Halberstadt l Strikte Quarantäne, Corona-Tests aller Bewohner im 48-Stunden-Turnus und obendrein genügend Polizeipräsenz, um bei neuerlichen Ausschreitungen sofort eingreifen zu können: Mit diesen Mitteln wollen die Verantwortlichen auf die Corona-Fälle und die gehäuften gewalttätigen Zwischenfälle in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt reagieren.

In der Zast rumort es seit dem Bekanntwerden eines ersten Corona-Falls Ende März. Die Anlaufstelle mit knapp 850 Bewohnern war am 27. März komplett abgeriegelt worden. Zudem waren laut Sozialministerium innerhalb der Zast auf Empfehlung des Robert-Koch-Instituts fünf separierte Bereiche – sogenannte Kohorten – gebildet worden. Weil Trennzäune bei Tumulten am 4. April niedergerissen worden waren, gab die Gesundheitsbehörde im Harzkreis die Kohortierung am 9. April auf und stellte die Zast insgesamt unter Quarantäne. Parallel stieg die Zahl der auf das Covid-19-Virus positiv getesteten Bewohner auf 51 Bewohner an. Diese werden in einer Zast-Außenstelle in Quedlinburg betreut.

Nunmehr, so eine Sprecherin des Sozialministeriums, würden alle rund 800 Bewohner im 48-Stunden-Takt vorsorglich auf eine Corona-Infektion getestet und Infizierte sofort rausgezogen. „Auf diese Weise kann man nach zwei Wochen relativ sicher sagen, dass alle Infizierten raus sind. So bekommt man auch eine von Corona-Infektionen betroffene Klinik wieder ans Netz“, so Ministeriumssprecherin Ute Albersmann. Die Kontrollen soll noch diese Woche starten – die Quarantäne dürfte sich bis Mai verlängern. Die Uniklinik Magdeburg begleitet die Tests. Die Polizei, die nun rund um die Uhr mit Kräften vor Ort ist, soll zusammen mit dem Wachschutz gegen Tumulte wie zuletzt am Wochenende, als rund 150 Georgier und Afrikaner aneinander gerieten, vorgehen und die Einhaltung der Quarantäne überwachen.