Genthin l Das Ende des Genthiner Johanniter-Krankenhauses kommt doch früher als erwartet. Franz Caesar, Geschäftsführer des Johanniter-Krankenhauses begründete: „Wir müssen bereits am 29. September 2017 die Patientenversorgung in Genthin einstellen, alles andere wäre unverantwortbar“. Ab 1. Oktober seien die 43 Mitarbeiter von der Arbeit freigestellt.

Mitarbeiter haben Krankenhaus verlassen

Die Mitarbeiter wurden während einer Versammlung am Vormittag über den Schritt informiert. Im Frühsommer war die Schließung des Krankenhauses zum Jahresende 2017 angekündigt worden. Seit Bekanntgabe hätten Mitarbeiter ihre Tätigkeit beendet, so dass der Klinikbetrieb nicht länger aufrechtzuerhalten sei, so Caesar. „Es ist verständlich, dass in dieser Lage viele Mitarbeiter ihre berufliche Zukunft sichern wollen und sich nach anderen Arbeitgebern umschauen.

Mit dem Ausdünnen des medizinischen Personals und der Unmöglichkeit, unter den gegebenen Bedingungen neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist eine gesicherte Rund-um-die-Uhr-Versorgung nicht mehr zu gewährleisten“, so Franz Caesar. Bereitschaftsdienste können zum Beispiel kaum noch abgesichert werden.

Verluste in Millionenhöhe

Der Beschluss der Landesregierung von 2004, das Genthiner Krankenhaus mit Fertigstellung der Bautätigkeit in Stendal 2019 zu schließen, war unumstößlich. Dazu kamen hohe Verluste. Der Geschäftsführer nannte währen eines Pressegespräches im Juni, Verluste von bis zu einer Million Euro jährlich, die die Johanniter auf Dauer nicht tragen könnten.

Was nach der Schließung mit dem Krankenhausgebäude passieren soll, haben die johanniter noch offen gelassen. Zu Gerüchten um einen Abriss, sagte Franz Ceasar: Einen Fördermittelbescheid für einen Abriss gibt es nicht." Noch sei die weitere Verwendung des Gebäudes offen. Das Genthiner Krankenhaus wurde 15. Juli 1868 eröffnet. Nach einer wechselvollen Geschichte fusionierten 2002 die Johanniter-Krankenhäuser Genthin und Stendal zum Johanniter-Krankenhaus Genthin – Stendal.