Genthin/Tucheim l „Bis hierher ist Weihnachten eigentlich wie immer“, witzelt Christian Hering in Anspielung auf die aktuellen Corona-Einschränkungen, als seine Kollegen, Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, sowie Detlef Bertz und Jörg Hübner von der Firma Omexom in Tucheim in den Vorgarten der Familie Rockahr in „adventlicher Mission“ anrücken. In der Tat: Bei den Männern, die die hoch gewachsene, zirka zwei Tonnen schwere Nordmann-Tanne fällen, in Begleitung der Polizei nach Genthin transportieren und dort auf dem Marktplatz aufstellen, handelt es sich um ein „vorweihnachtliches Profiteam“. Andreas Jiruschke, der mit der Motorkettensäge der Tanne zu Leibe rückte, überlegt für einen Moment: „Ich glaube, es ist das 14. Mal, dass ich einen Weihnachtsbaum für den Marktplatz einschlage.“ Auch Detlef Bertz, der Mann, der mit Fingerspitzengefühl die Fernsteuerung der Technik bediente, um den massiven Baum bugsieren zu können, sieht die ganze Sache dank langjähriger Erfahrung ganz unaufgeregt.

Anders ergeht es da dem fünfjährigen Tamme, der Enkel der Familie Rockahr, der gemeinsam mit seiner Oma die ganze Aktion aus der Nähe beobachten kann. Petra Rockahrs Gedanken gehen dabei schon mal weit über das Weihnachtsfest hinaus. Denn die wuchtige, 25 Jahre alte Nordmanntanne, die die Rockahrs der Stadt überlassen hat, hinterlässt im Vorgarten einen unübersehbaren kahlen Fleck. „Da werden wir uns Gedanken machen müssen, was aus dem Bereich wird“, sagt Petra Rockahr. Sie ist zufrieden, für die Nordmann-Tanne, die der Familien inzwischen über den Kopf gewachsen ist, eine gute Verwendung gefunden zu haben.

Nicht alle Autofahrer freuen sich über Tanne

Reibungslos und ohne Komplikationen gelangt die Nordmann-Tanne auf den Transporter. Jörg Hübner sichert geschwind die Ladung mit Gurten, während die Mitarbeiter des Bauhofes den Baumverschnitt, der beim Einschlag anfiel, beräumen. Nur wenige Minuten später treffen die Regionalbereichsbeamten Heiko Möhring und Michael Kliemann ein, die mit ihrem Fahrzeug an der Spitze den Weihnachtsbaum-Konvoi sicher über die B 107 nach Genthin bis zum Marktplatz geleiten. Nicht alle Verkehrsteilnehmer, die sich hinter dem Konvoi stauen, finden das so toll. Unvorsichtige Überholer fallen auf.

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 Derweil wird der Weihnachtsbaum bereits von Mitarbeitern der Elektro-Firma Ballerstein erwartet, um ihn mit Beleuchtung auszustatten. Bevor sie dazu kommen, werden sie Zeugen davon, dass eine halbe Stunde für ein eingespieltes Team ausreicht, um einen wuchtigen Weihnachtsbaum unversehrt, gerade und vor allem sicher auf dem Markt zu platzieren. Nachdem die Hülse für den Stamm gesetzt ist, nimmt Andreas Jiruschke noch einmal Maß, bevor er daran geht, den Baum „anzuspitzen“, den Detlef Bertz fest am Seil und damit unter Kontrolle seiner Fernbedienung hat. Bis alles genau passt, bedarf es nur noch kleiner Nachkorrekturen.

Ein besonders schöner Weihnachtsbaum

RBB Michael Kliemann kann von der Stirnseite des Marktes/Höhe Tabakladen aus das Geschehen verfolgen. „Da kann man sagen, was man will, wir haben in diesem Jahr einen besonders schönen Baum“, meint er zu guter Letzt.