Jugend forscht

Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Ziel ist, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern.

Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 110 Wettbewerbe. Teilnehmen können Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. Den Gewinnern winken Geld- und Sachpreise.

Das Motto in diesem Jahr lautet: „Zukunft. Ich gestalte sie.“ Gesucht werden Dinge, die den Alltag verbessern.

Genthin/Stendal l Die selbst leuchtende Steckdose, der Mappenschoner und die beleuchtete Brille - diese drei Projekte haben vier Fünftklässler des Genthiner Bismarck-Gymnasiums bei „Jugend forscht“ in Stendal vorgestellt. Für ihre Schule sind sie damit echte Vorreiter, denn die Teilnahme bei dem Wettbewerb ist eine Premiere fürs Bismarck-Gymnasium.

Entwickelt wurden die Projekte, die in Stendal gleich vier Preise abgeräumt haben, in der Arbeitsgemeinschaft „Junge Naturwissenschaftler“ für die Klassen Fünf und Sechs. Betreut wird die zwölfköpfige Truppe von Bio- und Deutschlehrer Sebastian Ziem.

Für den Nachwuchs gibt es bei „Jugend forscht“ eine eigene Kategorie namens „Schüler experimentieren“ für Viert- bis Sechstklässler. Ideal für die Genthiner AG, die am Donnerstag mit samt ihrer Erfindungen nach Stendal reiste. Eine Übersicht:

Der Mappenschoner

Eine echte Erleichterung für den Schulalltag entwickelten Luna Nowak (11) und Bele Kleine (11) mit dem Mappenschoner. Das ist eine seitliche, höhenverstellbare Stütze für Ranzen, die am Schultisch installiert wird. Das Dilemma, das hinter der Erfindung steckt, ist schnell erklärt: „Hängt man die schwere Mappe an den Tisch, reißt der Griff aus“, sagt Luna. „Stellt man sie auf den Boden, ist die Gefahr groß, dass der Lehrer drüber stolpert“, ergänzt Bele.

Hier kommt der Mappenschoner ins Spiel, eine Konstruktion aus Holz, die schnell und unkompliziert an den Schultisch geschraubt wird. Die Mappe wird nun am Griff aufgehangen und bekommt von unten und von der Seite Halt vom Schoner. Der Prototyp ist übrigens aus Eichenholz, gebaut wurde er nach den Vorgaben der Mädchen von Beles Papa.

Die Stendaler Jury zeigte sich von der Idee angetan und vergab den zweiten Platz in der Kategorie Arbeitswelt. Dazu gab es für den Mappenschoner, der auch noch einen Sonderpreis abräumte und Luna und Bele so einen ordentlichen Geldpreis einbrachte, die Empfehlung einen ganzen Klassensatz anfertigen zu lassen.

Die beleuchtete Brille

Simpel wie genial ist auch die Erfindung von Moritz Lorenz (12) und Marvin Schaumburg (11). Sie entwickelten eine beleuchtete Brille. „Das ist eine 3D-Brille aus dem Kino“, erklärt Moritz und Marvin ergänzt: „An den Bügeln ist jeweils eine LED-Beleuchtung installiert. Sie wird über eine Batterie betrieben.“ Der Sinn der Sache liegt auf der Hand. Wer abends im Bett noch lesen will, ist mit der Brille bestens beraten. Die Jury zeigte sich vor allem im Praxistest begeistert. Lehrer Sebastian Ziem sagt: „Sie sorgt im dunklen Kinderzimmer für angenehmes Leselicht.“ Befestigt wurden die kleinen Lämpchen mit Kabelbinder. So kann nichts verwackeln und verrutschen und der Brillenträger sich ganz aufs Lesevergnügen konzentrieren.

Der Stendaler Jury war das einen Sonderpreis in der Kategorie Arbeitswelt wert, Marvin und Moritz freuen sich über ein Jahresabo der Zeitschrift Geolino.

Die leuchtende Dose

Wer kennt es nicht? Man tapert schlaftrunken von der Couch ins Schlaf- oder Kinderzimmer und will noch eben das Handy, Tablet oder was auch immer an die Steckdose hängen. Die ist im Dunkeln nicht auffindbar, umständlich muss Licht gemacht werden... Mit der selbst leuchtenden Steckdose, die ebenfalls von Luna Nowak und Bele Kleine entwickelt wurde, sind diese Zeiten vorbei. „Sie leuchtet von selbst“, erklärt Luna.

Dafür wurde das Innere der Steckdose mit Leuchtfarbe eingestrichen. Der Effekt wird im Dunkeln offenbar. Die Steckdose lässt sich kinderleicht finden, lästiges und stromverbrauchendes Lichtanmachen, nur um ein Gerät anzuschließen, gehört so zur Vergangenheit. Auch dafür gab es einen Sonderpreis.

Lehrer Sebastian Ziem zeigt sich mit der Premiere seiner Schüler sehr zufrieden: „Vier Preise für drei Projekte, das kann sich absolut sehen lassen.“ In der Arbeitsgemeinschaft, die jeden Dienstag in der siebten und achten Stunde stattfindet, wird nun weiter getüfftelt. Das Ziel fürs kommende Jahr ist klar formuliert: „Wir wollen dann fünf Projekte einreichen, dann gibt es automatisch einen Sonderpreis für die Schule“, so Ziem.

„Ich will unbedingt wieder mit“, sagt Marvin Schaumburg. Wie seine Klassenkameraden ist er sichtlich fasziniert von der Vielzahl an Projekten, die in Stendal gezeigt wurden. „Besonders spannend fand ich die Kategorie Technik“, sagt Marvin. Sein Ziel für die kommenden Jahre steht ebenfalls fest: „Eine App entwickeln und damit bei Jugend forscht gewinnen.“

Die Preisverleihung fand übrigens in würdigem Rahmen im Theater der Altmark statt. Die Gewinner der einzelnen Kategorien fahren nun zum Landesausscheid. Der findet zwar ohne Genthiner Beteiligung statt, wenn der Forschernachwuchs hier aber so engagiert weiter arbeitet, ist im nächsten Jahr vielleicht sogar ein Sieg drin.