Schulentwicklung

Harzer Landrat gibt Fallstein-Gymnasium in Osterwieck nicht auf

Worin Thomas Balcerowski (CDU) trotz jüngster Hiobsbotschaft seine Hoffnung begründet und welche Optionen er fürs Abitur in Osterwieck sieht.

Von Mario Heinicke 14.05.2022, 17:55
Auch nach der großen Demonstration am 4. März muss die Region weiter um das Fallstein-Gymnasium kämpfen.
Auch nach der großen Demonstration am 4. März muss die Region weiter um das Fallstein-Gymnasium kämpfen. Archivfoto: Mario Heinicke

Osterwieck - Es besteht weiterhin Hoffnung. Am Dienstag wolle er zu einem Gespräch nach Osterwieck in die Schule kommen, berichtete Landrat Thomas Balcerowski gegenüber der Volksstimme.

Dann wird es auch um die Entwicklung der Schülerzahlen gehen. Die Zahlen aus der Hochrechnung im Zuge der Schulentwicklungsplanung sollen mit den aktuellen Ist-Schülerzahlen verglichen werden.

Dass das Fallstein-Gymnasium momentan wackelt, ist den hochgerechneten Schülerzahlen geschuldet, die teilweise unter den Mindestanforderungen liegen. Die problematischen, weil geburtenschwächeren Jahrgänge sind die jetzigen achten und neunten Klassen.

Wenn sie in die Klassenstufen elf und zwölf kommen, werden nach den Prognosen, die von jährlichen Abgängen von Schülern ausgehen, für drei Jahre die Mindestschülerzahlen für die Sekundarstufe II unterschritten. Diese dürften aber nach den Vorschriften nur für zwei Jahre unter der Norm sein.

Mit einer Ausnahme rechne der Landrat selbst angesichts der nach dieser Delle wieder deutlich ansteigenden Schülerzahlen nicht. „Es gibt für den Harz keine Extrawurst“, habe er aus Gesprächen mit Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) mitgenommen. Wohl um keine Präzedenzfälle für weitere Ausnahmen im Land zu schaffen.

Egal, wie diese Überarbeitung der Zahlen ausgeht, unterstrich Balcerowski, dass es zum kommenden Schuljahr 2022/2023 keine Änderungen für die weiterführenden Schulen im Landkreis geben werden. „Da kann ich die Eltern beruhigen.“ Und selbst wenn die Entscheidung gegen das Gymnasium fallen sollte, würden die bereits bestehenden Gymnasium-Klassen weiterlernen – als auslaufende Beschulung. Diese hatte es übrigens auch noch für einige Übergangsjahre gegeben, bevor 2007 die Stephanischule in Osterwieck geschlossen worden war.

Sollte das Fallstein-Gymnasium keine Genehmigung erhalten, sieht Thomas Balcerowski grundsätzlich drei Optionen für das Fallstein-Gymnasium.

Als Erstes eine Außenstelle von einem der fusionierten Gymnasien in Halberstadt oder Wernigerode. Aus persönlicher Erfahrung könne er eine Außenstelle aber nicht empfehlen.

Das Zweite wäre die Kooperation mit einem anderen Gymnasium. Dafür würden aber wohl auch die notwendigen Schüler fehlen. Die dritte Option wäre die bereits ins Spiel gebrachte Gemeinschaftsschule mit Kooperation mit einem der fusionierten Gymnasien in Halberstadt oder Wernigerode. Als Gemeinschaftsschule gebe es nach seiner Einschätzung gut funktionierende Beispiele im Harzkreis.

Der Landkreis sei zwar der Schulträger, sagte der Landrat, er wolle den Osterwieckern aber nichts vorschreiben, sondern gemeinsam agieren. Thomas Balcerowski rät den Osterwieckern, sich die Optionen anzusehen und auch Informationen von bestehenden Einrichtungen einzuholen. „Wir müssen darüber keine Entscheidung in den nächsten Tagen treffen“. Frist sei der 31. Dezember.

Der Landrat hofft, dass es gelingt, das Fallstein-Gymnasium zu erhalten. „Ich weiß, das ist eine wichtige Einrichtung, über die sich die Region identifiziert.“

Landrat Thomas Balcerowski
Landrat Thomas Balcerowski
Foto: Landkreis