Halberstadt l Nach einer mehrtägigen Schulung ist es geschafft: Die ersten ehrenamtlichen Integrationslotsen können nach ihrer Berufung durch den Landrat (CDU) ihre Arbeit aufnehmen.

Sie sollen vor allem die dezentral in Wohnungen untergebrachten Asylbewerber bei der Orientierung im Lebensalltag unterstützen, ihnen bei der Anpassung an die neue Umgebung helfen und ihnen so eine schnellere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Für andere einsetzen

„Die großen Herausforderungen des vergangen Jahres haben gezeigt, wie nötig solche Menschen wie Sie gebraucht werden, die sich für andere Menschen einsetzen“, sagte Martin Skiebe bei der Veranstaltung am Mittwochnachmittag in den Räumen der Kreisvolkshochschule Harz in Halberstadt. Der Landrat weiter: „Integration ist ein großes Wort. Das Miteinander sollte selbstverständlich sein.“

Jetzt bedürfe es solcher Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen, ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen. Offensichtlich sei der Landkreis Harz der erste in Sachsen-Anhalt, der solch ein Zeichen setze. Mit der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) habe man einen professionellen Partner für die Schulungen gefunden. Es seien ein breites Spektrum behandelt, unterschiedliche Vorgeschichten berücksichtigt und wichtige Bausteine vermittelt worden, um „Brücken in unserem Alltag zu bauen“.

„Insgesamt sollen in den kommenden Monaten 30 ehrenamtliche Lotsen im gesamten Kreisgebiet tätig werden, je zehn in jedem Altkreis“, sagte Herma Alpermann, Leiterin der Koordinierungsstelle Integration. Seit Jahresbeginn hat der Landkreis über 300 Ausländer zur Betreuung zugewiesen bekommen.

Über Migration informiert

Wie Marika Lehfeld, Standortleiterin der DAA in Halberstadt, berichtete, sei mit den künftigen Lotsen vor allem über die rechtlichen Grundlagen und ihre Verantwortung sowie generell über Migration, Flucht und Asyl informiert worden.

Sie sagte: „Zum Schluss gab es einen kleinen Test und ein Abschlussgespräch.“ Unterstützung werde durch Netzwerkpartner gewährt, beispielsweise bei der Frage der Anerkennung von Abschlüssen. Der nächste Kurs beginne am Montag, 13. Juni, und ein weiterer sei in Planung.

Gemeinsam mit Herma Alpermann wird Susanne Böttcher den Aufgabenbereich der kommunalen Migration im Dezernat II wahrnehmen und speziell den Einsatz, die Gewinnung, Qualifizierung und Koordinierung von ehrenamtlichen Integrationslotsen steuern.

Die 32-Jährige studierte Europäisches Verwaltungsmanagement an der Hochschule Harz und war zunächst im Jobcenter Landkreis Harz tätig.

Der Einsatz der ehrenamtlichen Integrationslotsen geht auf einen Beschluss des Kreistages zurück. Darin sind auch die möglichen Aufwandsentschädigungen festgelegt.

Bei Fragen ist die Koordinatorin Susanne Böttcher unter Telefon (0 39 41) 59 70 61 36 erreichbar.