Altenplathow l Schlaglöcher habe es, so Anwohnerin Burghild Koch, in der Straße „In den Heinungen“ in der Silva-Siedlung in Altenplathow bereits zu Zeiten von Bürgermeister Wolfgang Bernicke gegeben. Der ist 2013 in den Ruhestand gegangen. Schon damals habe sie sich, erzählt sie vor Ort in einem Gespräch mit der Volkssstimme, deshalb ans Bauamt der Stadt gewendet. Geldmangel wurde ihr beschieden, als sie fragte, warum nichts passiere. Aber sobald wieder Geld da sei, würde ihre Straße drankommen. Als wieder Geld im Stadtsäckel klimperte, hätte dann der Neubau eines Fahrradweges Vorrang gehabt. Heute schreiben wir das Jahr 2020. Es hat sich immer noch nichts getan. Das heißt, es hat sich schon etwas getan, nur in die entgegengesetzte Richtung. Die Straße „In den Heinungen“ ist heute ein einziges Schlaglochnetz und bei Regen, wie am vergangenen Montag, bilden sich überall kleine Seen. „Ich kann die Autofahrer sogar verstehen, wenn sie immer öfter auf den Fußweg auf unserer Straßenseite ausweichen“, sagt Burghild Koch. „Auf der anderen Seite gibt es keinen Fußweg und sie sind gut beraten, nicht durch die inzwischen ziemlich tiefen Schlaglöcher zu fahren.“ Nachbarin Roswitha Benroth pflichtet ihr bei: Irgendwie müssten Autofahrer ja die Stoßdämpfer ihrer Wagen vor solchen tiefen Löchern auf der Straße schonen.

Auch das Postauto nähme inzwischen täglich den Fußweg und da verwundere es auch nicht mehr, dass dieser Fußweg inzwischen selbst zu einer Schlaglochfalle zu werden drohe. Einige Seen haben sich jedenfalls schon bis auf den Bürgersteig vor Burghild Kochs Haustür ausgeweitet. Wenn das so weitergehe, werde der Fußweg bald unbenutzbar, weil er eine einzige Sturzgefahrenquelle darstelle, klagt sie.

Flickwerk hilft nicht mehr

Der Vollständigkeit halber will Burghild Koch auch erwähnt wissen, dass ab und an ein Bauarbeiter vorbeigekommen sei und in die Schlaglöcher ein „paar Schippen Splitt“ geworfen habe. Die seien aber sehr schnell von den Reifen der Autos wieder raus- und auf den Fußweg geschleudert worden. Von wo die Anwohner – zur Reinigung verpflichtet – sie schnellstmöglich weggekehrt hätten. Vor Jahren seien auch einmal ein paar Stellen „geflickt“ worden, erinnert sie sich. Aber Flickwerk helfe bei einem Schlaglochnetz wie „In den Heinungen“ schon lange nicht mehr. Ein kleines Kind, das durch die Pfützen springen wollte, so Burghild Koch, hätte mit seinen Gummistiefelchen bis zu den Knien in einem der Schlaglochseen gestanden.

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Der „Leistungsbedarf für die Straße In den Heinungen“ sei der Stadtverwaltung bekannt, antwortet Bürgermeister Matthias Günther schriftlich auf eine entsprechende Nachfrage der Volksstimme. Im Zusammenhang mit dem Sanierungsbedarf für die benachbarten Straßen Dorfkienen und Hubertusweg seien für „In den Heinungen“ ebenfalls „Leistungsanforderungen“ erarbeitet worden. Tatsächlich saniert worden sind nur Dorfkienen und Hubertusweg. Da der Ausbauzustand und die Ausbauart auch im Bereich „In den Heinungen“ einen größeren Sanierungsaufwand nach sich ziehen würde, so schreibt der Bürgermeister weiter, bedürfe dies eines entsprechenden Haushaltsnachweises, der nicht über die allgemeine Straßenunterhaltung abzudecken sei. Weshalb dieser Bedarf – wie schon in den vergangenen Jahren – auch wieder mit in die Haushaltsdiskussion des Stadtrates 2021 einbezogen werde. Auf die Frage, „was wird akut gemacht, um den gefährlichen Zustand abzumildern?“ antwortet Bürgermeister Matthias Günther der Volksstimme: „Auf Grund der örtlichen Straßenverhältnisse bietet eine Kleinreparatur keinen angemessenen Sanierungserfolg. Dennoch werden die diesbezüglichen Möglichkeiten zeitnah vor Ort geprüft.“