn Nutzer können mittels der App die Verfügbarkeit der Netze von 2G bis 4G melden. 4G – der im Moment gebräuchliche Standard – lässt beim mobilen Surfen eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s zu. Dadurch bauen sich Internetseiten mobil schneller auf, lassen sich Videos ruckelfrei abspielen.

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Im Laufe des Jahres soll der Netzstandard 3G zugunsten des neuen und noch schnelleren 5G-Standards vollständig abgeschaltet werden. Auch deshalb ist eine Versorgung nach den neuen Standards wichtig. Mit der Breitbandmessung können Nutzer die Netzverfügbarkeit ihres Mobilfunknetzes erfassen und so auch vorhandene Funklöcher ermitteln. Mit einem Klick in der App wird die Messung gestartet. Ab diesem Zeitpunkt wird in regelmäßigen Abständen automatisch erfasst, ob eine Netzabdeckung vorhanden ist. Die zurückgelegte Strecke wird auf einer Karte dargestellt. Sobald der Nutzer die Messung stoppt, werden die Daten unter Angabe von Ort, Zeit und Mobilfunkbetreiber an einen zentralen Server übermittelt. Die Bundesnetzagentur schreibt in einem Informationsblatt, dass es nicht allein das Ziel sei, die Möglichkeit zu schaffen, dass Funklöcher gemeldet werden. Man wolle die Versorgungssituation aus Verbrauchersicht darstellen. „Die Ergebnisse werden auch mit den Netzbetreibern diskutiert.“ Allerdings weist die Bundesnetzagentur auch darauf hin, dass die Karte nur einen Eindruck der möglichen Verfügbarkeit vermitteln solle. Unter Umständen gebe es keine abschließende Auskunft über die vor Ort vorhandenen Netztechnologien.

Informationen zur Karte und zur App, gibt es im Internet unter breitbandmessung.de/funkloecher-erfassen.