Am Freitag ist schulfrei, dann rollen die Umzugswagen nach Hillersleben

Evangelische Sekundarschule zieht um - Gebäude wird energetisch saniert

Von Marita Bullmann

Morgen werden die Schüler der 5. bis 7. Klasse der Evangelischen Sekundarschule eine Exkursion unternehmen, die Schüler der 8. bis 10. Klasse packen mit den Lehrern alles in ihrer Schule ein. Am Freitag ist schulfrei, da rollen die Umzugswagen. Und ab Montag lernen die Mädchen und Jungen in Hillersleben - wahrscheinlich für ein Jahr.

Haldensleben l Als die Evangelische Sekundarschule vor zwei Jahren das Schulhaus am Waldring bezog, sollte es endgültig sein. Schließlich war die Schule seit ihrer Gründung im Jahr 2007 schon in zwei anderen Häusern untergebracht. Für ein Jahr aber müssen Schüler und Lehrer nun doch noch einmal umziehen, dafür bekommen sie dann aber auch eine Schule, die ihresgleichen sucht. Die Evangelische Sekundarschule soll nämlich ein Modellprojekt für Energieeinsparung werden.

Mit Fördermitteln aus dem Programm Stark III wird das Schulgebäude energetisch so aufgerüstet, dass es - extreme Fröste vielleicht ausgenommen - ohne Fernwärmezufuhr auskommen wird. Neben der energetischen Sanierung wird das Schulhaus auch noch einen Umbau erfahren. Die obere Etage wird abgerissen. Die so fehlenden Räume werden in der jetzt bestehenden Lücke angebaut. So entsteht ein quadratischer Bau mit offener Mitte, die jedoch lichtdurchlässig überdacht wird, aber keine eigene Heizung brauchen wird. Damit erhält die Schule einen ganz besonderen Raum für Veranstaltungen, zum Essen oder für andere Zwecke.

Gestern standen schon zwei Umzugswagen auf dem Hof. "Der Keller wird ausgeräumt und die Fachkabinette werden abgebaut", sagt Schulleiterin Pia Kampelmann. Heute läuft noch der normale Unterricht, und morgen wird gepackt. Geographielehrerin Carola Di Pol Poege hat für die Schüler der 5. bis 7. Klassen eine Exkursion mit dem Schiff organisiert, sie fahren nach Magdeburg, unternehmen eine Schleusentour. Die Acht-, Neunt- und Zehntklässler werden beim Packen helfen.

Am Freitag haben die Mädchen und Jungen aller Klassen schulfrei. Dann rollen die Umzugswagen. Freitag und Sonnabend wird für den Umzug nötig sein, meint Pia Kampelmann, ab Montag kann der Schulbetrieb in Hillersleben aber laufen. Zwar wird noch nicht jedes Bild an der Wand hängen, aber der Schulbetrieb kann weitergehen, auch mit Tests und Klassenarbeiten, ist die Schulleiterin zuversichtlich.

"Auch Eltern haben ihre Hilfe angeboten."

Den Umzug werden die Lehrern mit den Mitarbeitern der Umzugsfirma und Schülern, die sich freiwillig zum Helfen gemeldet haben, schaffen. "Es haben sich auch Eltern angeboten, aber ihre Hilfe werden wir nicht brauchen", so Pia Kampelmann. Sie wird ihr Büro am 3. Oktober ausräumen. Einige andere Lehrer werden am Feiertag wohl auch kommen. Die Schulleiterin freut sich über die Einsatzbereitschaft der Schüler. Vor ein paar Monaten haben sich viele stark bei der Hilfe für die Flutopfer ins Zeug gelegt, Bastian Behringer und Nick Paluszkiewicz haben für ihren besonderen Einsatz sogar ein Extra Dankeschön an der Schule erhalten.

"Im Schulgebäude in Hillersleben haben wir gute Bedingungen, wir verschlechtern uns zum aktuellen Stand nicht", versichert Pia Kampelmann. Vorher hat die Alstein-Grundschule aus Haldensleben dort ebenfalls mehr als ein Jahr Bauzeit ihres Hauses in Haldensleben überbrückt. Danach hat es noch weitere Arbeiten am Gebäude gegeben, so dass die Schüler gute Bedingungen vorfinden werden. Auch die Sporthalle sei sehr gut, lobt Pia Kampelmann.

"Unserem Hausmeister fällt bestimmt etwas ein, um mit den Jungen zu schrauben."

Mit dem Busverkehr sei alles mit der OhreBus Verkehrsgesellschaft geklärt, erzählt die Schulleiterin. Morgens um 7.30 Uhr werden drei Busse extra für die Mädchen und Jungen der Evangelischen Sekundarschule am Busbahnhof in Haldensleben losfahren. Da die Schüler ohnehin aus den unterschiedlichsten Richtungen aus der Börde und der Altmark kommen, dürften keine Probleme entstehen, sagt die Schulleiterin. Rückfahrmöglichkeiten aus Hillersleben gibt es gestaffelt nach Unterrichtsschluss.

Gegenwärtig lernen 180 Schüler in neun Klassen in der Evangelischen Sekundarschule. Die Klassenstufen 5 bis 7 sind zweizügig, die Klassenstufen 8 bis 10 einzügig. Die Schule hatte 2007 mit einer 5. Klasse begonnen. Im vergangenen Schuljahr wurden erstmals Zehntklässler aus der Schule verabschiedet.

Fortgesetzt werden können im Ausweichquartier auch die meisten Arbeitsgemeinschaften. Nur die Moped-AG muss dieses Schuljahr aussetzen, dafür gibt es keine Möglichkeiten. "Unserem Hausmeister fällt bestimmt etwas anderes ein, um mit den Jungen zu schrauben", sagt die Schulleiterin schmunzelnd. Hausmeister Jörg Espe sei ein Juwel für die Schule, das zeige sich auch jetzt wieder beim Umzug. Auch der Förderunterricht der großen Schüler für die jüngeren wird wieder anlaufen.

Neu ist die Hilfe für Schüler mit einer Rechenschwäche, der so genannten Dyskalkulie. Die Lehrerin Britta Meyer qualifiziert sich für diesen Förderunterricht noch weiter. Die Kooperation, die die Schule im Frühjahr mit dem Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche Magdeburg vereinbart hat, trägt erste Früchte.

Für das Schulleben wird es sich auch auszahlen, dass die neue Musiklehrerin Annegret Stutterheim wieder einen Chor aufbauen will, freut sich die Schulleiterin. Die Musiklehrerin war vor ihrem Referendariat schon hier an der Schule und ist jetzt wiedergekommen.