Wegeleben l Die Hoffnung, der in der Nacht zum Dienstag in Wegeleben mit schwersten Brandverletzungen gefundenen Frau noch helfen zu können, hat sich nicht erfüllt. Nach Polizeiinformationen erlag die bislang unbekannte Frau gegen 13 Uhr in einer Spezialklinik ihren schweren Brandverletzungen. Unterdessen versuchen vor Ort in Wegeleben Polizeibeamte weiterhin, die Identität der Toten zu klären. Rund 50 Beamte verschiedener Polizeibehörden sind in der Bodestadt unterwegs, um Hinweise zur Person oder zu den Abläufen in den Nachtstunden zu bekommen. Die Frau war in der Nacht zum Dienstag gegen 3.30 Uhr mit schwersten Brandverletzungen im Bereich des Bahnhofs gefunden worden.

Offenbar mit Benzin übergossen

Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Güterzug den Bahnhof passiert und dessen Lokführer die auf dem Bahnsteig liegende hilflose Frau entdeckt. Nach dem Hinweis an die Leitstelle der Bahn eilten sofort Polizeibeamte vor Ort, die die am gesamten Körper verbrannte Frau fanden. Aufgrund der Schwere der Brandverletzungen war die Frau nicht ansprechbar. Sie wurde in eine Spezialklinik für Brandopfer - nach Informationen der Volksstimme die hallesche Klinik Bergmannstrost - geflogen. Über ihren aktuellen Zustand ist nichts bekannt, die Brandverletzungen sollen jedoch extrem und großflächig sein. Offenbar wurde ihr Körper mit Benzin oder einem anderen Brandbeschleuniger übergossen und dieser entzündet.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Aktuell ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft in alle Richtungen. Ein Selbstmordversuch sei gegenwärtig ebenso denkbar wie ein Gewaltverbrechen. Grundsätzlich könne im Moment gar nichts ausgeschlossen werden, hieß es. Offenbar läuft ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes - dafür gibt es bislang aber noch keine offizielle Bestätigung.

Polizei befragt vor Ort Anwohner

Da bei der Frau keine Papiere gefunden worden sind, konzentrieren sich die Ermittler aktuell darauf, deren Identität zu klären. Vor Ort in Wegeleben sind seit Dienstagvormittag rund 50 Beamte unterwegs, um Anwohner im Stadtgebiet hinsichtlich einer vermissten Frau zu befragen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, weil selbst das Alter der Frau aufgrund der großflächigen Brandverletzungen nur schwer zu schätzen ist. Es könnte - grob eingegrenzt - zwischen 20 und 40 Jahren liegen. Möglicherweise aber auch darunter oder etwas darüber. 

Die Polizei beschreibt die verletzte Frau wie folgt:

  • ca. 160 bis 170 cm groß
  • eine normale Statur mit kräftigen Oberschenkeln
  • bekleidet mit schwarzen (knöchelhohen) Schuhen mit weißer Sohle der Marke „Fila“ in der Größe 38, lila Socken, einer schwarze Kapuzenjacke und einer schwarzen Hose

Personen, die sachdienliche Hinweise zu dem Sachverhalt und/oder zur Identität der Frau geben können, werden gebeten, sich umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle oder unter der Telefonnummer 0391/546 5196 bei der Kriminalpolizei zu melden. Die Polizei hofft auch auf Zeugenhinweise, um das Geschehen in den Nachtstunden rekonstruieren zu können.