Wegeleben l Schülersprecherin, Einserschülerin, Balletttänzerin und Redakteurin beim Martinshorn, der Schülerzeitung des Martineums. Lisa Bredy aus Wegeleben (Landkreis Harz) ist mit ihren 17 Jahren sehr ambitioniert, umtriebig und erfolgreich. Für eine ihrer Arbeiten, die im Martinshorn erschienen ist, wurde sie Ende November 2019 als beste Nachwuchsjournalistin von Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

„Stress hat nur, wer sich Stress machen lässt“, sagt sie auf die Frage, wie sie das alles schafft. Es ginge schon irgendwie, da sie nicht viel Schlaf brauche und zu Hause relativ wenig nacharbeiten müsse. „Ich nehme aus dem Unterricht schon das Meiste mit“, erklärt sie. Des Weiteren habe sie das Gefühl, unter Druck sowieso besser arbeiten zu können. Außerdem gebe es ja noch die Wochenenden, an denen sie es etwas ruhiger angehen lasse. Beste Voraussetzungen für den Beruf des Journalisten, wie sie selbst schmunzelnd feststellt.

Theater im Digitalzeitalter

In ihrem Beitrag „Fällt irgendwann der letzte Vorhang?“ hat sie am Beispiel der Nordharzer Städtebundtheater einen typischen Tag am Theater dargestellt und einen Ausblick auf die Zukunft der Schauspielbühnen gewagt. „Für mich war das ein naheliegendes Thema, ich nehme am Theater in Halberstadt Ballettunterricht seit ich fünf Jahre alt bin“, erklärt sie ihre Motivation. Es sei im Zeitalter digitaler Medien eine berechtigte Frage, ob Theater weiter existieren könnten. Sie habe deshalb im Internet zum Thema „Theatersterben“ recherchiert und dann den Kontakt zu Leuten am Halberstädter Schauspielhaus gesucht.

So habe sie sich mit Johannes Rieger, dem Intendanten des Theaters, getroffen und einige Schauspieler des Ensembles interviewt. „Eine Probe zur Bühnenaufführung von William Shakespeares ,Hamlet‘ habe ich mir ebenfalls angesehen, um ein Gefühl für die Arbeit der Theaterleute zu bekommen“, berichtet die junge Frau.

Als Textformat die Reportage zu wählen sei ein Vorschlag von Mario Schulze, ihrem Lehrer und Betreuer der Schülerzeitung, gewesen. Sie habe lediglich im Internet nach dem Aufbau recherchiert und dann „drauf los geschrieben“. Zu der Reportage hat die Nachwuchsjournalistin anschließend noch einen Kommentar verfasst. „Um das Ganze abzurunden“, sagt sie.

Mit Erfolg: die Jury des Verbandes junger Medienmacher prämierte diesen Beitrag mit der „Goldenen Feder“ und kürte Bredy damit zur besten Nachwuchsjournalistin des Landes. Der Text der Wegelebenerin sei „authentisch, einordnend und nah dran“, gab die Jury als Begründung für ihre Entscheidung an.

Keine Pläne für Geldprämie

Es sei ihres Wissens nach das erste Mal, dass ein Mitglied der Redaktion den Einzelpreis verliehen bekommt, berichtet Bredy. Bei vorhergehenden Teilnahmen habe es für das Martinshorn die Auszeichnung als beste Schülerzeitung eines Gymnasiums gegeben. Der Preis ist mit einer Prämie von 500 Euro ausgestattet. „Die werde ich aber mit der Redaktion teilen, wahrscheinlich werden wir zusammen essen gehen“, sagt Bredy. Was sie mit ihrem Anteil machen möchte, wisse sie aber noch nicht. „Da habe ich mir noch gar keine Gedanken drüber gemacht.“

Wie ihre Teilnahme am Wettbewerb gelaufen ist, ist ihr dafür umso präsenter: „Das war alles ziemlich knapp und etwas chaotisch“, berichtet die 17-Jährige und lacht. Sie habe bei der Planung des Beitrages nicht gedacht, dass sie am Wettbewerb teilnehmen könnte. „Ich dachte, das soll ein ganz normaler Artikel für die Schülerzeitung werden.“ Mario Schulze hatte ihr nach dem Lesen der Arbeit gesagt, sie solle den Beitrag beim Wettbewerb einreichen. „Irgendwie habe ich es noch geschafft, alles rechtzeitig einzureichen, zum Glück galt zur Fristeinhaltung das Datum des Poststempels“, erinnert sie sich schmunzelnd an die Aufregung.

Nach dem Einsendeschluss am 31. Oktober 2019 ging dann alles ziemlich schnell. Etwa eine Woche vor dem Jugendpresseball in Halle an der Saale, wo die Verleihung der „Goldenen Feder“stattfand, habe sie von ihrem Gewinn erfahren, erinnert sich die Schülerin.

Traumjob Lehrerin

Das Schreiben bereite ihr keinen Stress, sagt Bredy, es liege ihr irgendwie. „Ich schreibe aus dem Bauch heraus“, sagt sie. Ihre Lehrerin Antje Erhardt motiviere sie sehr stark, berichtet die Wegelebenerin. „Sie ist eine tolle Lehrerin, die mich zum Schreiben triezt“, sagt sie lachend. Alles habe für sie damit angefangen, als im Deutschunterricht Essays behandelt wurden. Das „schöne Schreiben“ habe ihr gefallen und sie dazu gebracht, es selbst auszuprobieren. Ihr Ziel sei es, irgendwann ein Buch zu schreiben.

Trotzdem ist ihr Berufswunsch nicht Journalistin, vielmehr möchte sie Pädagogin werden. „Ich habe mich schon mit zwölf Jahren dazu entschieden, später mal als Deutschlehrerin zu arbeiten, am liebsten an meinem Gymnasium“, berichtet die Schülerin. Ihre große Inspiration sei ihre eigene Deutschlehrerin gewesen. Ihre Faszination für die Fachrichtung liege vermutlich in ihrer Liebe zum Lesen. „Ich lese seit ich zehn oder elf bin,“ so Bredy. Angefangen habe sie mit typischen Jugendromanen wie „Gregs Tagebuch“. Ihre derzeitigen Favoriten sind starke Frauenfiguren in der Literatur, wie Effi Briest. Aber ihr absolutes Lieblingsbuch sei „Der kleine Prinz“, beschreibt sie ihre literarischen Vorlieben.

Buchhandel und Führerschein

Dazu passt, wie die Schülerin die großen Ferien verbracht hat. Sie habe in einer Halberstädter Buchhandlung gearbeitet und geholfen, die Schulbuchlieferungen zu bearbeiten. Das sei großartig gewesen, da sie den ganzen Tag von Büchern umgeben war und dazu noch Geld verdient habe. „Ich bin dabei, meinen Führerschein zu machen, aber damit tue ich mich tatsächlich schwer.“

Hier können Sie den Gewinnerbeitrag von Lisa Bredy als pdf-Dokument herunterladen:

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