Neue Rastplätze am Huy

Heimatverein Dingelstedt sorgt für Bänke und mehr Ordnung

Die Initiative des Heimatvereins, in Dingelstedt für neue Rastplätze zu sorgen, kommt bei den Bürgern richtig gut an und nur selten ist eine der Bänke ungenutzt. Und für mehr Sauberkeit im Ort wurden die Bänke nun mit Papierkörben komplettiert.

Von Ramona Adelsberger
Am Sandweg von Dingelstedt steht eine neue Bank, die von den Bürgern sehr gern genutzt wird. Hier haben sich Rosi Kluth, Rosi Lodahl und Hans-Hermann Lodahl zu einem Plausch niedergelassen. Und die Rosis haben sich viel zu erzählen.
Am Sandweg von Dingelstedt steht eine neue Bank, die von den Bürgern sehr gern genutzt wird. Hier haben sich Rosi Kluth, Rosi Lodahl und Hans-Hermann Lodahl zu einem Plausch niedergelassen. Und die Rosis haben sich viel zu erzählen. Foto: Bernd Blum

Dingelstedt - Diese Corona-Zeit mit ihren Beschränkungen war für die Mitglieder des Heimatvereins Dingelstedt zwar schwierig, aber keineswegs eine Zeit des Stillstands. Im Gegenteil: Sie haben dafür gesorgt, dass an einigen besonderen Plätzen im Dorf neuerdings Bänke stehen, die zum Ausruhen, Verweilen und zum Klönen einladen. Denn in Dingelstedt am Huy gibt es viele schöne Ecken. So stehen zwei der neue Bänke in der Nähe des Friedhofes, eine oberhalb des Geländes und eine weitere am Sandweg. Weitere Sitzgelegenheiten wurden hinter dem Ortseingang an der Anderbecker Chaussee, in der Bahnchaussee in Höhe des Schweinetors und am Rotberg aufgestellt.

In Anlehnung an die früheren Zeiten, als die Menschen abends auf dem Dorfplatz unter der Linde zusammengekommen sind, gibt es auf dem Platz zur Kirchstraße eine weitere Bank. Hier steht eine große Eiche, deren Stamm nun von einer Rundbank umschlossen ist, die zum Sitzen und Klönen einlädt. Zudem wurden drei Bänke am Teich erneuert.

Bänke werden gut angenommen

„Die neuen Bänke sind sofort von unseren Bürgern gut angenommen worden“, erklärt Bernd Blum vom Heimatverein Dingelstedt. Er freue sich, wenn er auf Dingelstedter und Gäste treffe, die sich auf den Bänken niederlassen und das Angebot genießen. Oft höre er dann lobende Worte über das Engagement des Heimatvereins.  

Auf die Idee für das Foto mit drei sehr bekannten Einwohnern sei er gekommen, als er neulich zufällig in der Nähe des Friedhofes am Sandweg vorübergekommen sei und dort einträchtig die beiden „Dingelstedter Rosis“ (Rosemarie Kluth und Rosemarie Lodahl) in Begleitung von Hans-Herrmann Lodahl auf der Bank angetroffen habe. „Die Drei waren sofort bereit für ein Foto und Rosi Lodahl, selbst Mitglied im Heimatverein, hat schnell noch das Dingelstedter Wappen besorgt.“

Vereine und Bildungsträger agieren gemeinsam

Die Bänke bestehen aus massivem Holz und wurden in Halberstadt gebaut. Der Dingelstedter Heimatverein pflegt eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem VHS Bildungswerk. Dabei sprechen beide Seiten von einer „Win-Win-Situation“, denn die Verantwortlichen des Bildungswerkes sind immer auf der Suche nach sinnvollen Aufgaben für ihre Mitarbeiter.

Der Verein stellt das Material und in der Werkstatt des Bildungswerkes wird das Projekt dann umgesetzt. Und im Fall der Bänke zeigt sich, dass es in Dingelstedt ein gutes Miteinander der Vereine gibt, denn das Holz hat der Sportverein Fortuna Dingelstedt zur Verfügung gestellt.

Bunte Fahrräder weisen auf Huy-Radweg hin

Neben den neuen Bänken hat der Heimatverein noch für weitere Hingucker in der Ortslage von Dingelstedt gesorgt. Vier farbig lackierte ausgediente Fahrräder weisen auf den Huy-Radweg hin: Ein Gelbes am Bahnhof, ein Grünes am Wappen neben dem Dorfteich, ein Orangenes am Kirschberg und - ganz neu - ein Blaues am Westerntor. Das Gelbe und das Orange sind bereits durch Anwohner mit Blumen bepflanzt, das Grüne ist gerade in Arbeit und bestimmt findet sich auch für das blaue Rad am Westerntor noch ein Sponsor, der es mit Blumen schmückt und diese dann pflegt.

Papierkörbe ja, aber nicht für jede Bank

Nun ist der Heimatverein sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat die neuen Bänke mit Papierkörben ergänzt. Diese Behältnisse bestehen ebenfalls aus Holz und sind wiederum im VHS-Bildungswerk entstanden. Beim Anbringen hat die Firma Aschenbrenner aus Badersleben geholfen. Im Inneren der Holzkübel verbirgt sich ein Metalleimer zum Herausnehmen. Das Ausleeren sei mit der Gemeindeverwaltung geklärt und soll durch die Gemeindearbeiter erfolgen, die ohnehin ihre regelmäßige Runde durch die Ortslage drehen, ist vom Heimatverein zu erfahren.

Die Jugendlichen sollen erzogen werden

„Nur am Rotberg, der einzigen Bank, die etwas außerhalb steht, haben wird auf den Abfallkorb verzichtet“, erklärt Bernd Blum. Denn das sei der Platz, an dem sich in den Abendstunden vermehrt Jugendliche treffen. „Wir wollen unseren Nachwuchs erziehen, dass sie ihren eigenen Müll mitzunehmen haben“, hofft der Verein auf eine positive Wirkung dieser Entscheidung. Denn keiner kann sich wirklich wohlfühlen, wenn er auf dem Müll des Vorgängers sitzen muss. Ob dass wirklich funktioniert, wird sich zeigen.

Bernd Blum hat immer noch den Anblick von Resten einer Grillorgie am Dingelstedter Teich im Kopf, auf die er kürzlich durch einen Anwohner aufmerksam gemacht wurde. Die Feiernden hatten einfach alles am Ufer zurück- gelassen, angefangen vom Grill, über sämtliches Einweggeschirr und Flaschen bis hin zu Lebensmittelresten. „Den Krach muss doch jemand gehört haben“, sagt Blum.

Anwohner sollten hier aufmerksam sein und das Ordnungsamt verständigen, wenn sie die Übeltäter kennen.