Heimatgeschichte

Ortschaft Parey blickt auf eine lange Geschichte zurück

Die Ortschaft Parey blickt in diesem Jahr auf ihr 1053-jähriges Bestehen. Auf 303 Jahre kann die evangelische Dreifaltigkeitskirche im Jahr 2021 verweisen.

Von Bettina Schütze 05.08.2021, 15:45
Die heutige Kirche ist die dritte nachweisbare Kirche in Parey.
Die heutige Kirche ist die dritte nachweisbare Kirche in Parey. Foto: Bettina Schütze

Parey - Auch wenn es keine runden Zahlen sind, auf die Ortschaft und die Kirche verweisen können, ist es doch wert, einen Blick in die Geschichte von beiden zu werfen. Der Heimatverein Parey hat dies in einer Broschüre getan.

Der Ortsname Parey wurde erstmals in der sogenannten Stiftungsurkunde des Bistums Havelberg genannt. Das neugegründete Bistum von Otto I. wurde darin als Schenkung an den Bischof erwähnt. Genannt wurde auch die Hälfte des Waldes „Porei“ und „Porci“. Die Stiftungsurkunde soll den Quellen nach etwa zeitgleich mit der Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg ausgestellt worden sein.

In einer weiteren Urkunde, die zwischen 1003 und 1009 aufgesetzt wurde, wird der Wald „Poregi“ erwähnt. Die Insel „Poregi“ wurde 1150 beurkundet. Im Jahr 1367 wurden die heutige Schreibweise von „Parey“ sowie „Porey“ und „Juteken Porey“ gemeinsam genannt.

1499 wurden der Ort und das Schloss Parey durch ein Hochwasser zerstört. Die Bewohner siedelten sich daraufhin in „Lütgen Parey“, der heutigen Ortschaft, an. Von der frühen Besiedlung zeugen Knochen-, Werkzeug- und Gefäßfunde.

Geprägt durch Wasserläufe

Die Ortschaft Parey liegt an der Bahnnebenstrecke Güsen - Jerichow. Die Landschaft ist geprägt durch die Wasserläufe der Stromelbe mit den Überflutungsgebieten. Dazu gesellen sich die künstlichen Wasserstraßen wie der Elbe-Havel-Kanal und der Pareyer Verbindungskanal. Biotope bilden Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. In krassem Kontrast zur Elblandschaft steht der Kiefernwald der Zerbener Heide. Die Grundlage für die Landwirtschaft bilden fruchtbares Acker- und Grünland. Zur Gemeinde Elbe-Parey gehören sieben Ortschaften.

Die Heilige-Dreifaltigkeits-Kirche ist die dritte Kirche in Parey, die nachweisbar ist. Sie steht unter Denkmalschutz. Die Grundsteinlegung fand am 4. März 1698 statt. Der massive Bau mit Ziegeln wurde auf einem Fundament aus Feldsteinen gebaut.

Der Turm ist mit Schiefern gedeckt. Die Pareyer Bürger brachten ein Drittel der Baukosten in Höhe von 3250 Talern auf. Mehr als ein Drittel steuerte die Familie von Plotho bei. Durch Spenden von außerhalb wurde die Restsumme aufgebracht. Nach nur 19 Monaten Bauzeit konnte die Kirchweihe am 15. Oktober 1699 durchgeführt werden.

Drei Jahre später begann man mit der Ausstattung des Kircheninneren. Bildhauer J. Vorberg fertigte den Altar und die Kanzel an. J. C. Wöhler schaffte dann ab 1749 die Schnitzereien an den Adelsemporen.

Brände verursachten große Schäden

In den Jahren 1765 und 1911 verursachten Brände große Schäden an der Kirche. Durch Beschuss wurde das Bauwerk auch noch am 25. April 1945 beschädigt und der Altar dabei zerstört. Der neue Altar wurde im Jahr 1954 geweiht. Er wurde nach dem alten Vorbild angefertigt. In den Jahren 1992/93 wurde die Kirche im Inneren restauriert. Die Plotho-Loge auf der Nordseite wurde 1995 instand gesetzt. Der Turm erhielt im Jahr 1997 einen neuen Farbanstrich.

Heute zählt die Pareyer Kirche zu den schönsten Großkirchen, in der auch musikalische Veranstaltungen mit moderner Technik stattfinden. Nach Anmeldung können die Kirche und die Familiengruft derer von Plotho besichtigt werden.

Weitere technische Denkmäler in Parey

Parey kann auch einige technische Denkmäler vorweisen. Dazu gehören die Paltrockmühle, die Zweistufenschleuse Parey, die Holzkabelkrananlage und der Ringbrandofen.