Altenplathow l „Wir machen in der Nacht kein Auge mehr zu“, echauffiert sich ein Anwohner der Altenplathower Schmiedestraße. Statt die ausgeschilderte Umleitungsstrecke über die Altenplathower Straße zu nutzen, führen Lastwagenfahrer massiv über den Hasenholztrift und die Schmiedestraße durch den Ortsteil.

„Wenn die Lastwagen hier vorbeibrettern, scheppert es unangenehm laut, dabei ist die Straße gar nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt“, meint eine Anwohnerin, die sich ebenfalls gestört fühlt. Beide Anwohner wollten nicht mit Namen genannt werden.

 „Ich weiß nicht, ob die Lastwagenfahrer lesen können oder das Umleitungsschild nicht ernst nehmen, aber wir haben mittlerweile ein massives Verkehrsaufkommen vor unserer Haustür“, so der Anwohner. Viele Holzlaster und Sattelschlepper seien unter den Fahrzeugen, was einen Höllenlärm verursache, da die Fahrer oft schneller als mit 50 Kilometern pro Stunde unterwegs seien.

Polizei bestätigt Verkehrsaufkommen nicht

Ob dem so ist oder ob die Fahrer den Hasenholztrift als Strecke nutzen, um schneller zu sein, da in der Altenplathower Straße mittlerweile Tempo 30 angeordnet ist, lässt sich nicht belegen. Aus dem Polizeikommissariat Jerichower Land heißt es: „Nach Rücksprache mit den in Genthiner Kollegen kann dieser Umstand nicht bestätigt werden.“ Es würden allerdings aufgrund der Bürgerbeschwerden verstärkt Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

Auf die Problematik im Hasenholtztrift und in der Schmiedestraße seien die Genthiner Regionalbereichsbeamten informiert worden. Im Bereich um die Baustelle in Genthin-Wald wurde in den vergangenen Tagen verstärkt kontrolliert. Am Montag wurden dabei etwa zwei Autofahrer festgestellt, die trotz des Verbotes in den abgesperrten Bereich eingefahren waren und sich dafür verantworten müssen.

Sperrung bis Juli

Bis Juli soll die Altenplathower Straße laut Straßenverkehrsbehörde noch als Umleitung ausgewiesen sein. Für die Anlieger endet dann eine dreimonatige Zeit mit angestautem Frust. Dass es in Altenplathow Ärger gibt, beobachten auch die Brettiner mit Interesse. Die Ortsdurchfahrt ihres Dorfes hielt – mit Unterbrechungen – als Umleitungsstrecke während des Ausbaus der innerörtlichen B 1 durch Genthin her. Insgesamt drei Jahre ratterte der Verkehr einschließlich des Schwerlastverkehrs durch das Stremmedorf.

Durch Altenplathow rollt derzeit der Umleitungsverkehr. Ausgewiesen ist die Altenplathower Straße in Richtung Nielebock und Ferchland. Auch dort hat es in den vergangenen Wochen massive Beschwerden von Anwohnern gegeben, was die Polizei zu mehr Kontrollen veranlasst hat.

Wenig Verstöße

Dass dort ständig zu schnell gefahren wird, konnte allerdings nicht nachgewiesen werden. „Aus den Zahlen ist ersichtlich, dass zumindest zum Zeitpunkt der Messungen keine überaus hohe Anzahl an Überschreitungen festgestellt wurde“, hatte Jörg Löffler vom Polizeirevier Burg die Kontrollergebnisse erläutert. 430 Fahrzeugen seien kontrolliert worden, von denen drei zu schnell waren. Löffler sagte aber auch: „Sicher ist durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, das durch die Umleitung bedingt ist, auch eine starke subjektive Wahrnehmung eines jeden einzelnen Bürgers gegeben.“

Für die Brettiner seien die Belastungen im Vergleich zu den Altenplathowern sicherlich gravierender gewesen, reagierte Ralf Schütze daraufhin am Lesertelefon. Dass die Proteste aus Altenplathow jetzt so massiv geäußert werden, könne er deshalb nicht ganz nachvollziehen. Da hätten die Brettiner wahrlich mehr Grund zur Beschwerde gehabt, meinte er. „Wir mussten das auch einfach durchstehen und haben keine Wahl gehabt“.