Diesterwegschule

Mindestens noch ein Jahr warten

Die Halberstädter Diesterweg-Grundschule bedarf dringend einer Sanierung. Bis dahin wird aber noch mindestens ein Jahr vergehen.

Von Sabine Scholz

Halberstadt l Dass sie kämpfen können und Ausdauer besitzen, das haben die Mitglieder des Fördervereins Diesterweg-Grundschule/Sargstedter Siedlung hinlänglich bewiesen. Nicht nur, dass sie seit inzwischen weit mehr als anderthalb Jahrzehnten auf eine Sanierung der Schule drängen, die eine der ersten war, die nach dem Krieg neu gebaut wurde. Sie kämpften auch erfolgreich mit einem Bürgerbegehren gegen die Schließung ihrer Schule und sicherten durch den Bürgerentscheid allen sechs Grundschulen in der Stadt die Zukunft.

Nun werden sie weiter Ausdauer beweisen müssen, aber die werden sie aufbringen, das wurde während eines Pressegepräches am Dienstagabend deutlich. Mit Dieter Krone, Guido Meichler, Jens Kownatzki, Max Grüning und Annett Biewendt saßen Vorstandsmitglieder des Fördervereins am Tisch, um mit Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) und Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Jens Klaus über die zeitlichen Abläufe zu reden.

Denn nach dem Bürgerentscheid war vom Stadtrat alles wieder auf Anfang gesetzt worden. Das heißt, die komplette Prozedur von Planungen und Ausschreibungen beginnt von vorn. Anders als in den vergangenen Jahren scheint aber zumindest die Finanzierung klar. Denn die Stadt wird über einen 3,1-Millionen-Euro-Zuschuss aus der Landeskasse verfügen können.

Das Geld stammt aus dem Förderprogramm Stark V und steht der Stadt zur Verfügung, wenn sie in Schulen, Kindergärten und ähnliches investieren will. Allerdings liegt das Geld nicht auf dem Stadtkonto, sondern wird erst nach Prüfung der Bauunterlagen durch die zuständige Landesbehörde von der Investitionsbank des Landes zur Verfügung gestellt. „Bei Summen über eine Million Euro prüft das Land immer, ob die geplanten Vorhaben für die Höhe der Fördermittel angemessen sind“, erklärte Jens Klaus. Die formalen Voraussetzungen, um das Fördergeld nutzen zu können, sind laut Klaus erfüllt. So liegt die Schule zum Beispiel innerhalb eines ausgewiesenen Stadtumbaugebietes.

Die Summe, für die der Umbau erfolgen soll, ist auf 5,5 Millionen Euro festgelegt. Die Diskrepanz zu den in den Vorjahren stets genannten rund 6,4 Millionen Euro erklärte Jens Klaus auf Nachfrage von Dieter Krone damit, dass man nun das Förderprogramm Stark V nutze. Das sehe nicht so strenge Auflagen an die Energieeffizenz des Neubaus oder der sanierten Gebäudehülle vor wie das Programm Stark III, das man zuerst als Geldquelle nutzen wollte. Damit würde das Bauen weniger aufwendig und somit etwas preiswerter.

Oberbürgermeister Andreas Henke sicherte Dieter Krone nicht nur eine Einwohnerversammlung zum Thema Schulsanierung in der Sargstedter Siedlung zu, sondern erklärte auch, dass es bis zum ersten Spatenstich wohl länger als ein Jahr dauern könnte. So sei die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen zum 9. März erfolgt und die Angebote müssen bis zum 2. Mai vorliegen.

Aber wenn es nach Auswertung der Angebote (geplant für den 26. Mai) und die Auftragsgespräche samt Präsentationen durch die Büros (8. Juni) Mitte Juni zur Vergabe der Planungen kommen kann, werden es drei bis vier Monate dauern, bis die Unterlagen komplett für den Bauantrag vorliegen. Dann muss sowohl das Bauordungsamt des Landkreises diese Unterlagen prüfen als auch das Land, um den Zuschuss freizugeben. „Erfahrungsgemäß wird dies alles wohl bis zum Frühjahr 2018 dauern. Liegt die Baugenehmigung vor, müssen die eigentlichen Arbeiten ausgeschrieben werden. „Deshalb wird wohl erst im Sommer 2018 mit einem echten Baustart zu rechnen sein“, sagte Andreas Henke.