Halberstadt

„Harzarena“ soll Wirtschaft beleben

Heiß diskutiert wird in Halberstadt derzeit über das Konzept „Harzarena“, ein Erlebnispark, der in den Halberstädter Bergen in den kommenden Jahren entstehen soll (die Volksstimme berichtete). Die Initiatoren erklären jetzt, was sie damit bezwecken.

Von Jörg Endries 15.07.2021, 11:25 • Aktualisiert: 15.07.2021, 12:38
Das Konzept für die Harzarena, hier ein Ausschnitt, sieht unter anderem den Bau einer 700 Meter langen Brücke in den Spiegelsbergen vor.
Das Konzept für die Harzarena, hier ein Ausschnitt, sieht unter anderem den Bau einer 700 Meter langen Brücke in den Spiegelsbergen vor. Foto: Jörg Endries

Halberstadt - Der Verein Hal-berstädter Berge und Bürger kritisieren das Projekt Harzarena, weil es ihrer Meinung nach zu sehr die Natur belasten würde und auch mit den Denkmalschutzauflagen für den Landschaftspark Spiegelsberge nicht in Einklang zu bringen wäre. Die Ideengeber für das Vorhaben, die Unternehmer Gert Schuber und Martin Hein, erklärten in einem Gespräch mit der Volksstimme ihre Motivation für die Erarbeitung des Tourismus-Konzepts „Harzarena“.

„Wir müssen die Stärken Halberstadts weiterentwickeln, um die Attraktivität der Kreisstadt zu steigern. Mit großen Industrieansiedlungen ist derzeit und auch in naher Zukunft wohl nicht zu rechnen. Also müssen wir uns auf den Sport- und Freizeitsektor konzentrieren“, sagt Gert Schuber. In den letzten zehn Jahren sei hier aber nicht viel passiert. Es werde nur noch das Vorhandene verwaltet. „Wir sind beim Freizeit- und Sportzentrum und dem sanierten Bahnhof stehen geblieben.“

Ideengeber: keine Eingriffe in Denkmalschutz

„Ich ärgere mich immer, wenn ich sehe, dass Touristen nur durch Halberstadt in Richtung Harz durchfahren. Wenn sich daran etwas ändern soll, dann muss Halberstadt etwas Besonderes bieten können“, betont Martin Hein. Beide möchten, dass Touristen zwei, vier oder mehr Tage in der Kreisstadt verweilen. Wenn das gelingt, profitiert die gesamte Stadt davon. „Touristen, die länger bleiben, bringen Geld in die Stadt, neue Arbeitsplätze entstehen, die Stadtkasse füllt sich, Gaststätten, Hotels und der gesamte Kulturbereich werden nachhaltig belebt“, so Gert Schuber. Das sei die Motivation für ihn und Martin Hein gewesen, sich zusammenzusetzen und das Konzept für die „Harzarena“ zu erarbeiten. „In das Projekt haben wir schon viel Zeit investiert“, unterstreicht Gert Schuber. Die Halberstädter Berge seien ein Pfund, die sich für ein Gesamtkonzept empfehlen würden. Man könne den Rahmen sogar noch weiter ziehen bis zu den weit und breit einmaligen Höhlenwohnungen in Langenstein. „Wir müssen uns von anderen Städten wie Wernigerode oder Quedlinburg im Harz unterscheiden, um Halberstadt besser vermarkten zu können“, sagen Gert Schuber und Martin Hein unisono.

Ängste, dass die „Harzarena“ nicht mit der Natur und dem Denkmalschutz zu vereinbaren wäre, versuchen die Unternehmer zu zerstreuen. Im Landschaftspark Spiegelsberge soll nichts geändert oder in den Denkmalschutz eingegriffen werden. Beide betonen, dass die Infrastruktur erst da sein muss, um mehr Touristen in die Berge zu holen. Wichtig sei ihnen, bereits vorhandene Angebote wie das Spielemagazin, das FSZ, die historische Straßenbahn und den starken Kulturbereich Halberstadts mit der „Harzarena“ zu vernetzen.

Beschluss im Stadtrat ist erster Schritt

Gert Schuber und Martin Hein wollen die Bürger der Stadt bei der weiteren Entwicklung des Projekts mit einbeziehen. „Wir sind gern bereit, in die öffentliche Diskussion einzutreten“, so Gert Schuber. Beide unterstützen den Vorschlag von Halberstadts Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU), das Konzept in einer Bürgerversammlung vorzustellen und darüber zu diskutieren.

Dass dem Stadtrat während der heutigen Sitzung bereits das Konzept zur Beschlussfassung vorliegt, sei auf keinen Fall der Auftakt zur Umsetzung der „Harzarena“, unterstreichen die Initiatoren. Es sei ein erster Schritt, nicht mehr. „Praktisch eine Willensbekundung, dass die Stadt das Projekt unterstützt. Die sei vor allem wichtig, damit das Vorhaben Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Halberstadts werden kann. Damit habe man die Möglichkeit, später Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt zu bekommen. Die seien wiederum wichtig, um Investoren zu finden. „Geld gibt es nur dann, wenn das Konzept stimmt“, sagt Gert Schuber.

Martin Hein, der mehrere Firmen in Berlin betreibt, die unter anderem große Reisebüroketten beraten, ist genauso wie sein Freund Gert Schuber von der Steuerberatungsgesellschaft Schuber und Partner, vom Konzept „Harzarena“ überzeugt. Jetzt müssten nur die Weichen gestellt werden, damit es umgesetzt werden kann. „Es bedarf jetzt einer Grundsatzentscheidung oder die Halberstädter müssen sagen, man will dort bleiben, wo man ist und nicht verändern“, sagen beide.