Halberstadt l Die Corona-Pandemie veränderte in den zurückliegenden Monaten das Leben massiv. Auswirkungen hat das Virus auch auf die bevorstehende Einschulung der insgesamt 279 Abc-Schützen am Sonnabend, 29. August, in der Stadt Halberstadt. So gleicht kaum eine Festveranstaltung der anderen.

Die Einschulungsfeiern richten sich stark nach den örtlichen Gegebenheiten, damit die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können, wie eine Umfrage unter den sieben Grundschulen (darunter sechs in staatlicher und eine in privater Trägerschaft) in der Kreisstadt ergab. Eines ist überall gleich – die Zahl der Gäste, die die Erstklässler mitbringen dürfen, ist an allen Schulen begrenzt, Erwachsene müssen in den Gebäuden Atemschutzmasken tragen.

Schulleiterin schweigt bei Nachfrage

An der Diesterweg-Grundschule, die derzeit aufgrund der umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Goethe-Grundschule untergebracht ist, werden normalerweise zwei Klassen zusammen eingeschult, berichtet Schulleiterin Annett Biewendt. Das würde in diesem Jahr aufgrund der Coronaregeln nicht gehen. „Daher finden zwei Feiern in der Aula unserer Gastschule um 13.30 und 14.30 Uhr statt. Die Kinder dürfen jeweils vier Gäste mitbringen.“ Anders als sonst würden die Zuckertüten nicht in der Aula übergeben, um die Abstandsregeln einzuhalten. „Die Eltern haben sich jedoch für diesen großen Tag für die Kinder etwas Besonderes einfallen lassen. Die Halberstädter Feuerwehr übergibt den 26 Schulanfängern auf dem Schulhof die Zuckertüten“, so Annett Biewendt. Im Gebäude müssen die Erwachsenen Atemschutzmasken tragen, die Abc-Schützen jedoch nicht.

Unklar ist hingegen, wie die Einschulung für die 51 Mädchen und Jungen an der Goethe-Grundschule über die Bühne geht. Daraus macht Schulleiterin Eva-Maria Ganso ein Geheimnis. Auf Nachfrage zeigt sie sich zugeknöpft und lässt über ihre Sekretärin ausrichten, dass Informationen über das Bildungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt einzuholen seien.

Infos auf der Homepage

Ein Blick auf die Homepage der Schule verrät mehr. Dort heißt es: „Unter Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln und der Aufnahme aller Kontaktdaten können wir unsere Einschulungsveranstaltungen in der Aula durchführen. Den genauen Ablauf finden Sie in unserer Informationsmappe, die Sie zum Elternabend erhalten haben. Pro Familie können inklusive Einschulungskind fünf Personen teilnehmen. Wir werden Ihnen im August nochmals einen Brief zukommen lassen, indem wir auf die besonderen Bedingungen eingehen werden um zur Einschulung einen möglichst unbürokratischen Ablauf gewährleisten zu können.“

Im Schachdorf Ströbeck, der einzige Halberstädter Ortsteil, der über eine Grundschule verfügt, sind ebenfalls die Würfel für die Einschulungsfeier gefallen, informiert Volker Heinold, Leiter der Emanuel-Lasker-Grundschule. „Geplant ist, dass wir in den Gemeindesaal gehen. Dort ist jedoch die Zahl der Gäste bei Umsetzung der Abstandsregeln auf insgesamt etwa 80 Plätze beschränkt.“ Das bedeutet, dass pro Kind nur etwa zwei Gäste mit in den Saal können.

Feier unter freiem Himmel

„Wir hoffen auf schönes Wetter. In den vergangenen Jahren hat das eigentlich immer geklappt“, sagt Sebastian Lütgert, Chef der Miriam-Lundner-Grundschule. Kann der Plan umgesetzt werden, soll die Feier für die 46 Mädchen und Jungen auf dem Schulgelände unter freiem Himmel stattfinden. „Dort sind die Pandemieregeln nicht ganz so streng. Daher könnten pro Kind vier Erwachsene teilnehmen“, so Sebastian Lütgert. Spielt das Wetter nicht wie erhofft mit, findet die Einschulungsfeier in der Turnhalle der Grundschule statt. Dann verringert sich die Gastzahl pro Kind allerdings auf zwei. Auf alle Fälle haben die Mitglieder der Theater AG ein kleines Programm vorbereitet. Die Zuckertüten-Übergabe sei kein Problem. „Bei uns ist es Tradition, dass die Tüten immer vor dem Gebäude auf die neuen Schüler warten.“

56 Abc-Schützen freuen sich auf den Start ins Schulleben an der Spiegel-Grundschule. Aufgrund der hohen Schülerzahl, der begrenzten Platzkapazität in der kleinen Turnhalle und der Coronabestimmungen finden drei Durchgänge jeweils um 9, 10 und 11 Uhr zur Einschulung statt, berichtet Kerstin Brand, stellvertretende Schulleiterin. „Pro Kind dürfen zwei Erwachsene mit in die Halle, wo ein kleines Programm wartet. Anschließend können auf der geschmückten Außentreppe unserer Schule, wo die Zuckertüten übergeben werden, Fotos von den Kindern gemacht werden.“ Das Besondere an der Schule: Die Erstklässler werden in gemischten Klassen mit der zweiten Klasse unterrichtet.

Gottvertrauen zum Wetter

Drei Durchgänge sind auch an der Anne-Frank-Grundschule notwendig, um alle Abc-Schützen feierlich zu begrüßen. Dort sind es immerhin 55. „Pro Kind dürfen vier Angehörige an der Feierstunde in der Aula teilnehmen. Die Zuckertüten werden während der Feier durch Angehörige übergeben“, informiert Schulleiter Tobias Marx. Eine Variante an der frischen Luft habe man nicht in Betracht gezogen, weil dort keine Mikro-Anlage für das kleine Programm aufgebaut werden könne und in der Aula genug Platz sei.

Gottvertrauen hat man an der Evangelischen Grundschule in Wehrstedt. „Wir wissen, dass das Wetter schön wird und legen die Veranstaltung unter freien Himmel“, ist sich Schulleiter Martin Schubert sicher. Dort werden Bierzeltbänke aufgestellt. Für jede Familie sei eine Bank mit einem Namensschild reserviert. „Platz ist für das Schulkind plus Mutter, Vater, Oma, Opa und ein Geschwisterkind“, sagt Martin Schubert. Die Schlechtwettervariante gibt es natürlich. Dann findet alles mit weniger Gästen im Gebäude statt. „Damit beschäftigt sich niemand ernsthaft. Wir haben schließlich den direkten Draht nach oben“, so Martin Schubert mit einem Lächeln.