Projekttag mit vielen Gästen an der Haldensleber Otto-Boye-Grundschule

Kinder machen sich stark gegen Gewalt

Von Julia Schneider

Ihren dritten Gewaltpräventionstag veranstaltete die Haldensleber Otto-Boye-Grundschule. Dazu waren nicht nur Vertreter von Einrichtungen wie CVJM, Weißer Ring und Polizei zu Gast. Auch die Band "Nobody Knows" war gekommen und überraschte die Schüler mit einem Konzert.

Haldensleben l Beim Gewaltpräventionstag an der Haldensleber Otto-Boye-Grundschule ging es den Verantwortlichen vorrangig darum, die Kinder für das Thema "Gewalt" überhaupt einmal zu sensibilisieren. "Ein großes Ziel dieses Tages ist zum Beispiel, dass die Kinder einen netten Umgang miteinander haben", erklärte Marion Moll. Gemeinsam mit anderen Kollegen war die Lehrerin für die Organisation des Projekttages verantwortlich.

In ihrer 1. Klasse begann sie den Thementag, indem sie den Kindern zunächst Herrn Knigge und seine Regeln vorstellte. "Es hilft schon, wenn man die Kinder immer wieder darauf hinweist, freundlich zu grüßen, Bitte und Danke zu sagen, jemandem die Tür aufzuhalten und so weiter. Schon solch kleine Sachen sorgen für einen friedlicheren Umgang miteinander", erklärte sie.

Jede Einrichtung oder Organisation, die zum Gewaltpräventionstag an die Schule gekommen war, sensibilisierte die Mädchen und Jungen für einen anderen Aspekt des Themas Gewalt. So sprachen die Mitarbeiter des Weißen Ringes an, wie schnell ein Kind selbst zum Opfer werden kann und welche Möglichkeiten es hat, sich dagegen zur Wehr zu setzen.Auch die häusliche Gewalt wurde dabei thematisiert.

Manfred Knechtel, Präventionsbeauftragter des Polizeireviers Börde, behandelte allgemeine Fakten der Prävention mit den Schülern. "Die Kinder müssen auch erstmal lernen, dass Schubsen und Drängeln und auch das Benutzen von Schimpfwörtern etwas sein können, das andere verletzt", weiß Marion Moll aus Erfahrung. So erklärte Knechtel in den 1. und 2. Klassen einfache Verhaltensweisen, zu denen auch Maßgaben wie "Gehe mit keinem Menschen ohne Erlaubnis der Eltern mit!" oder "Bei drohender Gefahr solltest du weglaufen!" gehörten.

Kampfsportler vermitteln das Gefühl der Opferrolle

In der Sporthalle tobten sich die Kinder mit Trainern aus. Michael Böhm vom Verein Gewaltfrei Sachsen-Anhalt, Karate-Sportler Ingolf Zander und Christian Naake, Bundestrainer für klassisches Karate, brachten den Mädchen und Jungen einfache Griffe und Bewegungen bei, um sich in Gefahrensituationen zu helfen oder sich schnell aus ihnen zu befreien. Anhand von ungefährlichen Übungen zeigten sie ihnen aber auch, dass es sich nicht gut anfühlt, in der Opferrolle zu stecken.

"Gemeinsam sind wir stark!", hieß es beim Christlichen Verein junger Menschen (CVJM). Von den Vereinsmitgliedern lernten die Schüler, dass sie sich im Klassenverband aufeinander verlassen können, und wie einer dem anderen helfen kann. Auch in der Kulturfabrik tummelten sich einige Jungen und Mädchen: Dort las Kerstin Weinrich ihnen zum Thema "Gewalt" vor und zeigte auch kurze Filme zur Aufklärung. Thomas Lohan, De-Eskalationstrainer beim Verein Gewaltfrei Sachsen-Anhalt, konzentrierte sich auf die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Sozialkompetenz der Schüler.

So sehr sie an ihrem Projekttag auch in ihrer Schule verstreut waren: Zum Abschluss fanden sich alle Mädchen und Jungen in der Aula der Schule ein und waren ganz gespannt auf ihre Überraschungsgäste. "Wir freuen uns so, dass wir die Band ¿Nobody Knows\' bei uns begrüßen dürfen. Ohne die Unterstützung von Ursula Fricke und von Marika Lehfeld von der Deutschen Angestellten-Akademie hätte sich unsere Schule den Auftritt niemals leisten können", freute sich Marion Moll. Über ein Förderprogramm der Deutschen Angestellten-Akademie konnte der Auftritt der Band finanziert werden.

"Wir machen eigentlich Folklore-Musik. Aber für euch haben wir heute auch ein paar Kinderlieder in unser Programm eingebaut", sagten die Musikstudenten von "Nobody Knows" aus der Altmark. Die Kinder sangen lauthals mit, klatschten und jubelten. "Die Schüler sollen Musik auch als Ventil verstehen lernen", erklärte Marion Moll. "Sie sollen verstehen, dass sie sich mit Musik ausdrücken können und dass Musik einem Ärger nehmen und einen fröhlich machen kann."