Genthin l Er ist ein lang gehegter Wunsch der Parchener: der Neubau der Brücke, die als Teil der Parkstraße den Parchener Bach überquert. Die Brücke, so Parchens Ortsbürgermeister Hubert Schwandt zu Beginn des Jahres, stelle im Dorf einen Knotenpunkt dar, um fußläufig sicher die Kita, das Schloss, die Klapperhalle oder das Feuerwehrdepot und andere wichtige Einrichtungen im Ort zu erreichen.

Derzeit müssen Fußgänger die teilweise auch sanierungsbedürftigen Wege direkt an der viel befahrenen innerörtlichen B 1 in Anspruch nehmen. Die Parchener sehen hier ein besonderes Gefährdungspotenzial für Kinder und Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind. Die Brücke über den Parchener Bach als Teil der Parkstraße war im Oktober 2014 von Mitarbeitern der Stadt auch für Fahrradfahrer und Fußgänger gesperrt worden, nachdem sie schon zehn Jahre zuvor für Autos tabu geblieben war.

Aufwertung mit Blick auf Radwegebau

Nachdem ein Gutachten zu dem Schluss gekommen war, dass die Brücke einsturzgefährdet sei, wurde sie endgültig dicht gemacht. Jetzt kommt Hoffnung auf, Dagmar Turian, Fachbereichleiterin Bau der Stadt Genthin, machte in der vergangenen Woche darauf aufmerksam, dass die Möglichkeit bestehe, Mittel aus der neuen Förderperiode des europäischen Leader-Programmes zu beantragen, die einen touristischen Mehrwert für die Region zum Ziel hat. Diese könne unterstellt werden, so Turian, und gewinne mit der Anbindung an den Radweg zwischen Parchen und Genthin an Bedeutung.

Für die Parchener ist es ein Hoffnungsschimmer, hatten sie sich im vergangenen Jahr doch sogar schon selbst um Finanzhilfen bemüht. Allerdings machte die Fachbereichsleiterin auch deutlich: „Es ist nicht so, dass wir den Antrag stellen, in die Rangliste kommen und dann sofort mit den Arbeiten beginnen können.“ Wirklich konkret könnte eine Umsetzung erst in einigen Jahren werden. Im Blick hat die Stadt einen Zeitraum zwischen 2022 und 2025. Auch müsse berücksichtigt werden, dass die Stadt einen Eigenanteil zu leisten habe. „Wir können mit einer Antragstellung ein Zeichen setzen.

Radwegesystem zwischen Ortschaften

Neben der Parchener Maßnahme soll auch der Ausbau des touristischen Radwegesystems zwischen Genthin, Mützel, Fienerode, Tucheim und Parchen in mehreren Abschnitten gefördert werden. In Mützel solle ein Antrag für die touristische Aufwertung des dörflichen Gewässers der Zernau. gestellt werden. Damit solle der Bereich attraktiv für Ausflügler aus der Region gemacht werden, Stadt und Dorf stärker in Kontakt gebracht werden. Bereits für dieses Jahr hatten die Mützeler Vereine ihr gemeinsames Sommerfest an der Zernau geplant. „Leider mussten wir diese Veranstaltung aufgrund der Corona-Situation absagen“, erklärte Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt. Eine Aufwertung des Geländes stößt auf das Wohlwollen vieler Mützeler.

Viele Genthiner warten auf einen Fortgang im Hinblick auf den Volkspark in Altenplathow. Um die Möglichkeiten der Landschaftsgestaltung aufzuzeigen, wird derzeit ein Gutachten von der Berliner Gartenbauarchitektin Katharina Baumgart erstellt. Dieses soll dann für zukünftige Veränderungen als Anleitung dienen und wird den Baumbestand und die historische Substanz berücksichtigen. Dazu meint Dagmar Turian: „Maßnahmen im Volkspark selbst sollten aus der aktuell in Bearbeitung befindlichen Konzeption entwickelt werden und in den folgenden Jahren mit konkreten Anträgen untersetzt werden.“