Jerichow l Er habe für dieses Jahr 10.000 Flyer drucken lassen - die sind alle schon weg. Durch die vielen Kontakte, die sich durch die Musiksommer-Reihe und das Jazz-Festival ergeben haben, „wollte man von uns die Informationsblätter von Wernigerode bis Hamburg.“ Jetzt müsse wieder nachgedruckt werden, so Witt. Flyer sind das eine, doch auf welche Säulen will der Klosterchef die Öffentlichkeits- und Projektarbeit noch stellen?

Angedacht ist das Hervorheben der Exklusivität der Anlage, als auch der Möglichkeiten, die das Kloster bietet, in Sachen „Kultur mit Charakter“. Eigentümlichkeiten wie dem historischen Klostergarten, einer Geistbrennerei und ganz viel Spektakel in den mittelalterlichen Mauern wolle man mit Werbung in die Städte wie Hamburg, Berlin, Hannover oder Leipzig bringen.

Angebote sollen erweitert werden

„Orte, von wo aus Familien morgens, nach dem Frühstück losfahren, hier interessante Stunden verbringen und abends wieder zu Hause sind“, so Witt, schöner noch, würden die Gäste hier übernachten, „auch daran arbeiten wir.“ Derzeit habe sich das Kloster auf der „Grünen Woche“ vorgestellt, man wolle die Caravan-Ausstellung in Magdeburg, aber auch die Internationale Tourismus-Börse in Berlin zur Werbung nutzen. „Wir haben auch vor, die Angebote im Kloster zu erweitern“, betont Witt und will diese ebenfalls über die Region hinaus bekannt machen.

Dazu wolle Witt sich noch intensiver vernetzen, so mit anderen Städten wie Tangermünde und Havelberg. „Wenn man von Tangermünde die Türme des Klosters sieht, dann sollen die Touristen neugierig werden und auch zu uns kommen.“ Die besten Werber seien immer noch zufriedene Gäste, die hier das finden, was sie sich vorgestellt haben. Sei es der freundliche Mitarbeiter vor Ort, Konzerte und Feste, die viele Geschmäcker bedienen und, darauf legt Witt besonderen Wert: Kinderfreundlichkeit. „Wir sollen in diesem Jahr mit dem Blauen Herz ausgezeichnet werden“, freut sich der Klosterchef. Der Verein „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit aus Havelberg vergibt jedes Jahr diese begehrte Würdigung für vielfältigen Aktivitäten, die ein überregionales Zeichen für Kinderfreundlichkeit setzen.

Neue Tafelausstellung über Ziegelindustrie

Witt fundamentiert seinen Standpunkt: „Im letzten Jahr hatten wir hier über 1000 Kinder in verschiedenen Projekten betreut und in diesem Jahr werden es bestimmt mehr.“

Zeitgleich zur Eröffnung des Frühlingsmarktes, am 29. März, wollen Witt und seine Mitarbeiter ein weiteres Standbein zur Besuchergewinnung etablieren. Mit der Eröffnung der Tafelausstellung „Die Geschichte der Brandenburger Ziegelindustrie im 19. Jahrhundert“ möchte Museumsleiterin Josefine Telemann die Projektarbeit in Richtung Backstein-Manufaktur anstoßen. Die Herstellung und der Umgang mit dem altehrwürdigen Ziegel will sie theoretisch als auch praktisch als Dauerthema in der Klosteranlage anbieten. „Hier gehört es her“, so Telemann. Langfristig könne sie sich vorstellen, selbst Ziegel zu brennen – als Schauziegelbrennerei.

Brennerei von Backsteinen

Doch bis dahin wolle sie erstmal eine „kalte“ Produktionskette errichten, „damit die Gäste greifbar eine Vorstellung bekommen, wie Backstein früher hergestellt wurde.“ Witt geht noch einen Schritt weiter und zeigt sein Herz für die Kinder: „Jedes Kind sollte sich seien eigenen kleinen Backstein brennen können, dass wird unser Ziel sein.“ Am besten mit dem eigenen Namenszug, ganz individuell. Doch das sei Zukunftsmusik, betont Witt. Bisher können die Kinder zwar unter der Anleitung erfahrener Maurer Steine formen, jedoch nicht brennen.

In den Räumen des Backsteinmuseums soll die Projektarbeit mit den Kindern stattfinden, Backsteinherstellung, Schrifttum des Mittelalters, Kräuterverarbeitung und vieles mehr. „Unsere Mitarbeiter haben da viele Ideen.“ Er hoffe, dass mit dem Backsteinprojekt – praktisch als auch mit der Ausstellung – ein großer Schritt getätigt werde.