Schauspielerin erläutert Möglichkeiten, positiv auf andere Menschen zu wirken

Schüler lernen die Körpersprache zu deuten

Von Mike Fleske

Die Wirkung der eigenen Körperhaltung auf andere Menschen ist nicht erst in Ausbildung und Beruf ein wichtiger Punkt. Davon konnten sich die Mitglieder der Schülerfirma der Sekundarschule Am Baumschulenweg während eines Seminars überzeugen.

Genthin l "Wie wirkt es auf euch, wenn ich mit verschränkten Armen vor euch stehe?", fragte Seminarleiterin Andrea Naurath. "Abweisend", "Zurückhaltend", fanden die Schüler. Allerdings sei diese Haltung auch bequem, auch wenn es von anderen nicht immer so gedeutet werde.

In einem Workshop lernten die Mitglieder der Schülerfirma "KREA(K)TIV bei Präsentationen frei vor anderen zu reden und erfuhren dabei auch mehr über die Wirkung, die bestimmte Gesten auf andere Personen haben. "Gut ist es, anderen mit einer offenen Haltung gegenüber zu treten", empfahl Naurath.

Die Körpersprache habe viel mit der Körperhaltung zu tun. Wie stark die Aufregung vor Referaten vor der Klasse ansteigen kann, wussten auch die Schüler zu erzählen. "Ich bekomme einen roten Kopf" oder "Ich beginne zu schwitzen", lauteten einige Erfahrungsberichte. Seit einigen Jahren gibt die Schauspielerin Seminare.

"Ziel sei, Hemmungen abzubauen, wenn man mit anderen Menschen zu tun hat oder vor anderen reden muss", erläutert sie. Mit einigen Übungen verdeutlichte die Schauspielerin, wie die Körperhaltung auf die Stimmung wirkt.

Aber nicht nur Schüler hätten Furcht, sich vor anderen zu blamieren. "Ich kenne Führungskräfte, die an und für sich sehr selbstbewusst auftreten, wenn sie aber vor einer großen Gruppe sprechen müssen, werden sie nervös."

Der ganze Körper reagiere dann anders. Wichtig sei, dass man sich seiner Fähigkeiten bewusst werde und die Signale kenne, die man durch seine Körperhaltung aussende. Man könne sich auch durch seine Körperhaltung entspannen, erläuterte Naurath.

"Angela Merkel hält vor Reden ihre Hände zu einer Raute gefaltet." Dadurch strahle die Kanzlerin eine gewisse Ruhe aus, hatte die Seminarleiterin ein prominentes Beispiel für die Wirkung durch die Körpersprache parat. Auch könne eine gute Vorbereitung die Nervosität nehmen. Außerdem verliere man durch eine gewisse Routine einiges von dem Lampenfieber. "Ein wenig Nervosität ist normal, schließlich ist man so konzentrierter auf die eigene Rede", erläuterte Naurath. Nach einiger Zeit sollte man im besten Fall zumeist automatisch ruhiger werden, so die Trainerin.

"Die Schüler können das Gelernte nicht nur im Unterricht gebrauchen", erläuterte Lehrerin Monika Beudt. Derzeit nimmt die Sekundarschule an einem Schülerfirmen-Contest teil. Dort liegen die Genthiner derzeit mit 288 Stimmen auf dem 8. Platz.

"Ziel ist es, eine Top-10-Platzierung zu halten", so Beudt. Sollte die Schule am Ende in Berlin ausgezeichnet werden, müssten sich die Schüler ebenfalls vor einem Publikum präsentieren.

Abstimmen ist unter www.bundes-schuelerfirmen-contest.de weiterhin möglich.