Halberstadt l Wer Streife fährt im Harz, trägt Mundschutz. Schließlich lässt sich im Auto der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einhalten und die Beamten sind schließlich Kollegen, keine Menschen, die in einem Haushalt zusammenleben. Und so gehört inzwischen beim Dienstwechsel auch der Griff zu Desinfektionsmittel und Tuch zum Alltag, um Lenkrad, Knäufe, Knöpfe, Armaturen und Griffe zu desinfizieren.

Während dieses Ritual zum Alltag gehört, ist die komplette Desinfizierung eines Streifenwagens durch eine Spezialfirma erst einmal erforderlich gewesen. Da hatten die Beamten einen nachweislich mit Corona Infizierten im Auto. Die beiden Polizisten standen anschließend zwei Wochen unter Quarantäne. Erkrankt sind im Harzer Polizeirevier zum Glück keine Kollegen, ist auf Nachfrage von Reviersprecher Uwe Becker zu erfahren.

Auch im Revier sind Desinfektionsmittelspender installiert, alle Kollegen angewiesen, die Hygienevorschriften einzuhalten. Und damit das auch im Dienst draußen klappt, stellt das Innenministerium nicht nur normale Mundschutzmasken zur Verfügung, sondern auch Handschuhe, FFP2-Masken und Schutzanzüge. „Die Kollegen müssen dann vor Ort entscheiden, ob sie diese besondere Schutzausrüstung brauchen oder nicht“, erklärt der Polizeihauptkommissar.

Masken für Tatverdächtige

Schutzausrüstung ist ausreichend vorhanden, die Mund-Nase-Masken gehören mittlerweile dazu wie Handschellen und Co. Und wenn die Polizisten näheren Kontakt zu anderen Menschen haben, bieten sie ihrem Gegenüber auch eine solche Maske an. Zu ihrem eigenen Schutz, aber auch zu dem des Gegenübers. In manchen Fällen legen die Beamten Tatverdächtigen die Maske selbst an – jedesmal eine situationsbedingte Einzelfallentscheidung.

Während dieses Vorgehen neu ist, ist der Ablauf von Alkoholtests unverändert. „Das Prozedere war auch vor der Pandemie schon so, dass der Fahrer das eingeschweißte Mundstück selbst aus der Verpackung nimmt und auf das Gerät steckt und nach dem Test auch wieder abzieht“, erklärt Uwe Becker. Das Mundstück ist sozusagen ein Souvenir der Kontrolle, das Messgerät selbst geben die Beamten nicht aus der Hand. Sollte ein Fahrer doch einmal danach greifen, wird es im Anschluss sofort desinfiziert.

Die Dienstplanung im Revier ist laut Becker nicht umgestellt worden, feste Schichtgruppen würden hier nicht funktionieren. Umgestellt wurde hingegen die Art und Weise, wie Anzeigen entgegengenommen werden. Der Bürger kann das Reviergebäude in der Halberstädter Plantage zwar betreten, aber kommt über das Foyer nicht mehr hinaus. Der Anzeigenraum ist nicht mehr zugänglich. Stattdessen stehen im Foyer zwei Tische, mit großem Abstand, an denen die Beamten dann die Anliegen der Bürger entgegennehmen. „Man muss aber, um eine Anzeige zu erstatten, gar nicht selbst ins Revier kommen“, erinnert Uwe Becker, „wir haben dafür ja auch schon seit Längerem im Land ein elektronisches Polizeirevier“.