Halberstadt l Millionenschwere Investitionen stehen im Bereich Hochbau auf der Agenda des städtischen Haushalts. Was auf den ersten Blick Beifallsstürme auslösen könnte, entpuppt sich zumindest teilweise aufgrund der noch ausstehenden Finanzierung als Zitterpartie.

„Die Umsetzung einiger Projekte ist von verschiedenen Förderprogrammen abhängig, auf die die Stadt keinen Einfluss hat. Wir sind aber mit Nachdruck dran“, informiert Jens Klaus, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung der Stadtverwaltung Halberstadt.

Startschuss für Ausbau Diesterwegschule

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht der Startschuss für den Um- und Ausbau der Diesterweg-Grundschule in der Sargstedter Siedlung. „Wir hoffen, Mitte des Jahres mit dem Bau beginnen zu können. Obwohl das immer noch eine sportliche Herausforderung ist“, betont Jens Klaus. Die ­Finanzierung des 5,5 Millionen Euro teuren Vorhabens sei zwar gesichert. Trotzdem befindet sich beim Land Sachsen-Anhalt immer noch ein Fördermittelantrag in Prüfung. Eineinhalb Jahre sind seit dem Bürger­entscheid bereits verstrichen. Eine Mehrheit der Halberstädter hat im September 2016 für den Erhalt dieses und aller anderen fünf Grundschul­standorte votiert.

Unmittelbar im Zusammenhang mit der Diesterweg-Grundschule steht der vom Stadtrat beschlossene Ausbau der Kellerräume in der ­Goethe-Grundschule. Dort sollen vollwertige Unterrichts­räume entstehen, weil die Diesterweg-Schüler für die Dauer der Sanierung ihres Schulgebäudes mit in der Goethe-Schule untergebracht werden. Umfangreiche Arbeiten sind erforderlich, damit die Räume genug Tageslicht bekommen. Das Geländeniveau am Haus muss gesenkt und Fenster müssen eingebaut werden. Auf immerhin 450 000 Euro belaufen sich die ­Baukosten. Eine finanzielle Deckung im Haushalt gibt es dafür noch nicht. Eine Förderung käme nicht infrage, so Jens Klaus.

Fortgeführt werden soll die energetische Sanierung der Anne-Frank-Grundschule. Dafür erhält die Kreisstadt 983 000 Euro aus dem Stark III-Förderprogramm. Außerdem erhofft sich die Kommune aus diesem Topf eine Zuweisung für die Sanierung der Kindereinrichtungen Waldblick I und II in Höhe von 1,6 Millionen Euro.

Aus dem städtischen Haushalt wird außerdem die Sanierung der sogenannten Halle II auf dem Gelände der Feuerwehr am Breiten Tor bezahlt. Etwa 240 000 Euro stehen für den Um- und Ausbau bereit.

In eine Baustelle verwandelt sich auch die Kindertages­stätte „Regenbogen“ im Weingarten. Das Dach befindet sich in einem miserablen Zustand. Marder haben in den zurückliegenden Jahren die Dämmung zerstört. 222 000 Euro sind für die Erneuerung erforderlich, berichtet der Fachbereichsleiter. Im Frühjahr beginnt ebenfalls der Bau eines neuen ­Sozial- und Verwaltungsgebäudes für den Tiergarten – Investhöhe 224 000 Euro. Vorgesehen ist zudem die Sanierung der Dombergstützmauer im Bereich Grudenberg für etwa 120 000 Euro.

Ex-Kuhstall wird in Ströbeck ausgebaut

Neben diesen großen Investitions-Projekten sollen eine Reihe „kleinerer“ in den kommenden Monaten verwirklicht werden. Dazu zählen unter anderem die Instandsetzung einer Stützmauer am Verwaltungsgebäude des Städtischen Museums (40 000 Euro) und die Fertigstellung der Fassade des Ausstellungsgebäudes (22 000 Euro) sowie die Sanierung der Fassade des Kreuzganges der Liebfrauenkirche am Drachenloch (35 000 Euro). Handlungsbedarf besteht an der öffent­lichen Toilette des Städtischen Friedhofs. Sie wird für 45 000 Euro erneuert.

Im Ortsteil Schachdorf Ströbeck steht der Ausbau des ehemaligen Kuhstalls auf der Tagesordnung. In dem Gebäude entstehen für etwa 40 000 Euro neue Aufenthaltsräume für die Gemeindearbeiter, informiert Jens Klaus.