Genthin l In einem Wechselband der Gefühle befindet sich derzeit die Zirkusfamilie Scholl. Die Betreiber des „Circus Danny Busch“ haben ihr Quartier in Genthin und hatten eigentlich gehofft, über den Jahreswechsel mit Vorstellungen des „Brandenburger Weihnachtscircus“ wieder etwas Geld durch Auftritte verdienen zu können – daraus wird aber nichts.

„Wir hatten die Werbeplakate schon in der Hand, als uns von der Brandenburger Verwaltung mitgeteilt wurde, dass die Vorstellung nicht stattfinden könne“, erklärt Zirkuschef Alexander Scholl. Die Familie sei nun sehr enttäuscht. Die Corona-Beschränkungen kämen für die Zirkusbetreiber einem Berufsverbot gleich, da es keine Möglichkeit mehr gebe, den Betrieb mit Reisen und Vorstellungen durchzuführen. „Es ist für uns auch deshalb ärgerlich, da wir sämtliche Hygiene- und Abstandsbestimmungen einhalten könnten, das Risiko einer Infektion wäre bei einer Zirkusvorstellung kaum vorhanden“, findet Alexander Scholl. Mittlerweile sind die Zirkusleute auf staatliche Hilfe angewiesen, da keine Einnahmen mehr generiert werden können. „Sollten wir im Januar eine Erlaubnis bekommen, würden wir sofort auftreten“, verspricht der Zirkuschef. Mut hätten ihm und seiner Familie in den vergangenen schwierigen Wochen, viele Genthiner gemacht, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten.

Mit Eigentümer im Gespräch

Hoffnung macht der Familie im Moment auch, dass sie mit dem neuen Eigentümer des früheren Toom-Baumarktes ins Gespräch gekommen sind und voraussichtlich über den Jahreswechsel bleiben dürfen. Eine Immobilienfirma aus Wusterwitz hatte im Sommer das Gelände im Rahmen einer Versteigerung erworben und wollte es eigentlich umgehend bewirtschaften. Der Zirkus hätte dann noch im Spätsommer weichen müssen. Mittlerweile stellt sich die Situation etwas anders dar. „Wir hatten mehrere sehr freundliche Gespräche mit den Eigentümern, die sich sehr entgegenkommend gezeigt haben“, sagt Scholl.

Die Familie sei mit ihren Wagen weiter nach vorn auf dem Gelände gezogen, so dass die Eigentümer im hinteren Bereich bereits arbeiten können. Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist, dass es ein Angebot für ein neues Quartier gibt. Im Blick ist jetzt ein ehemaliges Firmengelände in Parchen. Dort gibt es allerdings den Nachteil, dass sich viele Altlasten, sprich tonnenweise Unrat, befinden, der erst beräumt werden muss. Auch sei eine angrenzende Betriebshalle, die für das Zirkuszelt genutzt werden könnte, noch voll gestellt. Ob das Gelände dann allerdings als Quartier genutzt werden kann, muss auch noch geprüft werden.

Die Eigentümer sind zwar einverstanden, aber die Nutzung muss auch rechtlich abgesichert werden. Wer mit der Familie in Kontakt treten möchte, kann dies über das Zirkustelefon tun: 01573/67 32 027.