Genthin l Dass Sport und gesunde Ernährung einander ergänzen und zu einem fitten Körper beitragen, ist nichts Neues. Dass sich beides auch perfekt mit Naturschutz und Bildung kombinieren lässt, beweist das Projekt „Sport und Bildung naturnah“, welches vom Kreissportbund des Jerichower Landes initiiert wurde und an dem kürzlich 18 Neuntklässler der Sekundarschule „Am Baumschulenweg“ mit ihren Lehrerinnen teilgenommen haben.

„Wir haben nachgedacht, wie wir das Sportjugendzentrum besser nutzen können und haben überlegt, die Schulen einzubeziehen“, erklärt Steffan Göhler, Geschäftsführer des Kreissportbunds, wie die Idee entstanden ist. Es gehe um den Bildungscharakter und sportliche Betätigung in der Natur. „Vielleicht gewinnen die Schüler dadurch einen neuen Blick auf gesunde Ernährung, Sport und Umweltschutz“, beschreibt Steffan Göhler die Zielsetzung des Projekts.

Dieses wurde im Ausschuss für Bildung und Kultur des Landkreises besprochen und angeregt. Deshalb hat sich auch Landrat Steffen Burchhardt ein Bild davon gemacht. „Das Konzept hat uns im Ausschuss überzeugt. In Genthin haben wir gute Bedingungen vorgefunden, weshalb wir das Pilotprojekt hier gestartet haben. Aber der Landkreis hat viele starke Vereine, die sich daran beteiligen können“, sagt er und ergänzt: „Nun geht es aber erst einmal darum, Erfahrung zu sammeln und zu schauen, wie es bei den Schülern ankommt. Danach wird entschieden, ob wir es weiterführen.“

Bilder

Teamgedanke durch Sport und Essenszubereitung

Wenn es nach dem Kreissportbund sowie den Schülern und Lehrern geht, auf jeden Fall. „Ich finde es schön, dass es die Anlage gibt und das Projekt hier umgesetzt wird“, sagt Lehrerin Karin Geitner. Ihre Kollegin Monika Rücknagel fügt hinzu: „Sport und gesundes Essen zubereiten ist eine gute Kombination. Bei beidem müssen sich die Schüler absprechen. Das stärkt auch den Teamgedanken.“

Steffen Burchhardt nickt. „Ich hätte mich gleich an dem Basketball- und dem Volleyballplatz ausgetobt“, sagt er lachend. Denn Sport kann – wie es bereits der Name verrät – am Sportjugendzentrum reichlich betrieben werden. Von dem benannten Volley- und Basketball über Tischtennis bis hin zum Kanufahren wartet ein reichhaltiges Repertoire auf die teilnehmenden Schulklassen.

In der Natur geht es indes nicht nur sportlich zu. So waren die Schüler beispielsweise auf einer Bienenwiese, wo ihnen ein Imker erklärt hat, wie Honig entsteht und was man daraus herstellen kann – nämlich unter anderem auch Gummibärchen, wie Steffan Göhler sagt.

Sport macht hungrig

Vom Honig ist der Weg zu anderen gesunden Nahrungsmitteln nicht weit. So haben die Schüler Obstsalat mit Äpfeln, Bananen und Aprikosen, ebenso wie Nudel- und Tomate-Mozarella-Salat zubereitet. Auch Sandwiches und Smoothies sorgten für ein ebenso ausgewogenes wie gesundes Mahl. Und Hunger hatten die Schüler nach ihren Tätigkeiten im Freien reichlich.

„Hier in der Nähe des Kanals können wir den Schülern zeigen, wie das Leben am und im Wasser funktioniert“, erklärt Steffan Göhler einen weiteren Projektpunkt. Dies wurde mit einer Kanufahrt auf dem Altenplathower Altkanal kombiniert, was den Schülern große Freude bereitete.

Anekdote vom Landrat

Auch Steffen Burchhardt erzählt daraufhin eine Anekdote von einer Kanutour auf der Elbe. Dabei seien er und die anderen Insassen gekentert. Nur mit Mühe sei es den Hobbykanuten anschließend gelungen, das Ufer zu erreichen. Und das gerade rechtzeitig, bevor ein Gewitter begann.

Ein solches hatten die Schüler bei ihrem Projekttag nicht zu befürchten, sodass es ein rundum gelungener und zugleich lehrreicher Tag wurde, dem nach der einhelligen Meinung der Beteiligten hoffentlich noch viele folgen werden.

Zwar richtet sich das Projekt in erster Linie an Viert- bis Zwölftklässler. „Aber auch für jüngere Schüler finden wir eine Lösung, das Konzept umzusetzen“, meint Steffan Göhler. Neben der Sekundarschule „Am Baumschulenweg“ haben bisher auch die Brettiner Sekundarschule und das Bismarck-Gymnasium ihr Interesse daran bekundet.