ZDF überträgt die Andacht aus Osterwieck / Beifall für alle Mitwirkenden nach den 45 Sendeminuten

Ostergottesdienst in Stephanikirche auf Bildschirm

Von Mario Heinicke 02.04.2013, 03:19

Die Stephanikirche zu Osterwieck ist Gastgeber für den ZDF-Fernsehgottesdienst am Ostersonntag gewesen. Die Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz erlebten festliche und musikalische 45 Minuten.

Osterwieck l Beifall nach einem Gottesdienst in einer Kirche ist selten. Doch Pfarrer Stephan Eichner hat die Besucher in der Stephanikirche dazu animiert. Beifall für die Mitwirkenden aus der Gemeinde, für die aus vielen Orten angereisten Bläser des mitteldeutschen Posaunenwerks, für die 35 Fernsehleute aus Mainz und für die vielen Helfer im Hintergrund.

Bis zu Eichners erlösendem Satz "Es ist geschafft" erleben die Zuschauer einen anderen Gottesdienst als gewohnt. Die Stephanikirche ist umgerüstet worden. Kantorei und Bläser sitzen nicht im Hohen Chor, sondern dort, wo sonst die Stuhlreihen beginnen. Schon eine halbe Stunde vor Übertragungsbeginn haben alle ihre Plätze eingenommen. "Bitte stellen sie ihre Handys aus", bittet Pfarrer Eichner ganz weltlich. Lieder werden noch einmal geübt, auch mit dem Publikum. Der Pfarrer versucht, die angesichts der vielen Kameras, Strahler und Fernsehleute sichtlich angespannte Gemeinde noch etwas aufzuheitern, bittet, dass noch "ein bisschen österlicher" gesungen werde. "Ostern ist ein Fest zum Singen und Glücklichsein", sagt er später im Gottesdienst.

Die letzten Minuten vor Übertragungsbeginn herrscht Stille in der Kirche. "Noch eine Minute", ruft Produktionsleiter Steffen Heinemann in die Halle. Die Turmuhr schlägt zweimal, es ist 9.30 Uhr. Zum letzten Mal der Produktionschef: "Der Vorspann läuft." Sein Arm senkt sich, und Pfarrer Eichner spricht die Begrüßung, so wie in den vergangenen Tagen mehrfach mit und ohne Kamera geprobt. Grüße aus der Stadt Osterwieck, deren Name sich nicht von Ostern herleitet, sondern von einem östlichen Handelsplatz. Auch mittendrin widmet sich der Pfarrer der Stadt, spricht vom "Osterwiecker Thesenschlag" an den Fachwerkhäusern, die in der Zeit nach der Reformation gebaut wurden. Eichner lässt schmunzeln, als er diese Hausinschriften mit einem "Facebook des Mittelalters" vergleicht.

Am Vorabend gab es noch die Generalprobe für alle Mitwirkenden. Die Kameras liefen ebenfalls schon mit. Am Ende war der Gottesdienst noch etwas zu lang. Also wurden noch einmal Veränderungen im Ablauf abgesprochen. "Wir wurden ganz schön in die Mangel genommen", zieht Pfarrer Eichner später augenzwinkernd ein Fazit des gemeinsam mit den Fernsehleuten erarbeiteten Gottesdienstes.

Das Ergebnis hat alle überzeugt. "Es war ein sehr festlicher und bodenständiger Gottesdienst", werten der kirchliche Fernsehbeauftragte Stephan Fritz und Redakteurin Marina Fuhr. "Sie haben uns ein schönes Osterfest bereitet", sagt Produktionsleiter Steffen Heinemann, der auch schon den Fernsehgottesdienst vor fünf Jahren in Osterwieck erlebte und nun erneut beeindruckt von der Gastfreundschaft war. Zumal das Fernsehen quasi jegliche verfügbaren Hotelzimmer und mit seiner Übertragungstechnik den Stephanikirchhof in Beschlag genommen hatte.

Dass es nach 1994, 2008 und 2013 eines Tages auch einen vierten Fernsehgottesdienst aus der Stephanikiche geben könnte, scheint nicht ausgeschlossen.