Jerichow l Schulleiterin Dorothee Schwuchow erklärt, dass Verkehrserziehung in Sekundarschulen in Sachsen-Anhalt verpflichtend sei. So mache man es gleich richtig, arbeite bei guter Vorbereitung mit der örtlichen Polizei zusammen.

Verschiedene Stationen

Im Jerichower Rathaus haben die Regionalbereichsbeamten Anja Andres und Lutz Pelzer ihren Sitz. So wurde mit dem Team der Schule ein Verkehrstag initiiert mit vielen unterschiedlichen Stationen.

Dorothee Schwuchow hatte die Vorbereitung dafür in die Hände der Lehrer Alexander Drobe und Ursula Granitzki gelegt. Alexander Drobe ist bereits sieben Jahre Lehrer an der Schule. Ursula Granitzki ist bekannt für ihr Engagement im Bereich Politik und ihr gesellschaftliches Engagement. Hand in Hand sorgten beide dafür, dass der Tag zum Erfolg führte.

Bilder

Rauschbrille und Co.

Anna besucht die Klasse 5 b der Sekundarschule. Sie ist erst seit Beginn des Schuljahres in Brettin und fühlt sich hier sichtlich wohl. „Katze, Katze“ tönt es durch den Klassenraum. Doch sie muss nicht irgendeinem toten Tier ausweichen. Auf dem Boden liegt mitten im engen Parcours ein Hindernis, das es mit der Rauschbrille zu umgehen gilt. Mit einer aufgesetzten Rauschbrille ist das gar nicht so einfach. So durften die Schüler spüren, wie es sich mit 0,5 oder mehr Promille im Blut anfühlt. Für Anna, die den erfahrenen Swen Butze als Klassenlehrer hat, ist das ein besonderes Erlebnis. „Die Polizeibeamten sind sehr nett“, sagt sie. Das Aufsetzen der Rauschbrille ist für sie bereits die dritte Station an diesem Tag. „Man lernt hier genau, was man nicht machen sollte im Straßenverkehr“, sagt sie nachdenklich.

Mit ihr gemeinsam in die Klasse geht Florian. „Das mit der Rauschbrille finde ich sehr gut. Da merkt man, wie man sich fühlt, wenn man Drogen nimmt. Das schreckt sehr ab“, sagt er ernsthaft. „Vor allem die Art und Weise, wie die Regionalbereichsbeamtin Andres das uns zeigt, ist gut“, erklärt er weiter.

Schnelle Reaktion gefragt

Darüber freut sich natürlich Anja Andres. Sie erklärt auch, dass zehn Regionalbereichsbeamten mit vor Ort seien und die Stationen betreuten. Bekannte Gesichter von Polizeibeamten aus dem Landkreis also auch am Fahrradsimulator. Im Klassenraum zeichnen Lutz Pelzer und seine Pareyer Kollegin Nadine Mittag verantwortlich. „Hier werden Gefahrensituationen im Verkehr simuliert. Die Reaktion der Schüler, zum Beispiel wenn es um das Bremsen geht, wird getestet“, erklärt sie auf Nachfrage. Vor allem Konzentration und vorausschauendes Fahren seien gefragt.

Am Simulator Platz nimmt der elfjährige Ruben. Mit voller Konzentration schaut er auf den Bildschirm, ist schon überrascht von so mancher Situation, die es zu meistern gilt.

Auch draußen vor der Tür gibt es einiges zu sehen. Der Schulhof selbst ist nun ein Übungsfeld der Polizei. Dort ist ein Fahrradparcours aufgebaut. Der super Wetter lädt gerade zum Radeln ein. Das nutzt auch der zwölfjährige Jonas. Perfekt radelt er durch den Parcours. Auch das Fahren im Kreis fällt ihm nicht schwer.

Simulatoren

Besonders spannend ist der mitgebrachte Gurtschlitten. Ein Gurtschlitten ist ein vergleichsweise einfacher Simulator: Über eine schiefe Ebene kann der Aufprall eines Fahrzeugs mit einer definierten Geschwindigkeit auf ein feststehendes Hindernis simuliert werden. Angeschnallt im Sitz lernt der Benutzer die Aufprallwucht, die bereits bei geringer Geschwindigkeit entsteht, kennen. Immer zu zweit nehmen die Schüler hier Platz. Es ist schon erstaunlich, wie stark die Wucht beim Aufprall ist.

Stille herrschte dagegen im eingerichteten Schockraum. Hier waren die Beamten Niels Haferland und Frank Eismann vor Ort. Die Schüler bewegten schon die Tafeln, die zeigten, welche Folgen Unachtsamkeit im Verkehr haben kann.