Halberstadt l Erneut haben Männer, die in Deutschland auf eine Bleibeperspektive hoffen, mit brutalen Übergriffen für Aufsehen und einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Mitten im Halberstädter Stadtzentrum, unweit des Gleimhauses sowie im Bereich des Domplatzes, attackierte am Freitagabend nach Angaben eines Polizeisprechers ein 23 Jahre alter Mann aus Guinea-Bissau einen 18-jährigen Afghanen. Als Polizeibeamte den Angreifer festnehmen wollten, griff ein 21 Jahre alter Somalier die Beamten an.

Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage gegenüber der Volksstimme erklärte, begannen die Zwischenfälle gegen 19.30 Uhr im Bereich des Hohen Wegs, als drei Afrikaner die Straße in Richtung Gleimhaus überqueren wollten.

Während der 23-Jährige aus Guinea-Bissau sowie der Mann aus Somalia trotz ihres erheblichen Alkoholgenusses die Fahrbahn überquerten, habe ein ebenfalls stark alkoholisierter 26 Jahre alter Asylbewerber aus Mali die Fahrbahn blockiert und mehrere Autofahrer zum Anhalten genötigt. „Teilweise mussten sie eine Gefahrenbremsung einleiten, um einen Zusammenstoß zu verhindern“, so der Polizeisprecher.

Herbeigerufenen Beamten sei es gelungen, den Asylbewerber vor Ort zu stellen. „Aufgrund seiner Aggressivität“ habe er mit Handfesseln fixiert werden müssen. „Während der polizeilichen Maßnahmen leistete er aktiven Widerstand und schlug gezielt in Richtung der Beamtin und des Beamten“, so der Einsatzleiter später.

Wernigerode und Quedlingburg

Um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, beorderte die Polizei sofort alle im Harzkreis verfügbaren Streifenwagen – sowohl aus dem Raum Wernigerode als auch aus Quedlinburg – nach Halberstadt. Diese herbeieilenden Beamten seien im Bereich des Domplatzes Zeugen einer körperlicher Auseinandersetzung zwischen zwei Personen geworden.

Dort habe besagter 23-jähriger Asylbewerber aus Guinea-Bissau auf den 18-jährigen Afghanen eingeschlagen und -getreten. „Es konnte wahrgenommen werden, wie der 23-Jährige versuchte, mit einer abgebrochenen Flasche den 18-Jährigen zu verletzten“, so der Einsatzleiter. Der Angreifer konnte überwältigt werden.

Der Mann aus Guinea-Bissau habe ebenfalls unter erheblicher Alkoholeinwirkung gestanden und versucht, die eingesetzte Beamtin und den Beamten zu schlagen. „Mit körperlicher Gewalt und dem Einsatz der Handfessel wurde er am Boden fixiert.“ Im direkten Umfeld habe sich der 21-jährige Somalier befunden, welcher dem am Boden liegenden 23-Jährigen zu Hilfe kommen wollte. „Dabei schlug und trat er gezielt nach beiden Beamten“, so der Einsatzleiter. Die Situation habe nur mit Unterstützung der Beamten, die wegen der Nötigung im Hohen Weg vor Ort waren, unter Kontrolle gebracht werden können. Auch der Mann aus Somalia sei stark alkoholisiert gewesen.

Zeugenbefragungen und weitere Ermittlungen hätten ergeben, dass sich der 18-jährige Afghane mit anderen Asylsuchenden unweit des Gleimhauses aufgehalten hatte. Offenbar hatte er versucht, mäßigend auf die beiden Afrikaner einzuwirken und war so selbst zur Zielscheibe dieser Männer geworden. Der Afghane sei aufgrund der Schläge leicht verletzt worden, er habe eine Behandlung jedoch abgelehnt.

Die Bilanz der Übergriffe: Der 23 Jahre alte Mann aus Guinea-Bissau musste aufgrund seines Alkoholgenusses ins Ameos-Klinikum eingeliefert werden. Die beiden anderen Beschuldigten aus Mali und Somalia wurden bis Samstagmorgen im Polizeirevier Harz in Gewahrsam genommen. Eine Atemalkoholprobe sei bei allen drei Männern wegen der starken Alkoholisierung nicht möglich gewesen, ihnen seien Blutproben entnommen worden.

Beim Angriff auf die Polizisten wurde ein 30-jähriger Beamter leicht verletzt. Insgesamt waren zwölf Beamte vor Ort – einschließlich Zeugenbefragungen bis etwa 22 Uhr.

Der Mann aus Mali lebt nach Informationen der Volksstimme in Rübeland ist bereits wegen Gewaltdelikten und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeilich aufgefallen. Der 23-Jährige aus Guinea-Bissau, dessen Wohnanschrift wohl unklar ist, ist mehrfach wegen Gewaltdelikten sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Erscheinung getreten. Gegen die Männer wird nun wegen Nötigung, gefährlicher Körperverletzung sowie Widerstands und Angriffe gegen Polizeibeamte ermittelt.