Tourismusmagnet

Halberstadt: Vision vom Erlebnispark Harzarena

Kreative Köpfe legten der Stadt Halberstadt ein Konzept vor, um die Halberstädter Berge und die Kreisstadt zum Touristenmagneten zu machen. Mittelpunkt ist die Harzarena. Ein neuer Freizeitkomplex im Süden der Stadt.

Von Jörg Endries
Das Konzept für die Harzarena, hier ein Ausschnitt, sieht unter anderem den Bau einer 700 Meter langen Brücke in den Spiegelsbergen vor.
Das Konzept für die Harzarena, hier ein Ausschnitt, sieht unter anderem den Bau einer 700 Meter langen Brücke in den Spiegelsbergen vor. Foto: Jörg Endries

Halberstadt - Ein neues Tourismus-Projekt beschäftigt derzeit die Abgeordneten des Stadtrates Halberstadt - die Harzarena. Die Hauptrolle spielen dabei die Halberstädter Berge im landschaftlich attraktiven Süden der Kreisstadt - die Spiegel-, Klus- und Thekenberge. Der Anspruch der Ideengeber aus Halberstadt, die die Volksstimme in der kommenden Woche vorstellt, ist anspruchsvoll: „Wir machen Halberstadt zum Mittelpunkt des Harzes und die Stadt und seine Berge zur größten natürlichen Erlebnisarena in Deutschland“, heißt es im Konzept.

Bislang ist alles nur ein Stück Papier, allerdings prall mit Ideen gespickt, um in Halberstadt etwas Einmaliges entstehen zu lassen und mehr Touristen in die Stadt zu locken. Die einzigartige Naturkulisse besitzt die Stadt bereits. Alles andere muss erst noch entstehen. Darunter der Zuschauermagnet der Arena, ein Höhen-Erlebnis-Pfad.

Investitionskosten und Geldgeber noch unbekannt

Laut Konzept soll dieser Weg im obersten Stockwerk eines Parkhauses beginnen, das ebenfalls neu entsteht. Dieser Pfad soll über den Baumwipfeln der Spiegelsberge zum Ausstieg im Tiergarten führen. „Auf dem 700 Meter langen Pfad erleben Besucher den Nervenkitzel der Höhe hautnah oder genießen entspannt die Aussicht über Halberstadt und seine Berge“, heißt es in der Vorlage.

Auf der Jahnwiese in den Spiegelsbergen soll eine naturbelassene Erlebniswelt mit vielen Spielgeräten für kleine Gäste und Verweilmöglichkeiten für die Großen entstehen. Eine riesige Erlebnisrutsche gehört ebenfalls dazu, auf der man von der Jahnwiese talwärts rutscht. Der Bau eines sogenannten nachhaltigen Digital-Detox-Erlebnis-Camps für Privat- und Firmenkunden ist ebenfalls vorgesehen. Dort kann man die Natur genießen - ohne Handy und Laptop, praktisch eine Art digitale Entgiftung, um Sinne wieder zu schärfen, sich zu fokussieren, wie die Initiatoren betonen.

Naturliebhaber sollen unterhalb des Erlebnispfades auf ihre Kosten kommen. Laut Konzept könnten sich dort Barfuß-Parcours-Elemente mit Himmelsliegen im hohen Gras abwechseln, Sandbunker zum Toben und Spielen folgen auf Gärten mit Kräutern aus dem Harz. Ein asphaltierter Rundweg soll die gesamte Harzarena für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fußgänger komplett barrierefrei erschließen.

Außerdem ist beabsichtigt, vorhandene Attraktionen in Halberstadt wie das Spielemagazin, das Sport- und Sea Land, Fahrten mit der historischen Straßenbahn und vieles mehr in das Konzept Harzarena mit einzubinden. „Eine ganze Stadt, die sich selbst erlebbar macht und damit aus dem Inneren heraus zum Erlebnis wird, weil man als Gast spürt, die Menschen leben gerne hier“, so die Ideengeber. Die rechnen damit, dass die Arena Touristen aus den Regionen Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg, Goslar, Magdeburg sowie Halle/Leipzig anzieht. Keine Aussagen gibt es derzeit über den Finanzbedarf und wer das bezahlen soll. Allerdings steht das gewünschte Jahr der Fertigstellung im Konzept - 2025.

Halberstadts Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU) findet das Konzept der Harzarena „großartig“. Für eine Stadt, die lebt, wünsche er so etwas. „Ich werde das Projekt nach Kräften unterstützen. Im Gegenteil zum Tourismuskonzept Spiegelsberge ist die Harzarena etwas Greifbares“, unterstrich der Oberbürgermeister am gestrigen Freitag.

Ausschuss gibt für Konzept grünes Licht

Dennoch beschäftigte sich am Donnerstagabend der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates Halberstadt mit dem Konzept Harzarena, das in Form einer Beschlussvorlage vorliegt. Hans-Joachim Nehrkorn (Die Linke): „Ich bin nicht gegen das Konzept. Uns muss allerdings bewusst sein, dass dann Heerscharen von Touristen bei uns einfallen und damit neue Konflikte entstehen.“ Er plädierte dafür, nicht in Eile zu handeln, sondern in Ruhe, damit jedem klar wird, was mit dem Projekt zusammenhängt.

„Ich bin erstaunt über das umfangreiche Ideenpapier. Allerdings kann ich nicht abschätzen, ob etwas daraus wird. Die Chance sollte genutzt werden“, sagte Ausschussvorsitzender Jens Geffert (CDU).

Klaus Begall (CDU) machte darauf aufmerksam, dass der Titel des vorliegenden Beschlusses geändert werden sollte. „Umsetzung heißt soviel wie, morgen kommen die Bagger und legen los. Wir sollten das in Zustimmung ändern.“

Kai Fünfhausen (Die Linke): „Das Papier ist eine Willensbekundung, dem wir bedenkenlos zustimmen können. Dann können die Planer das Konzept weiter entwickeln.“

Der Stadtentwicklungsausschuss segnete die Beschlussvorlage Harzarena mit zwei Gegenstimmen ab. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden, der am Donnerstag, 15. Juli, darüber diskutiert.