Genthin l Erfolgreiche Verhandlungen: Die Mitglieder der Schülerfirma Krea(k)tiv bieten ausgewählte Töpferwaren nun auch in der Touristinformation an. Lehrerin Anke Rönck hatte die Zusammenarbeit angeschoben. „Ich war in der Touristinformation und habe den Vorschlag unterbreitet, dass es eine Zusammenarbeit gibt“, berichtet sie.

„Ich war von der Idee sofort begeistert“, bestätigte Marina Conradi von der Stadt Genthin, die für die Touristiformation zuständig ist. „Wir wollen dabei natürlich etwas anbieten, was für Genthin typisch ist, sodass wir auf den getöpferten Wasserturm gekommen sind“, so Conradi.

Neue Gießform

Dass die Schülerfirma größere Serien des Dekoturms herstellen kann, ist möglich, da die Firma eine neue Gießform besitzt, mit der in der Produktion gleichbleibende Ergebnisse erzielt werden können. „Wir haben den Wasserturm auch schon frei Hand hergestellt, aber da war nicht immer gesagt, dass die Stücke auch gelangen“, erzählt Annabell Ziemert von der Schülerfirma.

Mit der Form werde nun ein Rohling in Ton erstellt, der weiterbearbeitet werden kann. „Es gibt immer noch Möglichkeiten die Gestaltung abzuändern, sodass die Türme alle etwas unterschiedlich sind.“ So gibt es einige Varianten, deren Fassade verziert ist, es gibt hellere und dunklere Brauntöne.

Drei verschiedene Ausführungen

Auch können die Wassertürme unterschiedlich verwendet werden. Die Touristinformation hat drei unterschiedliche Varianten im Angebot. „Es gibt einen Dekowasserturm, einen Wasserturm als Spardose und einen als Teelicht. Jeder Käufer wird zudem eine kleine Visitenkarte der Schülerfirma bekommen, sodass die Firma als Ansprechpartner für Töpferwaren in der Stadt und vielleicht darüber hinaus bekannt gemacht wird.

Denn das Angebot hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr erweitert. Von dekorativen Anhängern bis hin zu Vasen, kleinen Wanduhren oder Schalen, die Schüler machen ihrem Namen alle Ehre und sind kreativ und aktiv, was das Töpfern angeht. Vielleicht gibt es auch zur 850-Jahr-Feier Genthins, spezielle Artikel.

„Es wird auch darauf geachtet, dass sich die Stücke oft für etwas nutzen lassen, wie im Falle der Wassertürme als Spardose oder Licht“, fügt Lehrerin Monika Beudt hinzu, die die Firma mit Anke Rönck betreut. Denn so könnten die Keramikartikel in den Alltag integriert werden. „Etwas Besonderes bleiben sie auf jeden Fall.“ Durch die Zusammenarbeit mit der Touristinformation werden Stücke aus der Töpferfirma nun dauerhaft angeboten. Bislang war es zumeist so, dass die Schüler ihre Produkte auf Märkten und bei Veranstaltungen anboten.

Schüler bei Veranstaltungen vor Ort

Etwa beim Kartoffelfest oder beim Tag der Regionen waren Mitglieder der Firma vor Ort und betreuten einen Stand. „Das machen wir auch weiterhin“, sagt Amina Abdulla. Unter anderem seien die Schüler beim Weihnachtsbasar im Georg-Stilke-Haus in der Einsteinstraße (23. November) dabei. Von den Erlösen aus den Verkäufen, wird zum einen der laufende Betrieb finanziert, also etwa Rohmaterial wie Ton und Farben eingekauft, die Schüler rechnen dabei selbst ab und führen Bilanzen.

Zum anderen veranstalten die Firmenmitglieder regelmäßig ein öffentliches Töpfern für Jedermann. „Dann kann jeder, der das Töpfern mal versuchen möchte, vorbeikommen und mitmachen“, macht Adrian Ziemert Werbung. Die Schüler stünden insbesondere den unerfahrenen Teilnehmern zur Seite. Nicht nur beim Gestalten einer schönen Töpferarbeit, sondern auch bei der weiteren Bearbeitung, etwa der Glasur.

Werkstücke werden vor Ort gelagert und gebran

Vorteil des Töpferns in der Schülerfirma ist, dass die Werkstücke dort gelagert werden und trocknen können. Zudem lassen sich die Töpferwaren, wenn sich genug angesammelt hat, im Ofen der Firma brennen, was für die lange Haltbarkeit unbedingt notwendig ist. So würden vom Schaffen eines Artikels bis zur endgültigen Fertigstellung gut und gerne 14 Tage bis drei Wochen vergehen. „Töpfern ist etwas, das immer Zeit braucht“, sagt Monika Beudt. Aber dafür seien die mit der Hand hergestellten Keramiken von um so größerem ideellen Wert.

Der nächste Termin des öffentlichen Töpferns findet Mittwoch, 4. Dezember, von 15 bis 18 Uhr statt.