Kinder- und Jugendarbeit

Neustart für die Kinderfeuerwehr in Veltheim

Die Nachwuchsgruppe der Veltheimer Feuerwehr findet sich neu zusammen. Dabei ist das Interesse im Dorf groß, sich in der Kinder- und Jugendfeuerwehr aktiv einzubringen.

Von Vera Heinrich
Sara ist einsatzbereit, auch wenn die Jacke noch etwas zu groß ist.
Sara ist einsatzbereit, auch wenn die Jacke noch etwas zu groß ist. Vera Heinrich

Veltheim - „Gut Schlauch“, tönt es gleich drei Mal laut im Veltheimer Feuerwehrgerätehaus. Die Kinder- und Jugendfeuerwehr des Fallsteindorfes kann nach der Corona-Zwangspause endlich wieder loslegen. 2019 gerade frisch gegründet, machte die Pandemie den Nachwuchsbrandschützern gleich zu Beginn einen Strich durch die Rechnung. „Ich bin gerade eingetreten und dann kam auch schon alles zum Erliegen“, bedauert Tarik. Der 15-Jährige ist einer von fünf Kameraden der Jugendwehr.

Tim ist mit 17 Jahren der Älteste in der Gruppe. Für den angehenden Dachdeckerlehrling steht fest: „Ich bleibe auf jeden Fall dabei.“ Mit Erreichen der Volljährigkeit möchte er die 23 Kameraden im aktiven Dienst unterstützen.

Frisch gegründet – und dann kam der Lockdown

Neun Jungen und Mädchen gehören ferner zur Kinderwehr, die Heike Bode leitet. Gleich in doppelter Hinsicht ist die Kindergruppe der Junior in der Freiwilligen Feuerwehr Veltheim: Ist der Zusammenschluss der Jüngsten im Alter von sechs bis neun Jahren auch die jüngste Gründung in der Ortswehr des Fallsteindorfs. So jung, dass ihnen noch etwas Wichtiges fehlt. „Wir haben noch keinen Namen für unsere Kinderfeuerwehr“, sagt Jugendwart Jan Vörsterling und ergänzt: „Zusammen mit den Kindern werden wir uns noch überlegen, wie die Gruppe heißen soll.“

Der 28-Jährige zeigt sich zufrieden angesichts der vielen jungen Veltheimer, die sich für den Brandschutz interessieren: „Das ist eine richtig gute Truppe“, sagt er mit Blick auf die 14 Nachwuchskameraden und freut sich besonders über die neun neuen Gesichter.

Der Veltheimer ist selbst schon 2002 mit zehn Jahren in die Feuerwehr seines Heimatortes eingetreten. Er muss nicht lange überlegen, was ihn für den Posten als Jugendwart motiviert: „Ich möchte das gern fortführen, was ich selbst schon früh schätzen gelernt habe“, so der engagierte junge Mann. Das Gemeinschaftsgefühl präge ein Leben lang, ist er sich mit dem stellvertretenden Wehrleiter Tobias Machon einig.

Die richtige Kleidung für die neuen Floriansjünger

Bevor es für die insgesamt sechs Mädchen und acht Jungen der beiden Nachwuchsgruppen richtig losgehen kann, müssen alle erst einmal fachgerecht eingekleidet werden. Maddox kennt sich gut aus, da er bereits seit 2019 Mitglied ist. Er erklärt, was ein richtiger Feuerwehrmann braucht: „Helm, Jacke, Hose, T-Shirt und Handschuhe.“ Für den Achtjährigen steht sein Berufswunsch schon fest: „Feuerwehrmann natürlich.“

Dass er bei den Brandschützern mitmachen wollte, liege an seinem Vater, sagt er: „Mein Papa ist auch in der Feuerwehr. Da habe ich ihn gefragt, ob ich auch mitmachen darf.“ Ganz ähnlich geht es dem siebenjährigen Jonathan. „Ich wollte wie mein Papa mit dabei sein. Außerdem habe ich zu Hause viele kleine Feuerwehrautos“, erzählt er.

Spielerisches Heranführen an Feuerwehrtechnik

Tatsächlich hätten die Kleinen die Großen zur Gründung ins-piriert, schildert Tobias Machon. „Die Idee kam aus der Mannschaft. Bei einem Dienstabend vor zwei Jahren haben wir festgestellt, dass es viele Kinder im Grundschulalter im Ort gibt.“ Dazu zählt teilweise auch der eigene Nachwuchs der Kameraden. „Da haben wir beschlossen, für sie etwas auf die Beine zu stellen. Zum Glück unterstützen das alle in der Wehr.“ Denn ohne Unterstützung gehe es nicht, betont der 40-Jährige.

Neben Spiel und Spaß mit der Feuerwehr lernen die Jüngsten auch etwas über die Technik der Floriansjünger und über Brandschutz. „Alles altersgerecht“, unterstreicht der stellvertretende Wehrleiter. So zeigt Jugendleiter Jan Vörsterling den Kindern, wie ein Hydrant funktioniert. „Das ist richtig spannend“, findet die achtjährige Marina. Anschließend dürfen die Kinder sogar mit dem Feuerwehrschlauch spritzen. Die spielerische Herangehensweise kommt bei allen Beteiligten gut an und weckt das Interesse bei den Kleinen.

„Bei uns in der Schule war letztens die Osteröder Feuerwehr mit ihrer Drohne“, erzählt Sara. „Deswegen wollte ich unbedingt dabei sein, als ich gehört habe, dass wir Kinder im Dorf auch zur Feuerwehr dürfen.“

Wer wie die Siebenjährige in der Kinderfeuerwehr Veltheim mitmachen möchte, muss mindestens sechs Jahre alt sein. „Sonst braucht es keiner weiteren Voraussetzungen. Jeder ist willkommen“, sagt Wehrleiter-Stellvertreter Tobias Machon und lädt alle interessierten Kinder und Jugendlichen für die nächste Gruppenstunde am Freitag, 9. Juli, von 17 bis 19 Uhr ins Feuerwehrgerätehaus im Deitweg 131 in Veltheim ein.