Rücktritt angekündigt

Osterwiecks Bürgermeisterin hört vorzeitig auf

Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ
Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ Foto: Bote

Stadt Osterwieck

Mario Heinicke

Paukenschlag im nichtöffentlichen Teil der Osterwiecker Stadtratssitzung am Donnerstagabend: Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) wird sich zum 1. September und damit vorzeitig aus ihrem Amt zurückziehen. Ihre Wahlperiode hätte noch bis zum Januar 2024 gereicht.

Das sei keine spontane Entscheidung gewesen, erklärte die 65-Jährige am Freitag gegenüber der Volksstimme. Die Entscheidung habe sie zum Schutz der eigenen Gesundheit getroffen. Es sei ihr ein wichtiges Anliegen gewesen, die Stadt und ihre Mitarbeiter durch die Corona-Pandemie zu führen. Bis September, davon sei sie fest überzeugt, werde sich der Alltag wieder weitestgehend normalisiert haben.

Im Stadtrat sei die Mitteilung vom Rücktritt mit Überraschung aufgenommen worden, berichtete Ingeborg Wagenführ. Zuvor habe sie bereits ihre Mitarbeiter informiert gehabt.

Osterwieck benötigt damit zum Herbst einen neuen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Ziel sei es, diese parallel zur Bundestagswahl am 26. September auszurichten. Am Montag solle über einen möglichen Fahrplan mit der Kommunalaufsicht gesprochen werden.

Für eine zu erwartende Übergangszeit ab 1. September würden die stellvertretenden Rathauschefs die Geschäfte übernehmen, Das sind die Fachbereichsleiter Detlef Schönfeld (1. Stellvertreter) und Kristin Kaaden (2. Stellvertreter).

Ingeborg Wagenführ ist seit Gründung der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck Anfang 2010 hauptamtliche Bürgermeisterin. Nach ihrer ersten sieben jährigen Amtszeit wurde sie wiedergewählt.

Beruflich war sie zuvor als Lehrerin tätig, an der POS Dardesheim und seit Gründung des Fallstein-Gymnasiums 1991 in Osterwieck. Politische Erfahrung besaß sie aus dem Gemeinderat Berßel, wo sie viele Jahre ehrenamtlich als stellvertretende Bürgermeisterin fungierte.