Genthin l Noch vor wenigen Tagen war eine Wand auf dem Hof des Jugendhauses grau und unansehnlich. Doch mit Hilfe von Guido Raddatz und Sebastian Bialloblotzki von der Brandenburger Firma „Colorful - Agentur für Gestaltung“ entstand am Sonnabend ein echtes Kunstwerk.

„Wir sind das bunte Haus am Wasserturm, und das zeigen wir jetzt auch durch das große Bild auf der Wand“, begründete Streetworkerin Petra Schiele. Die Brandenburger Künstler legten gemeinsam mit den Jugendlichen die Gestaltung fest. „Wir haben uns für Halbkreise in verschiedenen Farben entscheiden“, sagt Guido Raddatz.

Sanfte Farbübergänge

„Die Farbübergänge haben wir sanft gestaltet, damit die Wand kunstvoll aussieht und nicht wie eine halbe Dartscheibe“, erklärte Raddatz über das Bild. Das Fassadenverschönerungsprojekt wurde mit 1000 Euro aus dem Topf des Jugendforums finanziert, das im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ eingerichtet wurde. „Ich denke, dass es eine gute Sache ist, wenn wir unsere Umgebung kreativ gestalten“, fand Isabell Scharnetzky genau wie Mayen Miehe, Mitglied im Jugendforum. „Jeder konnte Ideen einbringen und mitmachen“, nannte Mayen einen weiteren Vorteil des Projektes. Das sei auch ein Anspruch des Aktionstages gewesen, bestätigt Guido Raddatz. „Wir wollten nicht sprayen und die Jugendlichen sollten uns zuschauen, sondern alle sollen gemeinsam arbeiten.

Bilder

So gab es für jeden etwas zu tun. Da wurden Ränder abgeklebt und Sprühdosen vorbereitet und unter Anleitung die Felder mit Farbe gefüllt. „Es war spannend, wie nach und nach das Bild entstand“, fand Sean Lennartz aus der Sekundarschule Brettin.

Gemeinsam etwas schaffen

Er war einer von zwei Schülern aus Brettin, die von ihrer Lehrerin für das Projekt gewonnen wurden. „Sie fand, dass es eine gute Sache ist, wenn wir uns mit einbringen und mir macht das auch Spaß.“ Freude an der Kreativität vermitteln, gemeinsam etwas schaffen, das Graffiti-Projekt vereint, was sich auch das Morus-Haus seit Langem auf die Fahnen geschrieben hat. Die bunten Farben an der Wand sind auch symbolisch für die Einrichtung gemeint: „Das ist ein sichtbares Zeichen für die bunte Vielfalt, wie es sie auch in unserem Jugendhaus gibt“, sagt Jugendhausleiter Ronny Harzendorf.

Im kommenden Jahr feiere die Einrichtung zudem ihr 25-jähriges Bestehen. „Wir gehen bunt in das Jubiläumsjahr“, freuen sich die Verantwortlichen. Rückenwind für das Projekt kam auch von ortsansässigen Firmen. „Solch eine Sache unterstützen wir gern“, hieß es von der Firma bau Müller, die das Gerüst zur Verfügung stellte.

Verbundenheit

Bei der Malerfirma Ebert & Telmes, die unebene Stellen in der Wand verputzte und ebnete, gab es sogar eine ganz besondere Beziehung zum Jugendhaus, denn Firmenchef Tobias Ebert war einst selber Besucher des Morushauses und zeigte so seine Verbundenheit mit dem Haus am Wasserturm.