Dingelstedt l Wenn Bernhard Mundkowski am 31. Juli, zum Oldtimertreffen auf den Vorplatz des Dorfgemeinschaftshaus in seinem Heimatort einlädt, muss er gleich zweimal fahren. Endlich kann der Dingelstedter nun auch sein zweites Schmuckstück präsentieren, eine Zugmaschine S 4000 aus dem Jahr 1959.

„Ein guter Jahrgang", scherzt Mundkowski , der im gleichen Jahr geboren wurde. Nicht ohne Stolz präsentiert er das Fahrzeug, das er komplett zerlegt und wieder neu aufgebaut hat.

Jungfernfahrt in letzter Minute

Seine Jungfernfahrt hatte das gute Stück kürzlich zur 1050-Jahrfeier in Hessen. „Das war knapp“ gibt Mundkowski zu. Die neue Zugmaschine sei tatsächlich erst am Abend vorher fertig geworden. In der Nacht habe er dann noch eine erste Probefahrt nach Anderbeck unternommen. Sogar am Tag der Premiere habe er noch weitergeschraubt, erzählt Ehefrau Christiane. „Eine Zierleiste hat noch gefehlt.“

Schließlich sollte alles perfekt sein, denn im neuen Schmuckstück sollten die Hessener Kindergartenkinder im Festumzug fahren. „Zusammen mit der bereits vorhandenen H3H Zugmaschine, die mein Mann bereits vor Jahren neu aufgebaut hat, haben beide auf Hochglanz polierten Fahrzeuge dann für einen schönen Hingucker im Umzug gesorgt und waren ein beliebtes Fotomotiv“, erzählt Christiane Mundkowski.

Das Schrauben an den Oldtimern sei für ihn Erholung und ein perfekter Ausgleich zu seiner täglichen Arbeit. „So kann ich perfekt abschalten.“ Bernhard Mundkowski ist als Klauenpfleger im Umkreis von etwa 100 Kilometern unterwegs.

Schrotthaufen auf dem Hof

„Wenn er dann zu Hause ist, widmet er sich ganz seinen Schätzchen", beschreibt die Ehefrau verständnisvoll und auch ein wenig stolz. Sie unterstützt die Leidenschaft ihres Mannes. Als er mit dem neuen Fahrzeug nach Hause kam, habe sie allerdings zunächst die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Ein einziger Schrotthaufen stand auf dem Hof.“ In mühevoller Kleinarbeit hat Bernhard Mundkowski das gesamte Fahrzeug in seine Einzelteile zerlegt und völlig neu aufgebaut. Dreieinhalb Jahre hat er dafür gebraucht.

Das Oldtimertreffen, das in diesem Jahr zum fünften Mal organisiert, sieht Mundkowski als eine Plattform für Gleichgesinnte. „Jeder Besitzer oder Nutzer eines alten Fahrzeugs ist willkommen. Es soll geschaut, gestaunt und vor allem gefachsimpelt werden.“ Unterstützung findet Bernhard Mundkowski bei seiner Familie, die sich um die Versorgung der Gäste und die Absicherung der Schau kümmern.