Dingelstedt l Die Dimension des Geschenks kann die achtjährige Anina noch nicht erfassen. Ungläubig zieht das Mädchen Schein um Schein aus dem großen Sparschwein, das sie soeben von Regina Preiß aus Dingelstedt erhalten hat.

Das Geld ist das Ergebnis einer Spendensammlung, um die Regina Preiß anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihres Pflegedienstes im Oktober alle Gratulanten gebeten hatte. Damals plante die Dingelstedterin, das Geld einem Kinderhospiz zu spenden. Nachdem Regina Preiß vom Schicksal Aninas erfahren hatte, sei es für sie selbstverständlich gewesen, einem kranken Kind aus der Region eine Freude zu machen, berichtet sie bei der Übergabe.

Anina leidet an einem seltenen Gendefekt und muss alle vier Wochen für einige Tage ins Krankenhaus, wo sie mittels Transfusion Spenderblut bekommt. Nur so kann sie überleben. Ihr Körper selbst lagert zuviel Eisen ein und kann keine eigenen roten Blutkörperchen bilden.

Die einzige Chance, Anina ein normales Leben zu ermöglichen, sehen Ärzte in einer Stammzellspende. Daher wurde Anfang Dezember in Badersleben eine große Typisierungsaktion gestartet, bei der über 220 Menschen bereit waren, zu helfen.

Auch Regina Preiß hatte die feste Absicht, sich bei diesem Termin testen zu lassen. Allerdings musste sie erfahren, dass diese Ersttypisierungen nur bis zum 50. Lebensjahr möglich sind. „Jetzt freue ich mich, dass ich Dir mit dem Geld eine Freude machen kann“, sagt die 61-Jährige, umarmt Anina und drückt ganz fest die Daumen, dass schnell ein passender Spender für Anina gefunden wird und die Stammzellenübertragung erfolgen kann.

Ausflüge mit der Familie geplant

Am Ende sind genau 1276 Euro aus dem großen Sparschwein zum Vorschein gekommen. „Viel Geld für ein kleines Mädchen“, sagt auch Mutter Xenia Michael und findet bewegende Worte des Dankes. Anina weiß genau, was sie mit dem Geld anstellen wird. Sie möchte nach Thale ins Bauspielhaus, unbedingt mongolisch essen gehen und wünscht sich einen gemeinsamen Urlaub an der Ostsee. Und bei diesen Unternehmungen sollen nicht nur die Eltern, sondern auch Cousine Lara dabei sein, die sie nach Dingelstedt begleitet hat.

Das Weihnachtsfest bei Familie Michael in Hornhausen wird ganz normal verlaufen, sagt Xenia Michael, die sich auf einige ruhige Tage. Nur die Wünsche von Anina sind vielleicht etwas spezieller als bei anderen Kindern. Weil sich bei ihr fast alles um ihre Krankheit dreht, wünscht sie sich eine Arztpuppe, einen Krankenwagen und ein Krankenhausspiel.