Halberstadt l Daniel Szarata will der nächste Oberbürgermeister von Halberstadt werden. Der erste Schritt in diese Richtung ist geschafft: Die Mitglieder der CDU Halberstadt nominierten am Montag Szarata, ihren Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, als ihren Kandidaten für die kommende Wahl, wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde. Bei einer Enthaltung hätten sich die anwesenden Mitglieder einstimmig für ihn entschieden, heißt es.

Für die Wahl steht noch kein Termin fest. Auch hat bislang noch keine der anderen Parteien einen Kandidaten ins Rennen geschickt.

Zweite Kandidatur

Es ist nicht das erste Mal, dass Szarata das Amt im Rathaus anstrebt. Bereits 2013, als 30-Jähriger, ist er bei der Oberbürgermeisterwahl angetreten. Obwohl mehr als ein Drittel der Wähler für ihn stimmten (43 Prozent), reichte es nicht, um den Amtsinhaber – dem er Führungsschwäche vorwirft – zu überholen. 2013 holte Andreas Henke (Linke) 53,6 Prozent der Stimmen.

Stand für Szarata schon damals, kurz nach der Niederlage, fest, dass er noch einmal antreten will? „Nein, am nächsten Tag denkt man über so etwas nicht nach“, sagt der 37-Jährige. Dennoch sei er rückblickend nicht unzufrieden mit seinem Ergebnis.

Zeichen

Vielmehr sei es eine Entwicklung dahin gewesen. So habe es ihn in seiner Entscheidung bestärkt, dass er seit 2016 als Abgeordneter für die CDU im Landtag sitzt und dass er im Mai bei den Stadtratswahlen mit Abstand die meisten Stimmen – 4460 – erhalten hat. „Das war der letzte Tropfen, ein Zeichen dafür, dass ich meine Sache gut mache“, so Szarata.

Seine erneute Kandidatur sei für die Menschen, die ihn kennen, keine Überraschung gewesen. Seine Familie habe ihn den Rücken gestärkt und „ist sicher auch stolz auf mich“. Auch wenn, so räumt der Vater einer Dreieinhalbjährigen ein, das neue Amt für sie mit Veränderungen verbunden wäre. „Meine Familie ist relativ bekannt in der Stadt und wird dann sicher noch häufiger angesprochen.“ Gleichzeitig hege seine Frau die Hoffnung, dass er dann künftig häufiger zuhause wäre. Denn sollte er die Wahl gewinnen, würde er nicht mehr im Landtag in Magdeburg tätig sein.

Überzeugung

In den Wahlkampf zieht Szarata mit dem Slogan „Halberstadt kann mehr“. „Das ist meine tiefste innere Überzeugung. Halberstadt kann in allen Bereichen mehr“, betont der Politiker. „Das heißt aber nicht, dass wir alles auf einmal erreichen können.“ Er sei der Meinung, dass sich die Stadtoberhäupter mehr auf einzelne Aufgaben fokussieren müssen. „Momentan wird alles versucht und darum dauern Prozesse zu lange.“ Der Haushalt sei ein Beispiel dafür.

Der sei auch eines der dringendsten Themen, die er als Bürgermeister anpacken wolle. „Wir müssen den Haushalt in den Griff bekommen und können nicht Geld für alles ausgeben wollen.“ Das bedeute, Geld der Stadt gezielter einzusetzen. „Dieses fehlt dann natürlich an anderen Ecken“, so Szarata. Welche das dann wären, könne er noch nicht sagen. Wohl aber weiß er, dass „das auch auf Kritik stoßen wird, aber das bin ich gewohnt“. An freiwilligen Aufgaben solle nicht noch mehr gespart werden.

Mehr Geld solle nach Szaratas Worten in die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing investiert werden. „Halberstadt ist Kreisstadt und soll als solche auch wahr- und ernstgenommen werden.“ Auch von den Bürgern der Stadt.

„Die Halberstädter sollen ihre Stadt wieder lieben. Ich möchte nie wieder auf die Frage, ‚Wo kommst du her?‘, die Antwort ‚aus der Nähe von Wernigerode hören‘.“ Es brauche neue Ideen, den Bürgern ihre Stadt wieder näherzubringen – zum Beispiel ein „identitätsstiftendes Stadtfest“.

Ein weitere Punkt, der ihm am Herzen liegt: Die Einwohnerzahl dürfe nicht weiter sinken. „Das schaffen wir nur, wenn wir Zuzug generieren und für mehr Kinder in der Stadt sorgen.“ Dafür wiederum müsse das Umfeld passen – allen voran eine funktionierende Wirtschaft. „Darauf baut letztlich alles auf.“