Genthin l Nach mehr als einem Jahr Zwangspause ist das Henkelmuseum, nun umbenannt in Waschmittelmuseum, wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Runde derer, deren Engagement die Wiedereröffnung ermöglichte, gab dafür Anfang der Woche den Startschuss.

Netzwerk steht dahinter

Wurde das ehemalige Henkelmuseum in der Vergangenheit über die Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG) betrieben, tritt jetzt an deren Stelle ein Netzwerk bestehend aus der SWG, dem Förderverein Stadtgeschichte Genthin und ein Freundeskreis ehemaliger Waschmittelwerkerinnen, darunter Christel Fehlberg, Ida Zelmanski, Christa Wolf und Elke Loth.

Bürgermeister Matthias Günther (parteilos), über dessen Tisch in den vergangenen Monaten in Sachen Museum etliche Vereinbarungen und Verträge gegangen waren, zeigte sich zufrieden, damit eine tragfähige Lösung gefunden zu haben, die die Existenz des Museums sichert.

Inprotec ermöglicht Nutzung

Michael Weber, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), würdigte das „interdisziplinäre Zusammenwirken“ dieses Kreises, ohne das die Wiedereröffnung des Waschmittelmuseums nicht zustande gekommen wäre. Für Genthin sei die Wiedereröffnung ein „wichtiger Tag“.

Das Waschmittelmuseum übernehme die Aufgabe, den Genthinern und darunter insbesondere der Jugend, „Heimat und Herkunft“ aufzuzeigen. Weber hob ausdrücklich das Engagement der Inprotec AG hervor, dem Eigentümer der Immobilie, in der sich das Waschmittelmuseum befindet. Ohne die Zusage des Unternehmens, das ehemalige Badehaus aus dem Jahr 1925 kostenlos museal nutzen zu können, wäre eine „Wiedereröffnung überhaupt nicht möglich gewesen.“

SWG als Betreiberin

Die SWG übernimmt die Aufgabe als Betreiberin des Museums, als Nutzungsberechtigte wird der Förderverein Stadtgeschichte agieren. Die Interessengemeinschaft Waschmittelwerk, bestehend ausschließlich aus Ehrenamtlichen, übernimmt Führungen durch das Waschmittelmuseum.

Hunderte Exponate von der Fritz-Henkel-Büste bis zum Spee-Karton waren im Vorfeld der Wiedereröffnung mit Unterstützung der Stadt erfasst und dokumentiert worden. Sämtliche Putz- und Reinigungsarbeiten übernahm ehrenamtlich die Interessengemeinschaft.

Keine festen Öffnungszeiten

Festgelegte Öffnungszeiten gibt es für das Museum allerdings nach wie vor nicht. Führungen oder Besichtigungen bedürfen einer Anmeldung in der Touristinformation. Interessenten sollten sich rechtzeitig, bereits einige Tage vor dem geplanten Besuchstermin melden, so dass die Frauen, die für die Führungen verantwortlich sind, ihren Einsatz planen könnten, sagte Marina Conradi von der Stadt Genthin.

Die SWG erklärte sich bereit, zukünftig die anfallenden Betriebskosten zu übernehmen. Die entpuppten sich vor mehr einem Jahr als Zankapfel und waren schließlich der Auslöser für die Schließung des Museums durch die QSG.

Werbung auch überregional

Da der jährliche Zuschuss zur Unterhaltung des Stadtkulturhauses zwischen der Stadt und der QSG nicht zustande kam, stellte die QSG die Beheizung des Museums ein. Daraufhin musste das Museum für Besucher geschlossen werden.

Vor dem Team, das jetzt das Waschmittelmuseum wieder zugänglich gemacht hat, liegt jedoch noch ein gutes Stück Öffentlichkeitsarbeit, um für das Museum überregional zu werben.

Museum als Highlight

Der Tourismusverband Elbe-Börde-Heide reichte dafür seine Hand bei der Wiedereröffnung mit der Anwesenheit der Projektkoordinatorin der Salzigen Tour, an der sich das bisherige Henkelmuseum bis zur Kündigung durch den Landkreis zum Jahresende noch beteiligt. „Wir sind sehr an einer weiteren Beteiligung des Museums interessiert.“ Ein solch liebevoll und einzigartig hergerichtetes Museum sei ein Highlight. Der Verband habe großes Interesse daran, dass sich das Waschmittelmuseum wieder der Salzigen Tour anschließe, sagte Verbands-Geschäftsführerin Irene Mihlan am Donnerstag im Telefongespräch mit der Volksstimme.

Für die Teilnahme müsste ein Entgelt über 50 Euro an den Verband entrichtet werden.