Genthin l Verwundert zeigten sich seit geraumer Zeit mehrere Anwohner der Großen Schulstraße darüber, dass vor dem Haus III des Gymnasiums zwar ein absolutes Halteverbot eingerichtet ist, aber die Parkflächen optimal geweißt und dadurch perfekt zu erkennen sind.

Elterntaxis umleiten

„War das ein Versehen oder ist dies eine neue Methode der Stadt Genthin, zusätzliches Geld von ortsunkundigen Besuchern in die Stadtkasse zu spülen?“, fragt etwa Leser Thilo Voigt etwas ironisch. „Weder noch“, antwortet Bürgermeister Matthias Günther (parteilos). „Dort ist eine Zone zum Bringen und Abholen der Schüler geplant.“

Diese Zone solle sowohl von Eltern der Grundschüler als auch der des Gymnasiums genutzt werden. „Das Thema ‚Bringezone‘ vor dem Haus III ist eine Idee der Grundschule Mitte, die wir gern unterstützen, um dem Phänomen ,Elterntaxi‘ in der Jahnstraße zumindest ein Stück Herr zu werden“, bestätigt Schulleiter Volker Schütte vom Genthiner Bismarck-Gymnasium die Planungen.

Mehr Verkehrssicherheit

Grundschulleiter Ingo Doßmann erklärt: „Es geht bei der Idee einfach darum, eine verkehrssichere Situation zu schaffen.“ Derzeit sei es so, dass besonders morgens die Eltern ihre Kinder mit dem Auto in der Jahnstraße bis vor die Schule bringen. Die Straße ist aber besonders am Vormittag stark frequentiert.

So halten die Elternfahrzeuge am Straßenrand, Schüler kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule und überqueren oft zwischen den Autos die Straße. „Es kommt nicht selten zu gefährlichen Situationen“, berichtet Doßmann. So seien Elternvertreter mit dem Wunsch an die Schulleitung herangetreten, einen festen Bereich für die Anfahrt zur Schule zu schaffen. „Wir haben den Wunsch an die Stadt herangetragen, und die Große Schulstraße erscheint am sichersten“, sagt Doßmann.

Weitere Gespräche geplant

Wenig Verständnis zeigen einige Anwohner für das Vorhaben, da erneut Parkflächen wegfielen. „Wir benötigen die Flächen eigentlich nur zwischen 6 und 8 Uhr vor Schulbeginn und zwischen 12 und 17 Uhr zum Schulende“, versucht Doßmann eine Brücke zu bauen. Ob sich dadurch eine einvernehmliche Regelung treffen lässt, müsse sich in weiteren Gesprächen mit den Beteiligten zeigen.

Sich zu informieren, sei ein gutes Vorgehen, sagt Anke Strehlow, Schulleiterin der Ecole-Grundschule in Barleben. Die dortigen Planungen zur Bring- und Abholzone nehmen sich die Genthiner zum Vorbild. „Es ist keine einfache Sache, wir sind seit dem Frühjahr 2017 in der Planung“, berichtet die Schulleiterin.

Eltern einbeziehen

Wichtig sei: „Die Eltern einzubeziehen und nicht als Gegner zu sehen“ und „einen Verkehrsingenieur auf die Planungen schauen zu lassen“, so Strehlow. Dieser hätte einen fachbezogenen Blick und könnte wichtige Hinweise zur Verkehrssicherheit geben.

Die Barleber haben sich mit Vertretern des Elternrats, der Polizei und der Verkehrswacht zusammengesetzt, um die Wünsche und Möglichkeiten abzuwägen. „Ein Schnellschuss ist aber wenig sinnvoll“, meint Anke Strehlow mit Blick auf die ersten Planungen an ihrer Schule. Den wird es in Genthin auch nicht geben.

Auch hier werden sich die Beteiligten inklusive Stadt erst informieren. Zudem steht auch die Entscheidung des Landkreises über den Verlauf des Abrisses des Haus II an. Während der Arbeiten an dem Gebäude, wird es keine Bringzone in der Schulstraße geben.