Halberstadt l Nachdem Rebecca Miehe in der Volksstimme von dem Schicksalsschlag des 23-jährigen Christof Zobels aus Ermsleben, bei dem eine seltene Form von Leukämie diagnostiziert worden war, und der Registrierungsaktion der Halberstädter Feuerwehr für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gelesen hatte, fiel sofort die Entscheidung, sich als potenzielle Stammzellspenderin registrieren zu lassen. Und so saß sie am Sonnabend als Erste in der Feuerwache.

Eine halbe Stunde später hatten sich bereits 30 Personen registrieren lassen, nach einer Stunde waren es 50. Darunter mehr als ein Dutzend Spieler der A-Junioren und der zweite Männermannschaft des VfB Germania Halberstadt. „Der Kontakt war über Florian Köhler hergestellt worden. Als er uns informierte, war für uns sofort klar, uns auf den Weg zu machen“, sagte Betreuer Roland Voigt.

Dreifacher Wangenabstrich mit Wattestäbchen

Die Registrierung war ganz unkompliziert. An mehreren Tischen empfingen die Feuerwehrmänner die Freiwilligen, klärten sie noch einmal auf über die Prozedur und ließen sie einen Fragebogen mit notwendigen Daten ausfüllen. Dann erfolgte nach dem Motto „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein!“ ein dreifacher Wangenabstrich mit Wattestäbchen, mit dessen Hilfe in der Auswertung geklärt werden kann, ob jemand als passender Spender in Frage kommen könnte.

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Jeder Freiwillige zählt

Nach vier Stunden wurde Bilanz gezogen. Insgesamt waren 129 Personen zur Typisierung gekommen. „Wir hatten eigentlich mit ein paar mehr gerechnet“, gab Feuerwehrsprecher Chris Buchold, der die Aktion initiiert hatte, zu verstehen. Doch letztendlich waren er, Stadtwehrleiter Martin Schulz und Karina Zobel sich einig, dass jeder zähle, der sich in der Spenderdatei registrieren lässt. Das auch im Wissen, dass in Halberstadt bereits einige Registrierungsaktionen stattgefunden haben.

„Ich sage allen Dank, die sich typisieren ließen und die gespendet haben. Und selbstverständlich den Helfern der Halberstädter Feuerwehr, die die Aktion vorbereiteten und heute sehr engagiert umgesetzt haben“, so Karina Zobel. Sie verwies darauf, dass innerhalb kurzer Zeit rund 1200 Personen als potenzielle Stammzellspender haben registrierenlassen. Unter anderem in Aschersleben, in einer Berufsschule in Dessau und in der Hochschule Harz in Wernigerode, wo ihr Sohn International Business studiert. Die nächste Typisierung finde in der kommenden Woche am Stephaneum in Aschersleben statt, wo „Chrissi“ sein Abitur abgelegt hat.

Eltern bedanken sich für Hilfsbereitschaft

Die Welle der Hilfsbereitschaft nennen Karina Zobel und ihr Mann René überwältigend. Beide haben an dem Tag eine Tombola betreut, die durch Spenden von Privatleuten und Firmen reich gefüllt worden war und bei der es keine Nieten gab. Dabei sind 538 Euro zusammen gekommen.

Zudem gab es eine große Gemeinschaftsspende vom Sportverein HT 1861, bei dem bei derWeihnachtsfeier am Vorabend 300 Euro gesammelt worden waren. „Damit haben uns Vereinspräsident Denis Schmid und seine Stellvertreterin Daniela Wäser echt überrascht. Den Sportlerinnen und Sportlern sowie den Red-Scorpion-Cheerleadern gilt ein besonderes Dankeschön.“

Einmal beim Danke sagen sollen das Ameos Klinikum Halberstadt, welche Getränke für alle und die Helferversorgung bereit stellte, die Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH, die für Kuchen sorgte, sowie Edeka Bienek und Rathauspassagen die die Tombola mit Gutscheinen unterstützten, alle Privatpersonen und Mitglieder von Vereinen sowiebefreundete Feuerwehren, die an der Registrierung teilnahmen, nicht vergessen werden, unterstreichen Chris Buchold und Martin Schulz.

Beide haben noch einen Tipp für jene, die nicht kommen konnten: Wer sich nicht registriert hat, dies aber noch möchte, kann sich ein Registrierungsset auf der Homepage der DKMS bestellen: www.dkms.de/de/spender-werden.